Anekdote über eine Anakonda (Achtung, Sex!)

Bienchen Blümchen Sex SingleDie Sache mit den Bienchen und Blümchen.

Hallo liebe Wolke,
hältst du dir bitte mal die Ohren zu?
Es geht heute um eine Anekdote zum Thema: Sex. (huch!)

Ich schwöre

Man kann sich ja viele Dinge auf der Welt schön reden. Zum Beispiel, dass es eigentlich total wunderbar ist, wieder Single zu sein, weil man seine Freiheiten genießen kann und keine extra Geburtstagsgeschenke mehr kaufen muss. Oder so was in der Art. Das hört sich immer ein bisschen merkwürdig an, wenn man damit hausieren geht; dass es einem „jetzt echt viel besser geht, ich schwöre!“.
Trotzdem: Gestern Abend habe ich mich diagonal in mein Bett gelegt. Ich dachte nicht darüber nach, wie ich aussehe, ob meine Unterwäsche sexy und der Busen noch einigermaßen straff genug ist, ob meine Beine (oder der ganze Rest) rasiert sind oder nicht. Ich habe mir auch keine Gedanken darüber gemacht, wie ich mich am besten positioniere, damit der Schwabbelbauch nicht ganz so unvorteilhaft aussieht, oder ob ich mir mal einen Sex-Ratgeber zulege, weil ich, als Frau, ja nicht nur mit Eloquenz, Empathie, Attraktivität, Intelligenz (etc.), sondern auch mit sexuellen Superkräften glänzen möchte. Das Nichtnachdenken fand ich, für den Moment, ziemlich super.

Weißt du, liebe Wolke, ich habe mir immer schon ganz schön viele Gedanken darüber gemacht, wie und womit sich mein (aktueller) Partner wohl fühlen könnte. Auf allen Ebenen. Ich glaube, dabei bin ich manchmal ein bisschen zu kurz gekommen, aber ich bin ja lernfähig. Fürs nächste Mal.

Eine Anekdote

Ich kannte mal jemanden, das ist schon lange her, einen Mann, und dieser Mann war ausgewachsener Hypochonder.
Er hatte ständig allerlei Zipperlein, Allergien und Unpässlichkeiten, und irgendwann zwickte es ihm im Bauch – und ich meine damit ein kleines „Zwicken“, ein Minischmerzlein, das da zwar nicht hingehörte, aber nicht weiter besorgniserregend zu sein schien. Jedenfalls hatte ich direkt ein paar tröstende Worte und das Fieberthermometer parat, um zu beweisen, es sei kein Blinddarmdurchbruch. Aber er packte trotzdem schon mal, rein vorsorglich, ein Täschchen fürs Krankenhaus.
Gut, ich selbst bin nicht so empfindlich, was Schmerzen angeht und es wäre unfair, von mir auf andere zu schließen – und jeder, der (zum Beispiel) schon mal die wunderbare Erfahrung mit Geburtswehen (die auf der Skala „Schmerz multipliziert mit Faktor 3 Millionen“ einen der oberen Plätze einnehmen) gemacht hat, wird wissen wovon ich spreche.

Anakonda

Jedenfalls, dieser Mann und ich, wir landeten damals dann zusammen im Bett, nachdem das mit dem Blinddarmdurchbruch geklärt war.
(Es tut mir leid, dass ich jetzt ins Detail gehen muss, aber sonst gäbe es bei dieser wahren Anekdote keinen Witz.)
Irgendwann hielt ich also den kleinen Hypochonder des großen in der Hand. Fühlte sich nicht schlecht an. So rein subjektiv betrachtet. Und als ich gerade dachte »fühlt sich gar nicht schlecht an«, erhielt ich die Anweisung von weiter oben, fester zu drücken.
Ich mag es ja, wenn mir jemand sagt, wie er es gern hätte, also drückte ich fester. Nach dem vierten Mal „noch fester“ verkrampfte meine Hand und, würde ich dem Ganzen eine Bildunterschrift widmen, wählte ich so etwas wie: »Sensation! Frau versucht Anakonda mit der bloßen Hand zu erwürgen!«
(Was natürlich Quatsch ist; mir ist noch nie eine Schlange begegnet, die wie ein Penis aussieht. Schon gar keine Anakonda, bei aller Liebe nicht.)
»Meine Güte! Das musste doch mittlerweile weh tun!«, dachte ich.
Und: »Meine Güte! Meine Hand ist spastisch verkrampft. Ich brauche einen Termin beim Physiotherapeuten.«

