Schlaf Kindlein, schlaf! Endlich!!!

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Hallo liebe Wolke,
war heute Sonntag?
Ich komme mit den Wochentagen immer so schrecklich durcheinander. Seit dreieinhalb Jahren. Was (unter anderem) an den Einschlafproblemen meines kleinen Lebens liegt.

Struktur

Struktur ist wichtig.
Sehr, sehr wichtig.
Vor allem für Kleinkinder ist Struktur ja quasi das Wichtigste überhaupt.
Mein kleines Leben findet das auch.
Deswegen steht sie jeden Tag pünktlich um vier Uhr an meinem Bett.
(Sagt man da eigentlich schon „Morgen“? Oder ist das noch nachts?)

Jedenfalls bin ich heilfroh, dass der Morgenappell mittlerweile anders abläuft als in den vergangenen Jahren, als mein kleines Leben wie eine Sirene schrillend in meinem Schlafzimmer stand und mich, ein wenig unsensibel, direkt aus der R.E.M-Phase ins Diesseits holte.
Da wusste ich für eine Viertelstunde meist erst gar nicht, wo ich bin, wer ich bin, und was dieses quietschende Kind da verloren hatte, das halb auf mir drauf hing und nur durch den Schlafsack daran gehindert worden ist, sich den besten Platz in meinem Bett zu sichern.

Glück!

Ein Glück ist das heute anders.

„Mammmaaa? Kann ich zu dir ins Bett?“, 4.02 Uhr.
„…mrpf… klar… schnarch…“

Ich werde dann immer sehr subtil von kleinen Kinderhänden und Patschefüßen so lange zur anderen Seite geschoben, bis mir von meinem 1,40m Bett noch ungefähr zehn Zentimeter Liegefläche übrig bleibt. Reicht doch. Kopfkissen habe ich nach drei Minuten auch keins mehr und den äußersten Deckenzipfel halte ich tapfer umklammert.

Ehrlich, ich habe nichts dagegen, dass mein kleines Leben in meinem Bett schläft. Zugegeben, es ist schon schön, zumindest mal für vier, fünf Stunden nur für sich, mit seinen Träumen und seiner Tiefschlafphase zu sein. Aber es könnte trotzdem kuschelig sein. Könnte.
Wäre da die liebe Struktur nicht.

„Mama? Kann ich bitte was zu trinken haben?“
„mrpf…versuch… zu… hrrrrr… schlafen!“
„MAMA! Ich verdurste gleich!“

Nachdem ich mir sämtliche Zehen an sämtlichen Türrahmen im Dunkeln angestoßen habe, falle ich wieder in meinen Bettenschlitz und meine Dreijährige stillt ihren Durst. Glücklicherweise fällt es nicht auf, dass es nicht der rosafarbene Becher war.

„Jetzt…schlafen wir… noch ein bisschen!“
„Ok, Mama!“

Wir halten Händchen.
Ach, ist das Leben schön!
Gleich darf ich noch mal träumen.
Der Atem meines kleinen Lebens geht ruhig, sie dreht sich auf die Seite.
Oh wie wunderbar, ich merke, wie mein Schlaf wieder zu mir zurückkehrt.

Jetzt ist sie bestimmt eingeschlafen, ich entspanne.

Eine ruckartige Bewegung, sie streichelt wieder meine Hand.
Gut, falscher Alarm. Aber sicher wird es gleich was.
Sie kramt noch ein bisschen mit ihren Beinen herum.
Hoffentlich verliert sie jetzt keine Socke!
Hoffentlich verliert sie jetzt keine Socke! Bittebitte!
Nein, jetzt wird es was. Ganz sicher.
Jetzt aber!
Zwei Minuten herrscht wieder Ruhe, ich bereite mich auf meine Schlaflähmung vor.
Struktur ist ganz wichtig.

„Mama?…“

Das Einschlafen meines kleinen Lebens ist in etwa so wie auf einen Orgasmus zu warten. Entschuldige den Vergleich, liebe Wolke, aber mir kommt das einfach jedes Mal in den Sinn.

***************
„Oh… uh… oh… stöhn… stöhn…!“
… … … „Was wollte ich gleich noch mal morgen einkaufen?“

Ach, egal.

„Mhhh…uh…ohhhh…stöhn…!“
… … … „Ach, ja, Essigreiniger!“

Manno. Jetzt aber.

„Stöhn… stöhn… OHHHH… Oohhhohh…!“
… … … „…ich muss meine Mutter morgen unbedingt daran erinnern, dass…!“

Vorbei. Aus die Maus.
******************

Einschlafprobleme

So verhält sich das auch mit dem Einschlafen meines kleinen Lebens.
Immer wenn ich denke „JETZT ABER!“, dann war es zwar fast soweit, aber am Ende klappt es doch nicht.

