Die kleine Meeresperle. (Oder: Namensbedeutung mal anders.)

Hallo liebe Wolke,
magst du die Sonne?
Der Sommer steht auf meinem Balkon und klopft an die Scheibe. Ich sehe, dass ich dringend Fenster putzen müsste, aber das vertage ich. Im Aufschieben bin ich ganz gut, das war ich schon immer, aber seitdem meine Tochter bei mir ist, setze ich Prioritäten. Mit seinen Kräften muss man haushalten, das ist für mich besonders für den Haushalt gültig, vielleicht kann ich mir eines Tages eine Putzfrau leisten (na gut, wahrscheinlich eher nicht). Ansonsten darf der Staub gern seine Runden drehen und ich beachte ihn gar nicht. Heute denke ich, wie so oft, über meine kleine Meeresperle nach. So heißt meine Tochter nämlich, das ist eine Bedeutung ihres Namens:
Kleine Meeresperle.

Die Sonnengleiche, die Geliebte, die Trotzige. 

Ihr Name lautet nicht, aber er setzt sich zusammen aus Maria und Magdalena.
Und deswegen gibt es für ihren Namen noch andere Bedeutungen: Die Schöne (Sonnengleiche), die von Gott geliebte und die Trotzige. Meine Meinung: Das stimmt alles drei. Mein kleines Leben ist für mich wunderschön. Ob es einen Gott gibt, das weiß ich nicht, aber ich liebe sie jeden Tag sogar noch ein bisschen mehr. Und die Trotzige… ja, da hätte ich bei der Namensgebung wohl ein bisschen besser aufpassen müssen. Denn das stimmt auch. (Aber so was von!)
Von allen Bedeutungen gefällt mir aber „die kleine Meeresperle“ am besten. Vielleicht, weil ich als Kind Meerjungfrauen so toll fand. Vielleicht aber auch, weil mein kleines Leben so beschützenswert ist und sie manchmal in ihrer eigenen Welt lebt – irgendwo auf dem Meeresgrund, wo alles ganz smaragdgrün und türkis ist, und sich die Sonnenstrahlen glitzernd auf dem Meeressand brechen.

Meeresperle

Da ist sie manchmal, dann kann ich sie nicht so recht erreichen, manchmal nur mit einem Dosentelefon, da ist die Verbindung sehr schlecht, und manchmal kann ich nur von meinem Boot aus winken. Dann klappt ihre kleine Muschelschale zu und sie verweilt ein bisschen dort unten. Meine kleine Meeresperle.
So ganz einfach zu verstehen ist das nicht. Das wird es wahrscheinlich auch nie sein, aber das ist schon in Ordnung, denn man muss nicht alles im Leben verstehen müssen. Es reicht, wenn ich weiß, sie ist da. Sie kommt auch wieder heraus aus ihrer Muschel und rollt ganz fröhlich vergnügt auf dem Meeresgrund herum, und immer wenn sie durch die Sonnenstrahlen kullert, fängt sie an zu funkeln. Mein Herz übrigens auch.

Namensbedeutung – ein Schicksal?

Ich habe mir in den letzten Wochen viele Gedanken gemacht. Über mein Leben. Über das meiner Tochter. Ab und zu, wenn Dinge passieren (oder eben auch nicht), dann macht man sich mehr Gedanken als sonst schon. Ich tue das zumindest. Wohin wird mein Boot schippern, wohin wird meine Meeresperle kugeln? Und welche Stürme werden uns noch erwarten?
Ich glaube weder an Vorhersagen, noch an Zufälle. Ich glaube auch nicht daran, dass der Name eines Menschen sein Schicksal bestimmt. Aber ich denke, der eigene Name ist schon ein bisschen so etwas wie ein Wegbereiter.
Er hat einen eigenen Klang, jeder assoziiert etwas mit einem Namen. Würde ich Uschi heißen, oder Wilhelmine, dann wäre ich vielleicht nicht ganz so glücklich. Könnte ich mir jedenfalls vorstellen.

Wasserlilie

Hoffentlich wird meine Tochter mit ihrem Namen zufrieden sein, denn er wird sie begleiten; sie wird für immer die kleine Meeresperle, die Sonnengleiche, die Geliebte und die Trotzige bleiben. (Es bleibt zu hoffen, dass wir Letzteres in ungefähr 15 Jahren erfolgreich überstanden haben. Zumindest in der Intensität…!)
Mein Name bedeutet übrigens „die Wasserlilie“. Und irgendwie passt das ganz gut zur kleinen Meeresperle. Finde ich.

