Mamas Mattheit (Tipps gegen die Erschöpfung 2.0)

Mamas Mattheit Erschöpfung RosettenmeerschweinchenRosettenmeerschweinchen. Auch erschöpft.

Hallo liebe Wolke,
fühlst du dich auch mal schlapp?
Gestern bin ich mit dem Smartphone in der Hand eingeschlafen und hätte mir dabei fast einen Nasenbeinbruch zugezogen. Zugegebenermaßen kann man meine Nase auch fast nicht verfehlen; mit einer großen Nase findet man sich irgendwann ab, wenn einem nicht der Sinn nach Schönheits-Ops steht, und irgendwann macht man selbst Witze drüber. Worüber man übrigens auch scherzt, wenn man ein Kind erwartet, ist dieser Mythos, den man wirklich für fast unglaublich hält: Dass man für die nächsten zwanzig Jahre nie wieder vernünftig schlafen wird. Nie wieder. Never ever.

Domian

Dass man mit einem Säugling kaum noch schläft, das ist ja normal, das weiß quasi jedes Kind, da bereitet man sich mental drauf vor so gut es eben geht, macht seine Witzchen darüber und schaut schon mal, was nachts so im Fernsehen läuft. Ich hatte Glück: Als mein kleines Leben miniklein war, sendete noch „Domian“ nachts um 1 im Radio, den hatte ich seit Jahren nicht mehr gehört, aber zu der Zeit verpasste ich keine Folge. Domian, mein Stillbegleiter in der Nacht.

Man arrangiert sich irgendwie mit dem Schlafentzug, man funktioniert auch als Zombie mit Augenringen und Sekundenschlaf, man haut sich im Dunkeln überall die Zehen an, die Augenlider möchte man manchmal mit Streichhölzern daran hindern, herunterzufallen, aber man funktioniert den lieben langen Tag und die liebe lange Nacht. Das ist nicht nur möglich, sondern völlig normal. Der dritte doppelte Espresso macht es zwar nicht leichter, aber man schafft seine 24-Stunden-Schicht und es überkommt einen die leichte Ahnung, dass an dem Mythos womöglich doch was dran sein könnte.

Ein Königreich…

Mit der Zeit, wenn man schon ein Weilchen in seinem „Ich will nur mal fünf Minuten in Ruhe schlafen“-Königreich lebt und ein bisschen geübter wird in all diesen Dingen, dann fällt einem auf, dass (wie übrigens bei fast allen Kinderthemen) Eltern und Mütter auf verschiedene Arten mit ihrem persönlichen Schlafentzug umgehen.

Sieger!!

Es gibt Mütter, die tragen ihre Müdigkeit wie einen Orden am Revers, sie sind diejenigen, die am wenigsten geschlafen haben und die in der Krabbelgruppe oder beim Babyschwimmen oder auch noch auf dem Spielplatz um die wenigsten Stunden wetteifern. Und: Sie gewinnen immer.
Vielleicht, weil die anderen Mamas zu müde sind, um am Wettstreit der tiefsten Augenringe teilzunehmen, und sie schlicht und einfach vergessen haben, wie viel sie schlafen durften – und wie viel nicht. Vielleicht hat man aber auch einfach keine Lust darauf, den „Schlafloseste des Monats“-Orden zu ergattern.

Ist doch gar nichts…?!

Dann wiederum gibt es Mütter, die tun so, als ob der Fluch der Übermüdung an ihnen vorbeigegangen wäre und sie überhaupt nicht verstehen könnten, warum man hin und wieder wie ein ungekämmtes Rosettenmeerschweinchen in Schlabberhose beim Pekip oder morgens im Kindergarten erscheint und mit geöffneten Augen von einem Himmelbett träumt. Ja, diese Mütter gibt es auch, die hochglanzgestylt mit ihren Kindern herumhüpfen und niemals (never ever) müde zu werden scheinen. Wenn man sich ihre Facebook (Twitter, Instagram)-Timeline anschaut, dann möchte man bitterlich weinen, denn es scheint in ihrer Welt keine kotzenden Kinder, keine Trotzanfälle im Supermarkt, kein schlechtes Wetter (oder Laune), und vor allem keine Müdigkeit zu geben. Ich meine, vielleicht gibt es das ja wirklich. Wenn dem so sein sollte, dann bin ich verdammt neidisch. Ehrlich.

Die Wahrheit

Und dann – und ich glaube, so sind die meisten Mütter (Väter, Eltern), zumindest die, die ich kennengelernt habe – gibt es dann noch diejenigen, denen man ihre Müdigkeit hin und wieder ansehen kann, weil Mamasein einfach ein ziemlich fordernder Job ist, die ab und zu mal sagen, wie blöd und anstrengend sie es finden, nicht mehr ordentlich schlafen zu dürfen. Und das ohne in einen Wettkampf zu verfallen oder ohne so zu tun als ob die Welt ein flauschiges Regenbogenland wäre, ohne großartig zu jammern; sie sagen einfach die Wahrheit. Was übrigens ziemlich wohltuend ist. Habe ich festgestellt.

