Jim Pandzko muss die Welt retten (Wenn man ausgelacht wird.)

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Hallo liebe Wolke,
schaust du viel Fernsehen?
Seit Montag läuft auf Kika um Viertel vor Sieben eine Sendung, die direkt aus meinen Alpträumen auf die Flimmerkiste projiziert wurde: Teletubbies. Teletubbies hasse ich noch mehr als Kikaninchen. Übrigens. Der lachende Kinderkopf ohne Körper, der jeden Moment zu explodieren droht, grenzdebile „Dialoge“; all das ängstigt mich. Hat unsere Gesellschaft überhaupt eine Chance, nicht komplett zu verblöden? A-ooo-winke-winke.
Manchmal, wenn ich nicht um 21 Uhr bereits auf dem Sofa eingeschlafen bin, schalte ich trotzdem den Fernseher ein, um mich bedudeln zu lassen. Ab und zu will man ja nicht mehr nachdenken. Außerdem hat Kika dann Sendeschluss, und neulich habe ich was von Jim Pandzko feat. Jan Böhmermann gesehen.

Tim Bendzko

Mein kleines Leben liebt nicht nur Kikaninchen, sondern auch Tim Bendzko. Vielleicht, weil er ein bisschen wie mein Bruder (der mit der blinden Second Hand Katze) aussieht, vielleicht weil sie die Texte versteht. Jedenfalls hat „Keine Maschine“ das „Ei-Ei-Ei-Eichhörnchen“-Lied von Platz 1 der Hitparade für Dreijährige verdrängt. Ich weiß, ehrlich gesagt, nicht, was besser ist.

»Mama? Ich lache dich jetzt aus!«
»Hö? Warum das denn?«
»Nur so.«
»Man lacht niemanden aus!«

Zeigefinger. Stille. Mein kleines Leben kratzt betreten die Leberwurst vom Brot, Tim Bendzko singt gerade von Wut und Euphorie. Quasi von unserem Alltag. Gepaart mit Luft und Fantasie.

»Pauls Mütze ist viel cooler als meine. Die hat Streifen! Meine ist zum Auslachen.«, flüstert mein kleines Leben traurig.
Da haben wir den Salat. Da liegt sie auf dem Küchentisch, die Bescherung. Und bohrt sich in mein Mama-Herz. Paul hat mein kleines Leben wegen der Grobstrickmütze mit Blümchen drauf ausgelacht. Ja, bittesehr, die Beckham Kinder würden sie nicht tragen, aber ist es nicht völlig schnurzpiepegal welche Mütze einer Mittelohrentzündung vorbeugt?!? Das geht ja früh los.
Und während ich noch über die pädagogisch wertvolle Strategie nachdenke, mit der ich Paul über das Leben aufklären möchte, dass ihm die Streifenmütze vom Kopf fliegt, erinnere ich mich daran, was ich neulich beim ZDFneo Magazin royale gesehen habe.

Jim Pandzko

Ehrlich gesagt, kann ich mit deutschen Liedern, Filmen, Schauspielern (usw.) nicht so viel anfangen. Das ist mein persönlicher Geschmack, es gibt ja sicher auch Menschen, die Kikaninchen großartig finden.
„Menschen Leben Tanzen Welt“ von Jan Böhmermann ist allerdings ein Kunstwerk. Ein kommerzielles zwar, aber ein (von Schimpansen kreiertes) Kunstwerk.
Irgendwo auf diesen Milliarden von Blogs, hatte ich letztens jemanden entdeckt (nennen wir sie Trudeliese), die ihren Lesern mit ungefähr zwei Millionen perfekt inszenierten Fotos die Durchsage macht, dass das Leben wunderschön ist – und dass sie mit dem Lied „Und wenn sie tanzt“ von Max Giesinger allen Alleinerziehenden dieses wunderschönen Lebens Mut machen möchte, Respekt zollt, und überhaupt, dass Tanzen eine gute Wahl wäre, um seine Sorgen zu vergessen.

Wohin soll ich denn tanzen?

