Eine Geschichte über das Finden, das Lieben, das Verlieren. (Der Herzwaffeleisenmann Teil II: Leichtigkeit)

Liebe Leichtigkeit Strand Verliebt seinEine Insel.

Hallo liebe Wolke,
hast du das gelesen?
Ein paar Menschen wollen wissen, wie es weiterging.
Mit dem Herzwaffeleisenmann. Den ich im Internet kennenlernte, auf dieser Partnervermittlungsplattform. Vor fast zwei Jahren.
Ich möchte den Herzwaffeleisenmann ab heute „O.“ nennen und ich erzähle dir heute von meiner Leichtigkeit.

Eine Liebesgeschichte im Mai

Es war Mai.
Es schien die Sonne.
Und es war außergewöhnlich warm an diesem Tag im Mai, als wir uns das erste Mal trafen. Zum Picknicken.

Frei sein

Mein kleines Leben war gerade zwei Jahre alt geworden, und ich hatte beschlossen, dass einem Mann, der mich kennenlernen wollte, bewusst sein musste, dass ich eine kleine Tochter habe. Dass er nicht nur meine Macken kaufen musste, wenn er mich lieben wollen würde, sondern auch mein Kind.
O. hatte selbst zwei Kinder, ich ging also davon aus, dass er wissen würde, worauf er sich einließ, dass ich nicht frei von Verantwortung war, nicht frei in meinen Entscheidungen, sondern dass, egal was ich auch jemals tat und tun werde, immer im Sinne meiner Tochter sein würde. Und wenn es bedeuten würde, für den Rest meines Lebens partnerlos zu bleiben. Denn mein kleines Leben ist mein Herz, mein kleines Leben ist der einzige Mensch auf dieser Erde, dem meine bedingungslose Liebe gehört und der einzige Mensch, dem ich für immer glauben werde, dass er mich liebt.
Anders sollte es mit O. werden. Aber das wusste ich damals nicht.

Als er in mein Leben trat

In meinem Herz gab es damals diesen kleinen, unausgefüllten, Platz, den ich für einen Mann reserviert hatte, falls noch mal ein Mann in mein Leben treten sollte. Und er trat.

O. trat in dem Moment neben mein Auto, das ich vor dem Park in eine Lücke gezwängt hatte, als ich den Buggy aus dem Kofferraum und mein kleines Leben aus ihrem Sitz wuchtete. Ich kannte das, ich tat seit zwei Jahren all diese Dinge allein. Alles Wuchten und Heben und Schleppen und Organisieren, alles.
Ich sah O.s Lächeln, das aufrichtig und mir irgendwie vertraut vorkam, und ich wusste innerhalb von 10 Sekunden, dass er es sein könnte. Dass ich ihn verstehen können würde, dass wir irgendwie gleich klingen könnten.

Erinnerungen

Es war ein schöner, warmer Tag im Mai, ich erinnere mich gern zurück, an die Gespräche, an die Seifenblasen, die er meinem kleinen Leben mitbrachte, an das Gefühl, neben ihm auf der Picknickdecke zu sitzen, an den Prosecco und die Gläser, die er aus seiner Umhängetasche zog, an die Herzwaffeln, die ich hervorzauberte und daran, dass wir so unglaublich schön lachen konnten. Gemeinsam.
Ich erinnere mich an meine Leichtigkeit, die angeflogen kam, mit dem frühsommerlichen Windhauch. Ich erinnere mich.
Und dann, als der Nachmittag fast vorbei war, und O. für mich den Buggy den Berg hinaufgeschoben und für mich mein kleines Leben in der Schaukel auf dem Spielplatz angeschubst hatte, als er ihr für mich auf die Rutsche geholfen hatte, als der Nachmittag also vorbei war, sagte O. zu mir, er würde mich so gerne wiedersehen. Und dass er mich toll finden würde. Das sagte er wirklich! Ich wusste nicht, wann ich mich zuletzt so wunderhübsch gefunden hatte, und mein kleines Herz hüpfte ziemlich doll sehr an diesem warmen Tag im Mai.

Bekenntnisse

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Viele Küsse.

Irgendwann, sehr bald, folgte ein sehr lustiger Abend mit Rotwein, es folgte ein Kuss, aus dem viele Küsse wurden, es folgte ein Bekennen.
Zu mir.
Selten war ich glücklicher, als in diesen Tagen, mit meinem eigenen Leben, mit meinem eigenen Schicksal, nach einigen Zeiten, die sich in mich hinein gebrannt hatten und die ich lieber vergessen wollte.
Ich hatte große Hoffnung, den kleinen Platz in meinem Herzen nicht länger freihalten zu müssen. Und dort jemanden einziehen lassen zu dürfen.

Denn, und ich sagte es bereits:
Ein Herz will nicht immer nur mutig und stark sein.

Ankündigungen

Ich quoll über vor Verliebtheit und Glück und fand alles viel leichter; meinen Alltag mit meinem kleinen Leben, ich tanzte noch öfter mit meiner  Tochter als sonst schon, ich genoss den Sommer, Ausflüge, die Sonne, eine Insel, einen Arm, der mich in der Nacht festhielt und mir Sicherheit schenkte, und in dem ich mich ausruhen durfte. Ich genoss Ankündigungen, die von Ringen erzählten, von gemeinsamen Fotos, von einem gemeinsamen Leben, und so etwas wie eine Familie.
Eine Familie!

Hürden, Umwege, Steine

Dass alles nicht so bleiben würde, hätte ich mir denken können. Denn in meinem Leben ging nie etwas geradeaus, in meinem Leben gab es immer große Steine, Absperrungen, Hürden und Umwege. Aber ich hatte daran geglaubt, weil ich auch sicher war, dass es das Leben (oder das Schicksal) einmal gut mit mir meinen würde, was diese Dinge angeht.

Meine Leichtigkeit

Trotzdem mag mein Herz immer noch nicht mutig und stark sein. Es möchte sich einfach nur ein bisschen sicher fühlen und beschützt werden. Aber das mit dem Beschützen, das kann ich ganz gut. Das habe ich für mein kleines Leben gelernt.
Und dann ist meine Leichtigkeit mit dem Herbstwind fortgeflogen, vielleicht hat sie auch jemand mitgenommen, obwohl ich sie sehr mochte und sie nicht gehen lassen wollte.

Wohin sie, meine Leichtigkeit, geflogen ist, und ob sie je wieder zurück kam, ob O. sie hat auffangen können, wie einen Drachen bei Windstille, das erzähle ich dir beim nächsten Mal, liebe Wolke.

Ich schicke dir sehr müde Grüße, und hab einen guten Flug!

Kategorie Briefe an die Wolke, Liebe, Mama sein

Hallo, ich bin Susanne! Ich erzähle euch hier als alleinerziehende Mama einer etwas „anderen“ Vierjährigen von unserem, oft, schrägen Alltagswahnsinn. Und ich möchte euch zeigen, wie man vielleicht nicht alles, aber vieles, mit Humor sehen kann, damit das Leben ein bisschen leichter wird. Ab und zu schreibe ich auch über die Liebe, nicht nur weil „Patchwork“ so ein toller Modebegriff ist. ;)
Und seit Neuestem designe ich ein bisschen was für euch; für Blogger und Kinder – und mal schauen für wen noch. :)

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9 Kommentare

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  4. Vielen Dank für diese Fortsetzung.
    Du hast mal wieder einen tollen Text verfasst, der wie die Einführung einer Nicholas Sparks Verfilmung klingt.
    Also ich würde diesen Film gern sehen – aber erst einmal das Buch dazu lesen 😉

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