Best of Nighttalk – Wenn die Nacht zum Tag wird

Starke Ströumg TexelAchtung, starke Strömung! ;)

Hallo liebe Wolke,
dass mein kleines Leben schlecht schläft, erzählte ich dir schon mal, richtig? Jahrelang höre ich mir nun von allen Seiten an, dass das mit dem Schlafen bestimmt bald etwas wird. Man müsse sich da in Geduld üben, viel an die frische Luft gehen, heiße Milch mit Honig trinken (übrigens DAS superduper Geheimrezept schlechthin!), und so weiter. Hat bisher alles nichts geholfen, ich habe mich damit abgefunden, dass mein kleines Leben und ich uns regelmäßig zum Nighttalk treffen.

Und deswegen gibt es hier ein kleines

Best of Nighttalk

1.
„Mama, ich muss Pipi.“
Auf der Toilette angekommen, lehne ich mich verschlafen ans Waschbecken und warte aufs Plätschern. Genau genommen schlafe ich im Stehen weiter und schließe die Augen.
Statt Plätschern höre ich wie die Klopapierrolle mit ca. 120km/h durchdreht und das gesamte Toilettenpapier auf der Badematte liegt.

„So, Mama. Jetzt haben wir Deko. Luftschlangen aus Klopapier. Holst du das Diskolicht?“, sagt mein kleines Leben, rafft das Toilettenpapier zusammen und stapft an mir vorbei Richtung Wohnzimmer.

2.
„Mama? Gestern hat Karl geniest und gepupst gleichzeitig. Das war so lustig!“
Sie lacht sich schlapp.
Dann kurze Stille.
„Das probiere ich jetzt auch mal. Warte. Das dauert ein bisschen. Das ist sehr schwierig! Warte! Nicht einschlafen!“

3.
„Mama, ich habe gestern Mittag vergessen, mir die Hände zu waschen. Das muss ich jetzt dringend machen.“
Sie steht auf und sagt im Türrahmen: „Ich bin in einer Sekunde wieder bei dir. Schön hier warten! Und dann können wir frühstücken!“

4.
„Mama. Sind Oma und Opa jetzt tot?“
„Nein! Ich hoffe doch nicht! Hast du schlecht geträumt?“
„Nö, Mama, aber das mit dem Totsein geht total schnell. Besonders, wenn man schwimmen geht!“
„???“
„Aaaach Mama, wegen der Seewespe. Natürlich!“

Ja, natürlich. Tschuldigung.

5.
„Mama? Ich kann erst schlafen, wenn ich auf einer Robbe reiten darf. Jetzt!“

Geht klar.

6.
„Mama? Wo leben Elsa und Anna?“
„In Arendelle.“
„Wie weit ist das weg?“
„Sehr weit. Das ist sehr weit entfernt.“
„Gut, Mama, dann lass uns jetzt aufstehen, damit wir pünktlich zum Mittagessen da sind!“

7.
„Mama? Ich brauche jetzt ein Elsakleid, und Elsahandschuhe, eine Elsakrone, und Elsaschuhe.“
„Haben wir jetzt nicht. Es ist mitten in der Nacht.“
„MAMA! Los, Du MUSST es mir JETZT herzaubern!“
„Würde ich gerne, kann ich aber nicht.“
„DU musst es versuchen, Mama!“
„Spatz, es tut mir leid, aber wir müssen jetzt schlafen. Morgen sprechen wir drüber.“
„MAMA! Du. Kannst. Gar. Nicht. Zaubern. Oder???“

Herzergreifendes Schluchzen.

 

Drachen fliegen Nighttalk Schlaflos Kleinkind einschlafen schlafen lernenIrgendwann…

Ja, liebe Wolke, unsere nächtlichen Unterhaltungen sind manchmal wirklich lustig. Irgendwann, spätestens in ungefähr (geschätzt) 10 bis 20 Jahren, werden auch sie aufhören. Und vielleicht wünsche ich mir sie ja dann sogar zurück. Wer weiß! 😉

Einen schönen Sonntag für dich!



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Kategorie Briefe an die Wolke, Kleinkind, Mama sein

Hallo, ich bin Susanne! Ich erzähle euch hier als alleinerziehende Mama meines vierjährigen kleinen Lebens von unserem, oft, schrägen Alltagswahnsinn. Und ich möchte euch Mut machen, das Leben ein bisschen mehr mit Humor zu sehen. Auch dann, wenn es vielleicht mal schwer fällt. Außerdem findet ihr bei mir Lern- und Kindergeschichten. Ich freu mich, dass ihr da seid! :)

29 Kommentare

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  5. Wie goldig!
    Da bleibst du ja immer auf Trab!
    Ich hab zwar keine Kinder, aber so manche wunderbaren Sprüche erlebe ich auch bei der Arbeit im Seniorenheim.
    Herzliche Grüße,
    Annette

    • Danke, Katharina – und sobald hier die Schnupfennasen wieder ausgezogen sind, schaue ich wieder bei Dir vorbei.
      Liebe Grüße!

  6. Hach…. wie ich das mit dem „im Stehen weiterschlafen“ beherrschte…

    Du schreibst mir (wohl unzähligen Eltern) aus dem Herzen.

