Am I just paranoid? – Die Sache mit dem Respekt.

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Hallo liebe Wolke,
hast du auch öfter einen Ohrwurm und kennst du dich mit Respekt aus?
Seit ein paar Tagen läuft in meinem Kopf „Basket Case“ von Green Day.
„Am I just paranoid?
A ya-ya-ya.“
Schalte doch mal dein inneres Radio ein und hör dieses Lied, während du meine Zeilen liest. Wenn du magst.

Kürzlich flatterte mir ein Brief ins Haus, ich mag ja handschriftlich verfasste Post, das ist so schön altmodisch; das ist außerdem ein bisschen persönlicher als etwas Digitales. Trotzdem können auch handschriftliche Briefe unpersönlich sein, so richtig fies können handschriftliche Briefe werden, wenn man nicht aufpasst. Dann nämlich, wenn man einen menschlich feinen Charakterzug auf der Umlaufbahn um sich selbst verloren hat.
Neurotic to the bone.

Respekt = (lat.) respicere = Rücksicht nehmen

Ich ahne seit längerer Zeit, dass mir die Welt da draußen ein wenig, ich sage es mal vorsichtig, merkwürdig vorkommt. Wo sind denn die Herzen geblieben?, frage ich mich, wenn ich so rausschaue. Wo sind denn die „Entschuldigungen“ geblieben und die „Danke“? Und wo sind die ganzen Wertschätzungen geblieben, die man ja gern mal als Schildchen vor sich herträgt, damit man gar nicht sehen kann, was oder wer sich dahinter wirklich verbirgt.
Manchmal denke ich, ich sollte mein Leben lieber träumen als rauszuschauen, denn dann steht man nicht plötzlich mit einem Brief in der Hand am Fenster und wird sprachlos.
„You are one of those
Melodramatic fools.“

R E S P E C T

Ein DIN A4 Blatt für zwei Jahre.
Ich finde es gut, wenn man Dinge komprimieren kann. Das kann schließlich nicht jeder. Und noch mehr gut finde ich, wenn man den letzten Saft aus jemandem rausgequetscht hat und mit allerlei lustiger Gaukelei bis zuletzt jemandem hat glaubhaft machen können, dass er was wert sei – um sich am Ende über ihn lustig machen zu wollen.
Ich finde das wirklich gut, denn ich sollte mir eine Scheibe davon abschneiden. Damit ich endlich weiß wie die Welt da draußen funktioniert. Weil: Mir passieren diese Dinge ja nicht ohne Grund.

Mein Leben als Heilkraut

Lavendel Garten weiß Beruhigend Wertschätzung Respekt Gesellschaft Kopf RücksichtMan stelle sich das mal so wie ein kleines Heilkraut vor.
Mich, meine ich.
Das hat jemand ordentlich gegossen, weil er wusste, es würde ihn gesund machen. Naja, vielleicht nicht gesund, aber es würde einen gewissen Placebo-Effekt haben. Für eine Weile. Es würde allerhand Blüten und Früchte abwerfen, die man zu Tinkturen verarbeiten könnte, um sich damit einzuschmieren und um Tees zu kochen, die die Schmerzen lindern.
Also wuchs das kleine Heilkraut. Und wuchs und wuchs und wuchs.
Weil jemand ja sagte, er würde es immer ordentlich gießen und sie würden eine herrliche Zukunft miteinander haben, wenn er erst mal wieder richtig hergestellt sein würde – und er würde es immer vor dem Platzregen beschützen. Weil er ja Respekt vor ihm hatte und es überaus wertschätzte.

Dann irgendwann stellte jemand das Gießen ein.
Die Frühlingssonne brannte heiß vom Himmel und das Heilkraut verdorrte schutzlos in der Hitze.
Als es nach Wochen ganz erschöpft am Boden lag, schrieb jemand dem Heilkraut ein kleines, unpersönliches, fieses Brieflein, das jemand ihm in die trockene Erde rammte.
Und darin stand, dass jemand dem Heilkraut einen schönen Frühling wünscht, und eine richtig gute Zeit und außerdem viel Glück, denn das hätte es verdient.

Das kleine Heilkraut dachte sich dreierlei:
1. Hahaha, sehr lustig! Für Spott bin ich doch immer zu haben!
(Oh. Halt! Geht es hier gerade um mich?)
2. Entschuldigungen sind offensichtlich total überbewertet.
3. „It all keeps adding up. I think you’re cracking up.
You are just paranoid. A-ya-ya-ya!“

Lavendel Garten weiß Beruhigend Wertschätzung Respekt Gesellschaft Kopf blur RücksichtEin Glück waren die Wurzeln des kleinen Heilkrauts stark genug, um den schönen Frühling zu überleben und es hatte eine richtig gute Zeit.

Nö.

Weißt du was, liebe Wolke?
Vielleicht träume ich manchmal zu viel. Vielleicht ist das gar nicht so gut und vielleicht sollte ich genauso werden wie die Welt mir da draußen so scheint. Aber dann wieder denke ich: Nö.
Auch weil ich nicht weiß, wie das geht.

„Or are you just stoned?“

Lustiges Suchen heute, meine liebe Wolke, und frohe Ostern!

Kategorie Briefe an die Wolke, Gesellschaft, Liebe

Hallo, ich bin Susanne! Ich erzähle euch hier als alleinerziehende Mama einer etwas „anderen“ Vierjährigen von unserem, oft, schrägen Alltagswahnsinn. Und ich möchte euch zeigen, wie man vielleicht nicht alles, aber vieles, mit Humor sehen kann, damit das Leben ein bisschen leichter wird. Ab und zu schreibe ich auch über die Liebe, nicht nur weil „Patchwork“ so ein toller Modebegriff ist. ;)
Und seit Neuestem designe ich ein bisschen was für euch; für Blogger und Kinder – und mal schauen für wen noch. :)

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5 Kommentare

  1. Barbara Schück

    Worthülsen, mit denen ein anderer Mensch glaubt, sich auf die Schulter klopfen zu können, um dann mit aufrechtem Rückgrad in den Spiegel schauen zu können?
    Das hat alles nichts mit Dir zu tun❣️

  2. Oh, bitte, nicht wie die Welt da draußen werden. Wir brauchen mehr Menschen, die träumen und Respekt haben, die einfach nur herzlich sind. <3

    Liebe Grüße Melanie

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