Matsche im Kopf (Oder: Halber Hamster im Angebot)

Matsche im Kopf Haustier Halber HamsterHaustier?

Hallo liebe Wolke,
wie fliegt es sich so?
„Mama, du hörst mir gar nicht zu!“, schmollt mich mein kleines Leben an, als ich gerade den Kopf im Backofen habe, um die Fischstäbchen zu wenden und der Kartoffelbrei auf dem Herd blubbert verdächtig nach „zu heiß!“
Um ehrlich zu sein, hab ich bei der fünften Version von „Rotkäppchen in Kleinkindsprache übersetzt, 25. Auflage“ nicht mehr richtig zugehört und ich hätte mir lieber eine TK-Pizza in den Ofen geschoben, mich damit aufs Sofa gesetzt und die Füße hochgelegt, als abends noch ein einigermaßen gesundes Essen zuzubereiten. Die Möhrchen schreien, sie wollen aus dem Topf.
Und ich fühle mich, als hätte ich Matsche im Kopf.

Ich will ein Haustier!

Mir geistern so viele Gedanken in meinem Hirn herum. Auf der Arbeit fühle ich mich manchmal noch, als säße ich gerade in Klasse 1b und würde mit seitlich rausgestreckter Zunge versuchen, ein W zu schreiben. Oder ein Y. Ich weiß nicht mehr, was schwieriger war.
Zuhause komme ich mit dem Aufräumen fast nicht mehr hinterher und habe letzte Nacht geträumt, vom Wäscheberg angegriffen und verschleppt zu werden. Ins garstige Schmutzwäscheland. Schrecklicher Alptraum.
Ich denke mir außerdem, dass meine Tochter nun nahezu komplett von (nicht ganz) fremder Fremdbetreuung erzogen wird, denn viel Zeit haben wir nicht mehr miteinander. Und das gefällt mir nicht.
Und dann wird mir ständig diese Aufforderung, dieser (nachvollziehbare) Kleinmädchenwunsch, vor die Füße geworden: „Mama, ich will ein Haustier!“

Schneckelinchen

Haustier Weinbergschnecke

Schneckelinchen

Dabei haben wir doch Schneckelinchen.
Eine Weinbergschnecke auf dem Balkon wohnen zu haben, die alle fünf Tage mal mit einem Apfelrest gefüttert wird, und sie es sich dann wieder unter dem Beistelltisch gemütlich macht, das finde ich äußerst angenehm.
Ja, na gut, so richtig flauschig ist sie nicht und hört wohl auch nicht besonders gut, Kunststücke macht sie eher selten (vermutlich immer dann, wenn ich nicht hinschaue), aber dafür ist Schneckelinchen angenehm ruhig, kläfft nicht, kratzt nicht, und ist ein wirklich pflegeleichter Artgenosse. Ihre Häufchen sind quasi mikroskopisch klein, was insbesondere meine Tochter anfangs sehr interessant fand, und – Mann! – was ist Schneckelinchen biegsam! Perfekt. Ein perfektes Haustier, und sie will auch nicht mit ins Bett.

Alternative?

Meine Tochter allerdings, die wollte nun trotzdem lieber eine Katze.
Dass ich in die nächste Notaufnahme eingeliefert werden muss, sobald sich mir irgendetwas Fluffig-Flauschiges auch nur auf 50 Metern nähert, das interessiert natürlich nicht, da muss man durch, Mama stellt sich ja nur wieder an, aber nach einigem hin und her war die Katze passe.
Dafür sollte es dann aber bitte sehr ein Hund sein.
Ja, selbstverständlich. Ich habe gerade erfolgreich die Mission mit den Kleinkindpipipfützen im Flur erfolgreich hinter mich gebracht – gut, am „die Soße wird nicht vom Teller geleckt“ arbeite ich noch – da werde ich mir doch jetzt nicht auch noch einen Hund anschaffen, um das alles wieder von vorne mitzumachen. Und WER würde denn bei Wind und Wetter spazierengehen, zum Tierarzt latschen, die Zecken aus dem Fell pulen, noch mehr saugen als eh schon, usw. usw? Hinterher hat man auch noch Stress mit den Nachbarn, weil nicht nur das Kind ab und zu schreit, sondern auch noch der Hund bellt? Poach. Ne.

Anfängerfehler

Also hab ich meinem kleinen Leben gesagt: „Wenn du 10 bist, können wir uns noch mal drüber unterhalten.“
Anfängerfehler. Schlimmer, schlimmer Anfängerfehler.
„Wann bin ich endlich 10“?
„Ich wünschte, ich wäre schon 10!“
„Mama, waa-haaa-nnn?“
Die 25. Auflage von Rotkäppchen, in der Version meiner Tocher, beginnt nun immer so:
„Rotkäppchen war zehn Jahre alt und lief mit ihrem kleinen Hund Schnuffi durch den Wald. Schnuffi verjagte den bösen Wolf. Und Rotkäppchen liebte Schnuffi sooo sehr! Sie konnte ohne ihn nicht mehr leben. Ihre allerliebste Mama hatte ihr Schnuffi gekauft. Und deswegen liebte sie ihre Mama noch viiiiel mehr….“