Sex oder Bandscheibenvorfall?

emoji huchDa ich aber gewillt war, uns eine heitere Stunde zu bereiten und keine Schwäche zu zeigen, machte ich also weiter. Die Verkrampfung kroch meinen Arm hinauf und erreichte meine Schulter, denn mittlerweile war es ja nicht nur das Schlangenwürgen, sondern sah in etwa so aus, als würde ich mit einem Pümpel den hartnäckig verstopften Abfluss befreien wollen. Das hatte ich echt noch nie erlebt. (*)
Während ich so angestrengt vor mich hin pümpelte, schossen mir aus dem Nichts ein Schmerz in die Halswirbelsäule und Tränen in die Augen, »tausendprozentig Bandscheibenvorfall«, dachte ich.
»Tausendprozentig Bandscheibenvorfall!«, sagte ich.
Und was sagte der Mann?
»Ach, Gott. Da legste dir ’ne Wärmflasche drauf. Fertig.«

Krankheit Liebe.

herzMenschen sind schon echt niedlich, manchmal.
Und warum macht man (ich!) das?
Weil ich einerseits den Drang habe, dass es immer allen gut geht, die mir am Herzen liegen. Und mich selbst darüber manchmal vergesse. Und weil ich andererseits an die Liebe und Hingabe zwischen, in meinem Fall, Mann und Frau glaube. Immer noch. Das hat sich gar nicht geändert, obwohl ich schon ziemlich viele Gründe aufzählen könnte, dem Ganzen abzuschwören und mich als, von dieser Krankheit, geheilt in die Welt zu entlassen.

Aber ich schwöre, liebe Wolke: Sich für eine Weile diagonal ins Bett zu legen und sich keine Gedanken um diese Dinge machen zu müssen, ist (zumindest im Moment) wirklich – uff! – befreiend! 😉

Guten Flug, liebe Wolke!

(*) Gültig sicher auch für den umgekehrten Fall, liebe Männer. 😉


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Kategorie Briefe an die Wolke, Liebe

Hallo, ich bin Susanne! Ich erzähle euch hier als alleinerziehende Mama meines vierjährigen kleinen Lebens von unserem, oft, schrägen Alltagswahnsinn. Und ich möchte euch Mut machen, das Leben ein bisschen mehr mit Humor zu sehen. Auch dann, wenn es vielleicht mal schwer fällt. Außerdem findet ihr bei mir Lern- und Kindergeschichten. Ich freu mich, dass ihr da seid! :)

16 Kommentare

  1. Pingback: Ich will nicht verkuppelt werden! (Bin ich eine MILF?)

  2. Da werde ich ja rot beim Lesen.
    „Während ich so angestrengt vor mich hin pümpelte“ – so eine schöne Beschreibung! 😀

  3. Liebe Sandra,
    oh, so ein tolles Kompliment! :))
    Danke Dir, ich freue mich sehr!
    (Hypochonderanakondaanekdote finde ich großartig!)
    Alles Liebe!
    Susanne

  4. Ich lese so gern hier. Jetzt weiß ich wieder einmal mehr, warum.
    Super Hypochonderanakondaanekdote *fasteinzungenbrecher*

    Liebe Grüße an Dich
    Sandra

  5. 🙂 Das ist schon so lange her, dass ich mich nicht mehr erinnern kann, ob es ein Wurm, eine Made oder was Größeres war – und mir liegt’s auch fern, mich lustig zu machen. Gestern lag ich einfach quer im Bett und hab darüber gelacht. Eigentlich über mich selbst und über den Quatsch, den ich so erlebt habe.
    Und erstmal bin ich ganz froh und glücklich in unserer Mädels-WG. (Schwöre!) 😉

  6. Dafür, dass er so ein Nicht-Gentleman war hast du ihn noch sehr gut davon kommen lassen. Ich hätte wahrscheinlich eher Vergleiche zu z. B. der Witchetty-Made gezogen. Aber ganz tief in meinem Herzen bin ich auch sehr böse.

    Ich wünsche dir viel mehr Glück beim nächsten Mann!

  7. Nobler Gedanke.
    Falscher Ansatz.
    Beim Anblick der Schlange,
    hättest du nur die Lippen auf die Flöte pressen
    und ihr ein Liedchen pfeifen müssen.
    Das schont auch die Handgelenke.
    Sowas weiß man doch eigentlich.

    Entschuldige aber das bot sich an.

  8. 😀 Joa, ach…. Aber das war bestimmt ein gutes Training gegen den sog. „Winke-Arm“… ;))

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