Ich werde verrückt! *hysterisches Lachen*

Ich werde verrücktBloß nicht untergehen!

Hallo liebe Wolke,
weinst oder lachst du lieber?
Bescheuerte Frage.
Dass mein Leben schräg ist, das ist mir ja schon etwas länger klar, da ist es fast eine kleine Sensation, wenn mal was glatt läuft und nicht einen völlig behämmerten Verlauf nimmt. Verrückt eigentlich. Und manchmal weiß ich einfach wirklich nicht, ob ich darüber lachen oder weinen soll.

Die Wahrheit über mein Leben Teil II

Vorstellungsgespräche

Letzte Woche führte ich ein, sagen wir, sehr interessantes Vorstellungsgespräch.
Eigentlich wollte ich ja nicht darüber schreiben, wer weiß, wer das hier liest, vielleicht steht irgendwann der Mossad vor der Tür oder ich habe eine Haftmine unterm Auto kleben, da muss man schon vorsichtig sein.
Zwar weiß ich bis heute nicht, was diese Firma eigentlich so den lieben langen Tag macht und warum sie überhaupt eine Stelle in meinem Berufsfeld ausgeschrieben hatte, aber für Verschwörungstheorien und eine eindeutige politische Tendenz – dafür hatte dieser Geschäftsführer einen großen Faible. Oder sagt man „Fimmel, kranken“?

Hallo Geheimdienst!

Zweieinhalb Stunden hörte ich mir alles UnMögliche über die Flüchtlingspolitik, die Diktatoren dieser Welt, Geheimdienste, Missstände in Deutschland, und erwähnte ich schon die Flüchtlingspolitik?, an, während die Mappe mit den Referenzen, die sich so im Laufe meiner „Karriere“ angesammelt haben, auf dem Milchglaskonferenztisch in einen tiefen Schlaf fiel.
Irgendwann, nach 20 Minuten ungefähr, hörte ich nur noch ein braungefärbtes Blabla gepaart mit einem leisen Schnarchen. Nach 45 Minuten vermutete ich, dass mich gleich die „Versteckte Kamera“ befreien und ich erleichtert Aufatmen können würde. Passierte aber nicht.
Nur ein etwas moppeliges Emo-Mädchen mit neongrünen Haarsträhnchen, Fingernägeln so lang wie Salzstangen und Motiv-T-Shirt betrat ungefähr acht Mal den Besprechungsraum, um den Kopierer zu bedienen, der genau eine Handlänge von mir entfernt stand. Zum Trinken gab es auch nichts, dabei hätte ich nach anderthalb Stunden ganz gut einen Schnaps vertragen können.
Ich sagte bis auf „Guten Tag“ und „Auf Wiedersehen“ (also bestimmt nicht!) übrigens nichts. Eigentlich hätte ich nach fünf Minuten gehen sollen, aber wer weiß schon, wie das mit dem Mossad, KGB, CIA und den Haftminen (und das Jobcenter nicht zu vergessen!) so ist? Da bleibt man wohl besser höflich und freundlich.
Den gesamten Weg nach Hause habe ich etwas hysterisch gelacht. Ansonsten hätte ich nämlich weinen müssen.

Entdeckungsreisen

Apropos weinen:
Das Jobcenter schickt mich ab Freitag auf eine längere „Entdeckungsreise zu meinen verlorenen Ressourcen und Fähigkeiten“; dazu wurde ich „herzlich eingeladen“. Finde ich lieb, ich mag ja herzliche Einladungen!
Eine Maßnahme, damit ich endlich mal raus bin aus der ganzen Statistik, das sehen Statistiker gern. Ich, ehrlich gesagt, nicht so, aber es ist schön, dass die Ressourcen, die ich offensichtlich verloren habe, im Jobcenter sind. Mann! Das hätte man mir doch auch schon mal eher sagen können! Blöd ist nur, dass die Traum…äh…Entdeckungsreise wochentags bis 16.30 Uhr dauert und der Kindergarten um 16.30 Uhr schließt. Aber ich bin mir sicher, dass die freundlichen Mitarbeiter nicht nur meine Ressourcen im Aktenschrank haben, sondern auch einen Teleporter, mit dem ich mich ganz fix hin und her beamen kann. Oder eine hausinterne Kinderbetreuung.
Und wer weiß, vielleicht hänge ich danach das Schreiben und meinen erlernten Beruf an den Nagel, um medizinischer Bademeister zu werden. Oder Politesse. Oder Maler und Lackierer. Ist ja auch ein kreativer Beruf. Ach, herrlich, Reisen finde ich großartig.

