Ein Einhorn und der Bandwurm namens Schorsch

Einhorn to go Verkleidung1horn2go

Hallo liebe Wolke,
bist du manchmal albern?
Ich sage dir was: Albern zu sein, kann Leben retten. Es ist nicht immer einfach, das Leben. Manches kann einem ganz schön auf die Nerven gehen. Es gibt einiges, das macht einem so richtig miese Laune. Und über vieles kann man sich den Kopf zerbrechen, bis es einem ganz schwindelig und das Herz ganz kalt wird und nur noch ein kleiner, madiger Klumpen Irgendwas davon übrig ist. Ich erzähle dir heute die Geschichte vom Einhorn und dem Bandwurm namens Schorsch – und dann kannst du selbst entscheiden, ob es nicht ab und zu besser ist, albern zu sein statt sich selbst Stunk zu machen.

Die letzten zwei Jahre

Die letzten zwei Jahre drehten sich bei mir überwiegend um zwei Themen: Kindererziehung (und zwar die richtige Art, man will ja nicht schon in den ersten drei Lebensjahren seiner Tochter alles versauen, was später nicht mehr auszubügeln ist), und Depressionen (diese inkludierten Probleme, Probleme, Probleme. Die reinste Therapiesprechstunde war ich. Unentgeltlich, versteht sich. Im Gegenteil; ich hab noch draufgezahlt. Und es ging nicht um meine Depressionen, weil ich schließlich – und Gott sei gedankt – keine habe).

Jedenfalls kroch hier so manches mal ein unsäglicher grauer Dunst in meine Wohnung, und in mich selbst, dass ich ab und an ganz vergesslich wurde. Wie Leichtigkeit sich anfühlt. Und das Albernsein.
Manchmal hatte ich nicht mehr die richtige Kraft, nicht mehr die richtige Stimmung dafür. Kennst du das, liebe Wolke, wenn du gern witzig wärst, aber dir der Witz irgendwo stecken bleibt, in dir drin, und du ihn nicht mehr rauslassen kannst, weil es sich unangebracht anfühlt?
Dabei bin ich gern albern, das kommt selbst bei einer Mutter vor, die vielleicht mehr Contenance haben müsste, als ich sie hin und wieder habe. Der graue Dunst ist weg, und mir wächst gerade wieder so ein kleines Spaßhörnchen auf dem Kopf. Sehr passend zum allgegenwärtigen Thema: Einhorn.

Glitzerpupse und Einhörner

Wohin ich gehe, ich sehe entweder „Die Eiskönigin“ oder Einhörner. Das ist der absolute Renner, der Megaoberknaller in allen Marketingabteilungen dieses Erdballs. Und warum?
Schau dir doch mal die Welt an, liebe Wolke. Irgendwie brauchen wir wohl alle eine temporäre Einhornwelt mit nach Rosen duftenden Glitzerpupsen und mit wunderschönen Königinnen, die lernen, dass nur Liebe das Eis zum Schmelzen bringen kann.

Glitzerpupstag

Heute war einer dieser Glitzerpupstage. Heute habe ich Tanja getroffen, vom Blog „Krümel und Chaos“. Es ist schon erstaunlich, wie viele Menschen, die nicht nur gut schreiben können, sondern obendrein noch wirklich sympathisch sind, man über das Bloggen kennenlernen kann. Um dich jetzt nicht mit internen Details zu langweilen, liebe Wolke:
Starbuckskaffee, Schnack, Shoppingmall.
Mein kleines Leben hatten wir mit im Schlepptau und sie hat sich wacker geschlagen, das ist nicht selbstverständlich, und darauf bin ich ziemlich stolz.

Peppi, der Clown.

In der Fußgängerzone trafen wir einen Clown. Nennen wir ihn „Peppi“, weil Clowns ja meistens Peppi heißen. Oder so ähnlich jedenfalls. (Nebenbei bemerkt: Ich hasse Clowns. Clowns machen mir Angst, Clowns finde ich widerlich.)
Peppi war von oben bis unten mit Luftballons dekoriert – und selbstverständlich sprach Peppi uns an, weil mein kleines Leben dabei war. Kleinkinder sind für Clowns mit Pattex beschmiert, mit ultrastarken Magneten behangen und verfügen somit über unsägliche Anziehungskräfte.