Ich frage mich, bei dem Song, wohin ich denn tanzen soll. Woanders. Wo will ich denn sein, außer abends in meinem Bett oder vielleicht in Jake Gyllenhaals Armen? Ganz bestimmt will ich nach meinem alleinerziehenden Tag nicht barfuß durch New York laufen und ganz ganz bestimmt nicht alleine durch Alaska schwimmen. Schon mal was von Eisbären gehört?
Max Giesinger lacht mich aus. Dabei trage ich doch noch nicht mal eine Grobstrickmütze. So wie mein kleines Leben.

Im Übrigen habe ich auch den Eindruck, dass Trudeliese mich auf ihrem Blog belächelt, wenn ich ihre lückenlose Tagesdokumentation der Perfektion anschaue. Trudeliese hüpft morgens um 5 als Spaßrakete aus ihrem Bettchen, streckt sich einmal, streicht sich ehrfürchtigen Applaus ein und zeigt mir, dass ich doch schön dumm bin, wenn ich nicht tanze. Um woanders zu sein. Oder sogar wer anders. (Hä?) Danke für alles Frohe, Helle und für die Musik! Winke-winke.

Die Welt retten.

Nö, ich bin keine Spott-Maschine, die regelmäßig die Batterien im Rücken wechseln und das einzelne Zahnrad im Kopf ölen muss. Und ich will auch keine sein, nur damit es mir besser geht, weil ich anderen täglich mein Designer-Streifenmützchen präsentiere, um deren Selbstwert zu pulverisieren. Weil ich selbst keins habe. Trotzdem: Mama zu sein ist super und vermutlich die größte Aufgabe, die man haben kann. (Außer vielleicht die Welt zu retten.)
Als Alleinerziehende hilft tanzen nur gelegentlich. Übrigens.

„Menschen Leben Tanzen Welt“

Aber der nette Tim Bendzko hat schon recht mit seinem »Ich bin ein Mensch mit all meinen Fehlern.«
Perfektsein hat etwas teletubbie-haftes. Und wenn ich perfekt wäre, würde ich auch nur noch Streifenmützen tragen und mir morgens um halb Sechs die Fingernägel in fünf verschiedenen Farben lackieren und mit Glitzersteinchen bekleben, während ich Pancakes backe und mir einen Detox-Spinat-Sauerampfer-Cranberries-Smoothie mixe. Per Hand. (Nebenbei das Tanzen nicht vergessen!)
UND dabei all diejenigen auslache, die um diese Uhrzeit nur in der Lage sind, mit verquollenen Augen die Schnittchen für die Kita zu schmieren, ohne dabei wieder einzuschlafen.

Weißt Du, wie ich Auslachen finde, liebe Wolke?
Total uncool. A-ooooo!

Prima Flug für dich, meine Wolke.


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Kategorie Alleinerziehend, Briefe an die Wolke, Gesellschaft, Mama sein

Hallo, ich bin Susanne! Ich erzähle euch hier als alleinerziehende Mama einer etwas „anderen“ Vierjährigen von unserem, oft, schrägen Alltagswahnsinn. Und ich möchte euch zeigen, wie man vielleicht nicht alles, aber vieles, mit Humor sehen kann, damit das Leben ein bisschen leichter wird. Ab und zu schreibe ich auch über die Liebe, nicht nur weil "Patchwork" so ein toller Modebegriff ist. ;) Und seit Neuestem designe ich ein bisschen was für euch; für Blogger und Kinder - und mal schauen für wen noch. :) Ihr findet mich auch bei Facebook, Instagram oder Pinterest. Übrigens. Besucht mich doch mal dort. Würde mich freuen!

8 Kommentare

    • Sehr sehr gut, Dein Artikel!
      Ich find’s wichtig, dass man das zur Sprache bringt (auch wenn ich von der tieferen Materie „Blog & Monetarisierung“ noch nicht den wirklichen Plan habe.)… !

  1. Supi, Supi, Supi! Mehr fällt mir (nicht Alleinerziehende, mit Oma und Opa im Rücken, trotzdem von Schlafmangel gebeutelt-seit sieben Wochen 4-5x die stillend und zum 4x in diesem Winter krank) nicht ein…

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