Matsche im Kopf

Um die Wartezeit (ungefähr sechs Jahre) zu überbrücken, wünscht sich mein kleines Leben nun einen Hamster. Vielleicht weil der ja auch eher Nachts wach ist. Wie sie.
Nein, lautete meine vorläufige Antwort, denn im Moment ist mein Kopf so matschig, dass ich nicht auch noch ein Haustier versorgen möchte. Bis auf Schneckelinchen natürlich. Die ist mir schon ein bisschen ans Herz gewachsen, das muss ich zugeben.
„Kann ich dann vielleicht einen halben Hamster haben?“, fragte mich meine Tochter.
„Nun, das wird ziemlich schwierig.“, antwortete ich.
Und dann verließ sie wortlos die Küche und schmollte.
Ach ja, ich bin wirklich eine schlechte Mutter. Wirklich.

Mal schauen, wie lange ich das noch durchhalten kann; diese Nicht-Sache mit den Haustieren, liebe Wolke. Ich kenne mich doch. Nur eins weiß ich: Es muss mit Schneckelinchen verträglich sein und ein halber Hamster kommt mir nicht ins Haus!

Bis bald, meine Wolke!


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Kategorie Briefe an die Wolke, Kleinkind, Mama sein

Hallo, ich bin Susanne! Ich erzähle euch hier als alleinerziehende Mama einer etwas „anderen“ Vierjährigen von unserem, oft, schrägen Alltagswahnsinn. Und ich möchte euch zeigen, wie man vielleicht nicht alles, aber vieles, mit Humor sehen kann, damit das Leben ein bisschen leichter wird. Ab und zu schreibe ich auch über die Liebe, nicht nur weil „Patchwork“ so ein toller Modebegriff ist. ;)
Und seit Neuestem designe ich ein bisschen was für euch; für Blogger und Kinder – und mal schauen für wen noch. :)

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9 Kommentare

  1. Wir ziehen bald um: Wir haben ein Haus mit einem riesigen Garten gekauft. Dank Lisa aus Bullerbü und Conni ist meine Fünfjährige seitdem überzeugt, dass sie dann ein Lämmchen zum Mit-der-Flasche-aufziehen bekommt. Dass Schafe Herdentiere sind interessiert sie nicht: „das hat ja dann mich!“. Inzwischen habe ich sie auf zwei Katzen runterhandlen können. Eine weiße, die Alice heißen soll und eine braune für die Dreijährige. Die hat sich „Biest“ als Namen ausgesucht. Wir haben noch ein paar Monate, mal sehen.

  2. Ahhhhhh das Haustierthema.
    Wir waren vor kurzem auch noch mittendrin. Bei uns war es ein Hase.
    Wir konnten nach einiger Diskussion zum Glück das Thema beenden.

    Mal gucken wie lange.

  3. Wir haben auch gerade das Haustierthema und halten so gut es geht dagegen. Mein Kind wollte sich deshalb eine – wie es sagt – „Kellerrassel“ halten. Im Urlaub gab es schon einen Ausnahmezustand auf dem Supermarktparkplatz „Huhu, wieso bekomme ich kein Haustier. Du bist eine doofe Mama. X hat einen Hund. Wieso habe ich keinen Hund? …“ Ich sage auch ganz klar, dass man sich kümmern muss und es Arbeit macht und ich das momentan nicht schaffe. Aber Kinder können wirklich massiven Druck aufbauen. Ich habe mein Kind damit vertröstet, dass wir dafür ab und zu mal wohin fahren, wo man Tiere streicheln kann. Aber das Thema ist damit bei meinem Kind auch noch nicht vom Tisch. Mal sehen … 😉

  4. Liebe Susanne,
    jetzt muss ich doch mal kommentieren.;-) Bei uns hat das mit dem Haustier mit 10 (ein Hund, genauer gesagt ein Mops, wenn es nach Nadeschda geht) bisher wunderbar funktioniert. Wir haben damit angefangen, als Maxim sechs war…. Und seitdem der 10. Geburtstag näher rückt, habe ich (Rabenmutter) noch einen drauf gelegt: Jetzt müssen mein Sohn und meine Tochter mir mit Helfen im Haushalt erst einmal „beweisen“, dass sie sich wirklich und nachhaltig und langandauernd um ein Haustier kümmern können. Das trägt ganz gut. Vorerst! Also vielleicht bis der 10. Geburtstag dann wirklich in greifbarere Nähe ist. Und dann….Mal sehen… Aber eins ist klar: Ich gehe nicht bei Regen Gassi!
    Liebe Grüße
    Charlotte

    • Liebe Charlotte!
      🙂 10 scheint ja quasi DIE magische Hunde-Grenze zu sein!
      Mann, was bin ich froh, dass es nicht nur mir allein so geht (auch was den Regenspaziergang angeht!). 😉
      Alles Liebe euch und ich les Dich sehr gern – auch im Stillen!
      Susanne

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