    Werde wohl nie vergessen, dass mich einst mein Ältester IMMER darin besiegte, „wer kann länger wach zu bleiben… ?“

    Eine kleine Anekdote (die sich so manches mal wiederholte)

    Da lag ich… lag ich am Boden… am Boden neben seinem Kinderbettchen… seinem Kinderbettchen mit Rädchen…
    …welches ich mit väterlicher ends Geduld, abwechselnd sanft bis inbrünstig im „LaLeLu-Modus“ hin und her wiegte…

    Da wachte ich… wachte ich auf am Boden liegend… am Boden liegend neben seinem Kinderbettchen… …

    Eben da lag ich, lag ich im Nachtlicht am Boden, zugedeckt mit Söhnchens kompletter Bettstatt inkl. Spieluhr… und da blickt er übers Geländer von seinem Kinderbettchen auf mich runter… Prinz Zweizahn sabbert „da…“ – „da…“ und sein Händchen zeigt auf sein Mitteninsherz-Sigikid-Hündchen…

    dieses lag da… lag da am Boden… am Boden zu meinen Füssen…

    Die schmerzenden Druckstellen und das „ichbineinrostigerfaltmeter-Gefühl“ ziert diese putzige Erinnerung über welche ich Heute gerne lächle…

    Liebe Susanne… ja es wird… !
    Genau so wie Du’s machst, Du arrangierst Dich… und lebst mit deinem kleinen Leben den Nighttalk…! Und später, schier unbemerkt, ist es eine (putzige) Erinnerung… eine Erinnerung für Euch beide.

    Gerührt Dany

  7. Sehr lustig!
    Aber ein Glück schlafen die Kinder dann ja besonders lange, wenn sie nachts so oft wach sind, stimmt’s?
    Meine Tochter hat auch immer Hunger, wenn sie um 2/3/4 Uhr aufwacht.
    In solchen Momenten wäre ich auch gern Elsa…

    Gute Nächte, Euch!

    • Ähm, nö, das ist bei uns leider gar nicht so. Mit dem „besonders lange schlafen“. Wir sind heute seit kurz vor halb 4 wach und auf. Es wurde bereits gebastelt, gespült, Honigstuten gegessen,… und so was.
      Von Elsa hab ich übrigens einen nicht enden wollenden Ohrwurm. Aaaahhhh! 😉
      Schönen Wochenstart!

  8. Hallo, liebe Susanne.

    Mein Sohn hatte auch bis zum dritten Lebensjahr Schlafstörungen, die extrem waren.

    Und so gab es dann das Riesenlaufställchen mit Decken drin und Spielzeug und Fläschchen und auch einen Nachttopf…

    Und so nach vierundzwanzig Uhr verabschiedeten wir uns von unserem Sohn mit den Worten:

    „Deine Eltern sind jetzt müde. Gute Nacht.“

    Oft bekam unser Sohn allerdings danach noch Besuch; denn wir wohnten zu der Zeit WG mäßig mit einem Dauerstudenten in einem Haus.

    Und wenn Paul, nach anstrengendem Feiern nach Hause zurückkam, gesellte er sich oft vor dem Laufställchen, das in der Wohnküche stand, zu unserem Sohn und kommunizierte mit Ihm auf Augenhöhe. Abgesehen davon, ergab sich durch Pauls umfangreiche Vereinsmitgliedschaft auch, daß oft Besuch da war, der dann dem Sohn gerne auch Programm bot. 😉

    Liebe Grüße,
    Frank

    • Guten Abend, lieber Frank!
      Über Deine Geschichte muss ich lachen, weil ich mir gerade sehr lebhaft vorstelle, wie das hier wäre. Vielleicht sollte ich mir also Gedanken über solch eine Wohnform machen! :))
      Mein kleines Leben fände das mehr als klasse – und ich hätte, unter Umständen, mal wieder die Option auf ein paar Stündchen Schlaf. 😀

      Hab noch einen schönen Abend und Grüße an den Steingarten!
      Susanne

      • Hallo, liebe Susanne.

        Meinem Sohn ist es sehr gut bekommen; nur wurde er etwas eitel. Die Mädels, die Paul anschleppte und das waren nicht wenige, waren alle vernarrt in ihn.

        Und wenn wir spazieren gingen, winkte er allen Mädels zu; wurde er nicht beachtet, kam ein erbostes „hach!“ von ihm. Tja. 😉

        Liebe Grüße,
        Frank

          • Schmunzel.

            Er hat sich mit den Jahren zu einem richtigen kleinen Satansbraten entwickelt, doch das dann später wieder fallen lassen. Und jetzt ist er im „gnädigen, mit Eltern muß man viel Geduld haben, Alter“… 😉

            Liebe Grüße,
            Frank

    • Wie süss ist das denn… ☺

      PS: Bei der hohen Wahrscheinlichkeit, dass bald „Paulchens Programm“ angeht, kann ja kein Söhnchen ein Auge zu tun… Es könnt‘ ja was verpassen…
      Und so beisst sich die ominöse Katze wieder einmal selbst in ihren…

      DANKE! Für so eine wunderbare Geschichte!

      Dany

  9. Liebe Susanne, Ich fürchte, so geduldig wie Du war ich mit meinen Kindern damals nicht. Zumindest nicht nachts. Vielleicht ist mir damit etwas entgangen. Ich wünsche Euch beiden noch viele schöne Nighttalks! Regine

    • Liebe Regine,
      Danke fürs Lesen!
      Oh, ich glaube, der Schein trügt. Zumindest hin und wieder. 😉
      Hab noch einen schönen Sonntagabend!
      Susanne

      • Ja, wenn ich Deinen Blog lese, denke ich, Deine Geduld ist unermesslich. Ich kriege fast schon ein schlechtes Gewissen…. Aber nur fast, die Vergangenheit kann nicht geändert werden. Bei mir gab es sicher auch viele geduldige und liebevolle Momente, die haben sich nur nicht in der Erinnerung festgesetzt. Das wird bei Dir später anders sein, wenn Du Deinen eigenen Blog liest. Weiter so! Regine

        • …und weil ich über Deine Worte zur Geduld nachdachte, gibt’s heute einen neuen Text. Danke für die Inspiration, Regine! ❤️

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