Mattheit und Erschöpfung

Mattheit und Erschöpfung macht einen nicht zu einer schlechten Mutter. Dauerhafte Übermüdung ist allerdings schlecht für einen selbst (ask me!), man wird unkonzentriert, man wird öfter krank, man fühlt sich manchmal einfach matschig. Man lässt beim unabsichtlichen Einschlafen sein Smartphone fallen und muss sich im schlimmsten Fall mit einem gebrochenen Nasenbein herumplagen.

Entlastung?

Es gibt Menschen, und zu denen zähle ich, die haben keine (also keine) Entlastung und keine Familie, die mal sagt: Bring das Kind zu mir/uns, damit du mal schlafen kannst.
Also muss man sich was anderes einfallen lassen, um den Akku wieder aufzuladen. Sich Gurkenscheiben auf die Augenringe zu legen, hilft da nur sehr bedingt. Und der Entspannungstee auch nicht. Aber ich habe mir ein paar Dinge angewöhnt, die mir helfen.

Tipps gegen die Erschöpfung und für Entspannung

1. Akzeptieren
Was sich im ersten Moment vielleicht total doof anhört: Sich einzugestehen, dass man erschöpft und müde ist, statt eine Schüppe oben drauf zu legen und die letzten Energieraketen zu starten, führt dazu, auf sich und seine Bedürfnisse zu hören.

2. Routine
Was bei meinem kleinen Leben klappt, müsste doch auch für mich funktionieren. Dachte ich so bei mir. Zum Lesen bin ich meist zu müde, aber im Bett zu liegen und noch zwei, drei Lieder zu hören, die mir gut gefallen, und dabei einfach mal an nichts zu denken und dabei durchzuatmen, das entspannt ungemein. Mich zumindest. Ein kleines Abend-Entspannungs-Ritual für sich selbst einzuführen hilft mir beim Abschalten.

3. Liegen lassen
Egal wie es in meiner Küche oder im Bügelwäschekorb auch aussehen mag: Ich lasse es liegen. Nicht für Monate, aber in dem Moment, wenn ich denke, ich bin müde, ich muss mich ausruhen, es ist mir gerade total egal wie es hier aussieht, ich lege mich hin. Vielleicht kommen ja die Heinzelmännchen in der Nacht.

4. Wecker stellen
Ja. Ganz recht. Ich stelle mir meinen Wecker. Zum Schlafengehen. Wenn mein kleines Leben endlich im Bett ist, dann fallen mir manchmal noch ungefähr dreitausend Sachen ein, die ich in Ruhe machen möchte. Mein Wecker erinnert mich daran, dass zwei Sachen auch reichen, und mein Schlaf wichtiger ist.

5. Lachen
So wie man irgendwann über seine zu große Nase witzeln kann, so kann man es auch, wenn man mal wieder wie das Rosettenmeerschweinchen aussehen sollte. Kein Mensch, und keine Mutter, ist perfekt, kann es nicht sein und muss es nicht sein. Übrigens. Lachen entspannt, das ist nichts Neues, aber man sollte sich hin und wieder dran erinnern, dass es wirklich stimmt. Und falls es nichts zu lachen geben sollte, was ja vorkommen kann, dann stelle ich mir ein Rosettenmeerschweinchen mit Haarausfall und großer Nase vor.

Heute, liebe Wolke, werde ich mein Smartphone ganz weit weg platzieren, meine Nase ins weiche Kissen drücken und vor allem: Schnell schlafen! Und die nächsten sechzehn Jahre krieg‘ ich auch noch rum!

Hab du auch eine enstpannte Nacht, meine Wolke!

 


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Kategorie Achtsamkeit, Briefe an die Wolke, Mama sein

Hallo, ich bin Susanne! Ich erzähle euch hier als alleinerziehende Mama einer etwas „anderen“ Vierjährigen von unserem, oft, schrägen Alltagswahnsinn. Und ich möchte euch zeigen, wie man vielleicht nicht alles, aber vieles, mit Humor sehen kann, damit das Leben ein bisschen leichter wird. Ab und zu schreibe ich auch über die Liebe, nicht nur weil "Patchwork" so ein toller Modebegriff ist. ;) Und seit Neuestem designe ich ein bisschen was für euch; für Blogger und Kinder - und mal schauen für wen noch. :) Ihr findet mich auch bei Facebook, Instagram oder Pinterest. Übrigens. Besucht mich doch mal dort. Würde mich freuen!

12 Kommentare

  1. Anastasia

    Meine kleine ist jetzt sechs Monate und meist bekommen wir es nachts gut hin mit dem schlafen. Natürlich ist es weniger Schlaf als ich früher hatte, aber mittlerweile habe ich mich etwas daran gewöhnt und wenn die Müdigkeit doch zuschlägt, dann gehe ich auch dann ins Bett, wenn sie schläft. Und Dinge wie Haushalt haben plötzlich nicht mehr den Vorrang, denn egal wie viel Zeit ich dafür habe, am Ende des Tages hat das Chaos die Wohnung wieder besiedelt. Seitdem versuche ich lieber jede Minute mit der kleinen zu genießen und zu akzeptieren, dass die Wohnung nie perfekt aussehen wird…
    Super Blog, du zeigst mir, dass ich nicht die einzige bin, die täglich mit der großen Herausforderung ‚Mama sein‘ kämpft.