Also, liebe Wolke, ich mag die Sonne. Ich mag es auch, dass sie auf meinem Balkon steht und ich liebe das Meer im Sommer. Aber mehr noch mein kleines Leben. Egal, welche Bedeutung ihr Name hat.

Einen sommerlichen Flug für dich!


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Kategorie Briefe an die Wolke, Kleinkind, Mama sein

Hallo, ich bin Susanne! Ich erzähle euch hier als alleinerziehende Mama einer etwas „anderen“ Vierjährigen von unserem, oft, schrägen Alltagswahnsinn. Und ich möchte euch zeigen, wie man vielleicht nicht alles, aber vieles, mit Humor sehen kann, damit das Leben ein bisschen leichter wird. Ab und zu schreibe ich auch über die Liebe, nicht nur weil "Patchwork" so ein toller Modebegriff ist. ;) Und seit Neuestem designe ich ein bisschen was für euch; für Blogger und Kinder - und mal schauen für wen noch. :) Ihr findet mich auch bei Facebook, Instagram oder Pinterest. Übrigens. Besucht mich doch mal dort. Würde mich freuen!

9 Kommentare

  1. Hallo Susanne wir haben uns ehrlich gesagt nicht wirklich Gedanken über die Bedeutung der Namen unserer Zwillinge gemacht. Name Nr. 1 stand schon seit meiner Kindheit fest. Ich habe als Mädchen im Urlaub ein kleines Mädchen im Alter von ca. 2-3 Jahren kennengelernt. Sie war so niedlich und ihr Name selten und wunderschön. Von da an stand für mich immer fest, dass meine Tochter mal so heißen soll. (Also musste es natürlich ein Mädchen werden. Ein Junge war völlig ausgeschlossen; -)) als wir dann erfuhren dass es Zwillinge werden, standen wir erstmal blöd da, weil wir uns noch für einen zweiten Namen entscheiden mussten. Klar war nur er sollte mit dem gleichen Anfangsbuchstaben beginnen. Wir haben es geschafft und uns entschieden und witziger weise habe ich direkt nach deinem Text mal nach der Bedeutung geschaut und sie bedeuten beide ungefähr das gleiche nur die Herkunft ist eine andere. Na, wenn das kein Zeichen ist 😉 danke für deine tollen Texte. Bin begeisterte Leserin. Alles gute LG Jenny

    • Liebe Jenny,
      ich dank Dir sehr fürs Lesen und für Deinen kleinen Einblick in euer Leben!
      Und da ich gar nicht so an Zufälle glaube, ist eure Namensgebung ganz bestimmt ein Zeichen. 🙂
      Alles Liebe für euch und bis bald
      Susanne

  2. Uschi ist gar nicht so schlimm. Also zumindest, wenn es nur die Abkürzung für Ursula ist. Das heißt nämlich kleine Bärin. Ich mag die Bedeutung. Werde aber auch lieber Ursi genannt als Uschi. 😉

    • Liebe Ursula,
      nein, Uschi ist nicht schlimm, das stimmt – mit manchen Namen verbindet man einfach gewisse Assoziationen aus der eigenen Geschichte, und deswegen musste „Uschi“ in dem Fall leider herhalten. 😉
      Hab’s gut, Ursi, und alles Liebe!
      Susanne

  3. Der Doppelname meiner Kleinen bedeutet „Wassertropfen“ und mein Name unter anderem „Karaffe“ 🙂 das passt gut zusammen, ich fange sie auf.

  4. Über die Namensbedeutungen haben wir uns gar nicht so viele Gedanken gemacht, wobei wir jetzt bei Kind 4 eine ganz gute witzige Bedeutung dazu haben. Aber alle anderen haben eher einzelne „Geschichten“ zu ihren Namen als echte Bedeutungen die man irgendwo nachlesen könnte.

  5. Ein Name ist wichtig und es ist schön, wenn die Eltern sich Gedanken gemacht haben und einen tollen gewählt haben. So wie du dies auch tat´s! 🙂 Letztes las ich etwas, dass der Name das Aussehen bestimmt, bzw. dass man erraten kann wie jemand heißt… Den Online Test, den ich gemacht habe, habe ich nicht gewonnen. 😉

    • 🙂
      Echt? Der Name kann das Aussehen bestimmen? Das ist schon etwas öh weit hergeholt, oder?
      Wobei: Es gibt ja nicht umsonst den „Kevinismus“, ne? 😉

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