Verjüngungskur

Großartig war übrigens auch eine E-Mail, die ich bekommen habe.
Man kennt das ja: Die indischen Finanzbosse, die einem ab und zu schreiben, dass das Geld (das ich nach der Jobcenter-Maßnahme wahrscheinlich in Schubkarren nach Hause schieben werde) bei ihnen am allerbesten aufgehoben ist. Oder die Gewinnspielfritzen, die einem mitteilen, dass man ungefähr 12,8 Milliarden Dollar gewonnen hat, wenn man auf den Link im Anhang klickt.
Gestern allerdings erhielt ich eine sehr interessante Mail einer Doktorin, die mir anbot, meine Vagina verjüngen zu lassen.
Ich denke mir das so oft: „Mann, Susanne, deine Vagina, die bräuchte aber jetzt wirklich mal eine Verjüngungskur. Geburt, Ende 30, da ist da unten ja nicht mehr allzu viel los, da muss man wirklich mal etwas unternehmen!“
Und ich meine, wer kennt das nicht? Da flitzt man doch täglich mehrmals mit dem Spiegel rum und kann quasi an nichts anderes mehr denken, als sich seine Vagina wieder auf Vordermann bringen zu lassen. Vielleicht ist ja das die Lösung aller Probleme. Auch für die Missstände in Deutschland. Irgendwo muss man doch mal anfangen!

Verrückt

Ein Glück bekommt mein kleines Leben von all dem noch nichts mit. Manchmal bin ich ja sogar ganz froh, dass mein Leben so verrückt ist, denn sonst hätte ich doch gar nichts zu erzählen – und das wäre fast so etwas wie langweilig. Fast.

Ich glaube, liebe Wolke, ich bleibe beim Lachen, denn zu viel Weinen produziert nur Falten – auch wenn ich jetzt eine Top-Adresse für eine Verjüngungskur an der Hand habe (dabei mag ich meine Vagina eigentlich genau so wie sie ist). Vor den Geheimdiensten habe ich nun doch ein bisschen Angst bekommen, aber die Entdeckungsreisen werden mich sicher ablenken und für gute Stimmung sorgen; schließlich werde ich dann endlich wissen, was meine Fähigkeiten sind.
Verrückt.

Hab einen angenehmen Flug, meine Wolke, und pass gut auf dich auf!


Abonniere doch die Wolke, dann verpasst Du keine unserer Reisen mehr. 😉
Melde Dich einfach mit Deiner E-Mailadresse hier an und die Wolke sendet Dir Post, wenn es etwas Neues gibt.
☁  Wolke abonnieren.

Sind wir eigentlich schon Freunde?

Facebook Hallo liebe Wolke

Kategorie Alleinerziehend, Briefe an die Wolke, Gesellschaft

Hallo, ich bin Susanne! Ich erzähle euch hier als alleinerziehende Mama einer etwas „anderen“ Vierjährigen von unserem, oft, schrägen Alltagswahnsinn. Und ich möchte euch zeigen, wie man vielleicht nicht alles, aber vieles, mit Humor sehen kann, damit das Leben ein bisschen leichter wird. Ab und zu schreibe ich auch über die Liebe, nicht nur weil „Patchwork“ so ein toller Modebegriff ist. ;)
Und seit Neuestem designe ich ein bisschen was für euch; für Blogger und Kinder – und mal schauen für wen noch. :)

Ihr findet mich auch bei Facebook, Instagram oder Pinterest. Übrigens. Besucht mich doch mal dort. Würde mich freuen!

7 Kommentare

  1. Pingback: Hosenscheißer (Entwicklungsrückschritt & andere Katastrophen)

  2. Liebe Susanne,
    ich habe deine kleine Wolke vor ein paar Tagen entdeckt und direkt abonniert und jedesmal macht mein Herz einen kleinen Hüpfer, wenn ich Post von dir im Postfach habe!
    Es ist so schön, deinen Blog zu lesen, es erhellt meinen Tag!

    Mach bitte so weiter!
    Anna

    • Liebe Anna,
      es freut mich so sehr, dass Du die Wolke gefunden und sogar abonniert hast! 🙂
      Danke für Dein großes Kompliment, hab einen schönen Tag und alles Liebe! <3
      Susanne

  3. Melanie

    Erinnert mich sehr an die Behörden bei Asterix und Obelix… kann ich verstehen das man hysterisch lachen muss. Ich bin begeistert. Ich glaube ich hätte geheult. Fühle dich gewertschätzt und mal ganz feste gedrückt.

    • 🙂 haha, Asterix & Obelix wäre mir nicht eingefallen! Joa: Lache, wenn’s nicht zum Weinen reicht. Sang mal Grönemeyer und daran halte ich mich einfach mal. 😉 Sei umarmt!

Kommentar verfassen