„Soll ich dir einen Hund machen?“
„Au jaaaa!“
„In rosa?“
„JAAAA!“

Peppi knetete also für mein kleines Leben einen rosa Pudelballon und drückte ihn ihr sofort nach Fertigstellung in die Hand.
Ich kramte in meinem Geldbeutel und suchte einen Euro. Ich dachte mir, wenn Peppi schon so nett ist, dann soll er auch dafür (und für den Materialaufwand) entlohnt werden. Versteht sich.

„3 Euro!“, sagte Peppi zu mir.

WTF?

Wieso nicht gleich 50 oder 100 Euro? Ich hatte ja meine EC-Karte dabei.
Drei Euro für einen Pudelballon, der unter einer Deformation der Ohren litt und ansonsten auch nicht für ein extravagantes Kunstwerk herhalten konnte? DREI EURO?
Zwei Möglichkeiten.
Entweder Peppi sollte den Pudel, Bitteschön, gefälligst behalten.
Folge: Ohrenbetäubendes Geschrei der Dreijährigen.
Oder ich bezahlte.

Ich bezahlte.

Ist das nicht unglaublich? Das war doch die reinste Trickbetrügermasche. Ich überlege mir ernsthaft, meine Jobsuche auf Clowntätigkeiten in der Fußgängerzone auszuweiten.

Fünf Meter weiter dröselte sich der Pudel auf.

„Maamaaa, du musst ihn reparieren, du schaffst das!“

Man wächst ja als Mama machmal über seine Fähigkeiten hinaus. Also drehte ich den Pudel wieder zusammen. (Ich bin ein verdammter Held.)

Bandwurm Schorsch

Als wir dann im H&M vor den „Einhörnern to go“ (Danke an Tanja für diese wunderbare Bezeichnung!) standen, und mein kleines Leben mit Elsa-Werbeartikeln abgelenkt war, ging dem Pudel die Luft aus.

Bandwurm schorsch Ballon Pudel Rosa

Bandwurm Schorsch

Jetzt verstand ich: Es war kein Pudel, es war Schorsch.
Schorsch, der Bandwurm.
Welch genialer Schachzug! Ein Pudel, der sich innerhalb von zehn Minuten in einen Bandwurm verwandelte.
Das wollte ich Peppi mitteilen, und gratulieren, aber als wir auf der Fußgängerzone ankamen, war Peppi über alle Berge. Mit meinen drei Euro.

Einhorn

krümel und chaos hallo liebe wolke bloglove

„Hallo liebe Wolke“ und „Krümel und Chaos“

Zum Abschied bekam ich ein „1horn2go“ geschenkt.
Und dann musste ich herzlich lachen, ich habe meine Albernheit gespürt, wie selten in den letzten zwei Jahren. Das war ganz schön toll.
Ich glaube, das trage ich nun öfter. Und ich glaube, liebe Wolke, Schorsch wird es gut bei uns haben.

Flieg schnell weiter!

Kategorie Bloglove, Briefe an die Wolke

Hallo, ich bin Susanne! Ich erzähle euch hier als alleinerziehende Mama einer etwas „anderen“ Vierjährigen von unserem, oft, schrägen Alltagswahnsinn. Und ich möchte euch zeigen, wie man vielleicht nicht alles, aber vieles, mit Humor sehen kann, damit das Leben ein bisschen leichter wird. Ab und zu schreibe ich auch über die Liebe, nicht nur weil „Patchwork“ so ein toller Modebegriff ist. ;)
Und seit Neuestem designe ich ein bisschen was für euch; für Blogger und Kinder – und mal schauen für wen noch. :)

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5 Kommentare

  1. Pingback: Ein Mops namens Horst - der imaginäre Freund

  2. Pingback: Krümels Rundblick (7) - Krümel & Chaos

  3. Clowns! Ich hab auch Angst vor denen! Wir haben hier auch so einen Peppi, allerdings riecht er meilenweit nach Alkohol und spricht mir einem sehr transelvanischen Akzent: Baaallloooonnnn? Die Kinder wollen immer keinen und lieber schnell weg! Komisch oder? ( aber so spart man Geld )

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