    • Liebe Anastasia,
      Danke für Deine Nachricht, ich freu mich, dass Du die Wolke gefunden hast! 🙂
      Und: ganz genau, ich glaube, irgendwann hat man für sich selbst seine eigenen Prioritäten herausgefunden, und das, was einem gut tut. Und ich musste schmunzeln: Auch hier sieht die Wohnung am Ende des Tages wieder genau so aus wie morgens früh. 😀
      Alles Liebe für euch!
      Susanne

  2. Pingback: Schreien essen Kinderseele auf (Oder: Belohn' doch mal wieder!)

  3. Es wird besser. Ich schwör
    Kind 1 und 3 (Jungs) sind top Schläfer. Nr 3 sagt sogar mit Kuscheltier in der Hand ‚Ich Bett‘
    Bei Nr 2 (Mädchen) kann ich nun nach nur 3,5 Jahren auch sagen: ich schlafe mittlerweile öfters durch als nicht.
    Und Madame ist wohlgemerkt die Verkörperung von ‚ich bin nieeee müde, ich muss nieeee schlafen (‚gähn‘)‘
    Von daher: fühl dich gedrückt!

    • 😀 Ich bin gespannt, ob das jemals besser wird, aber Du machst mir Hoffnung! 😉
      Sei zurück gedrückt und eine gute (!!!) Nacht!

  4. Tinerine

    Baby Nummer 2 hat es geschafft, dass ich meine laaangen Haare abschneide und nun eine „pflegeleichte Kurzhaarfrisur“ trage. Und seither schaue ich beinahe täglich aus wie ein Rosettenmeerschweinchen, weil pflegeleicht leider nicht pflegeleicht bedeutet… ;))) Kuscheln und wuscheln und toben und raufen sind nicht gerade förderlich für den top durchgestylten Look – wohl aber für die Seele! Denn eine raufbegeisterte Mami ist mehr wert als eine, die ständig sagt „Vorsicht meine Haare!“! 😉 Den Blick in den Spiegel erspare ich mir allerdings… und wenn die Kids dann mittags eeendlich im Bettchen sind und mein Job dann erstmal erledigt ist, der Blick dann über Wäscheberge, überall verteiltes Spielzeug und sich türmendes Geschirr wandert, dann weiter zur Couch… siegt dann letztlich die Couch… und ich sinke nieder… nur eine kleine Auszeit… ein klitzekleines Nickerchen… nur 5 Minuten… uuund Maaaamaaaa… schon geht es wieder von vorne los… und der Spiegel kann warten… denn da sind 2 kleine Rabauken, die kuscheln und wuscheln und toben und raufen wollen…

    • Haha, Danke Tinerine, für Deine Nachricht und Deinen kleinen Bericht, der mich sehr an mich erinnert! 🙂
      Die Erfahrung: „Pflegeleicht ist nicht gleich pflegeleicht“ habe ich übrigens auch gemacht und das Sofa siegt hier auch immer, sofern die Möglichkeit besteht.
      Alles Liebe für euch und viel Spaß beim Kuscheln, Wuscheln, Toben und Raufen!
      Susanne

  5. Sehr schön zusammengefasst. Kleine Kinder sind ja wirklich was tolles, und ja, die Zeit geht so schnell vorbei, stimmt ja alles. Aber das Ausschlafen, das gemütliche und ruhige Frühstück und das ich-habe-am-Abend-genug-Zeit-für-das-was-ich-tun-möchte, vermisse ich ungemein und darauf freue ich mich ebenso sehr, sobald die Kleinen Große geworden sind.
    Ich muss mich aber auch immer selbstdisziplinieren, am besten vor 22 Uhr einzuschlafen, damit ich morgens ausgeschlafen genug bin. Sonst kann es auch passieren, dass ich in meiner Übermüdung ungerecht, gereizt oder unachtsam gegenüber meiner Familie bin. Das ist meine Verantwortung.
    Liebe Susanne, die Jahre gehen so schnell vorbei 😀
    Geh schlafen und träum recht schön.

    Beste Grüße

    Lucas

  6. Mein lieblingstipp…. gleich mit den Kinder einschlafen und nicht mehr aufstehen um dies oder dass zu tun (ist bei der Erschöpfung meistens das was ohne Absicht passiert).
    Danke für deinen Blog. Er spricht mir echt aus der Seele. <3

    • Liebe Denise,
      oh ja, das passiert mir auch häufiger und ist ein guter Tipp! Danke Dir sehr fürs Lesen und Deine Nachricht! <3
      Alles Liebe
      Susanne

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