Also stehen wir irgendwann gegen halb Sechs auf, machen Frühstück, putzen Zähne, ziehen uns an, schauen noch die „Sendung mit dem blauen Elefanten“ und dann geht’s weiter mit den großen und kleinen Katastrophen, die ein Tag so zu bieten hat.
Hauptsache, wir haben die Struktur nicht außer Acht gelassen, denn die ist enorm wichtig. Und dann ist es auch schnurzpiepegal, welchen Tag wir haben. Ich kann’s mir ja eh nicht mehr merken.

Tschüß, liebe Wolke, und starte gut ins Wochenende (oder in die neue Woche, oder besser: morgen in den neuen Tag, damit kann man nichts falsch machen.)!


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Kategorie Briefe an die Wolke, Kleinkind, Leben mit "besonderem" Kind, Mama sein

Hallo, ich bin Susanne! Ich erzähle euch hier als alleinerziehende Mama einer etwas „anderen“ Vierjährigen von unserem, oft, schrägen Alltagswahnsinn. Und ich möchte euch zeigen, wie man vielleicht nicht alles, aber vieles, mit Humor sehen kann, damit das Leben ein bisschen leichter wird. Ab und zu schreibe ich auch über die Liebe, nicht nur weil „Patchwork“ so ein toller Modebegriff ist. ;)
Und seit Neuestem designe ich ein bisschen was für euch; für Blogger und Kinder – und mal schauen für wen noch. :)

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9 Kommentare

  1. Hi Susanne!
    Ich habe gerade seinen Artikel gelesen und habe herzhaft gelacht.

    Bei uns verläuft es ähnlich mit unserer Prinzessin. Ich weiß gar nicht mehr was durchschlafen bedeutet und wie sich das anfühlt.

    Übermüdete Grüße an dich!

    • Liebe Uli,
      …oh, ich fühle mit Dir! Es wird ein bisschen besser mit der Zeit (ein Glück wird es das wirklich!) und ich wünsche Dir ganz viel Kraft und: halte durch!
      Gute (!) Nacht und alles Liebe!
      Susanne

  2. Pingback: Mamas Mattheit (Tipps gegen die Erschöpfung 2.0)

  3. Pingback: Wie man Monster zähmt. (Angst 2.0) – Hallo liebe Wolke

  4. Ein wunderbar humorvoller Artikel 🙂
    Da sind wir mit unserer Frühaufsteherin ja noch gut bedient (sie wacht so gegen 5Uhr/ 5:30Uhr auf).

    Ich dachte WIR hätten Schlafprobleme

    Dann mal gute Nacht!

    Viele Grüße
    Julia

    • Danke, Julia! 🙂
      Ich finde allerdings Fünf oder Halb Sechs immer noch sehr sehr (sehr!) früh, deswegen bin ich froh, dass ich nicht allein mit meinem „frühen Vogel“ dastehe. 😉
      Schlaft schön – und irgendwann ist sicher auch diese Phase vorbei.
      Alles Liebe
      Susanne

  5. Sehr schöner Vergleich!
    Jetzt stell Dir mal vor, du hast drei Kinder und lebst das Familienbett, da kommste aus dem ganzen Kommen gar nicht mehr raus ;D

    …obwohl ich schon aufpassen muss, dass ich der Lieblingspuppe nicht regelmäßig den Kopf abreisse, bis ich meinen Ärger über die verlorenen Schlafstunden überwunden -und die Akzeptanz darüber erreicht habe.
    Wenn dann die Müdigkeit in alberne Überdrehtheit übergeht, ist das praktisch wie der Joint danach…

    ich sollte halt auch früher ins Bett gehen…jetzt zum Beispiel.

    Gute Nacht 🙂

  6. Der Vergleich passt gut, finde ich.
    „Man muss nur wollen“ , fand ich schon immer einen blöden Spruch Außerdem kan deine Tochter ja nichts für ihr geringes Schlafbedürfnis und du nichts für dein höheres.
    Aber was , mal ganz blauäugig gefragt, spricht dagegen, abends das Lieblingsgetränk, den rosa Becher und den blauen Elefanten startklar im Laptop auf dem Nachtisch zu parken?
    Und du schläfst dann friedlich, mit einer Elefantengeschichte im Hintergrund, ab und an aus dem rosa Becher betropft.
    Bei uns lief das über Jahre ziemlich strukturiert ab.
    Alles Liebe
    Natalie

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