Meine Tochter hat das Wort. ♥

Meine Tochter hat das Wort. MamaliebeHachz...!!!

Hallo liebe Wolke,
du kannst reden?
Das finde ich total cool. Cool sagt Mama immer, deswegen sage ich es auch und es heißt so etwas wie gut. Glaube ich.
Es gibt auch Worte, die ich nicht sagen darf. Scheiße, zum Beispiel. Das habe ich im Kindergarten von Tom gelernt und alle lachen dabei immer. Also habe ich es auch gesagt. Mama fand das aber nicht lustig. Erwachsene sind manchmal komisch.

Wölfe

Ich habe so gut geschlafen!
Mama musste ich sechs Mal aufwecken, um sie zu fragen, ob auch keine Wölfe in mein Zimmer kommen. Wölfe mag ich nicht. Die sind groß und fressen Rotkäppchen und Omas. Eigentlich weiß ich ja, dass Wölfe nicht in mein Zimmer kommen können. Denn sie leben ja im Wald. Oder in Kanada. Aber Mama nimmt mich dann immer fest in den Arm, wenn ich Angst habe. Oder holt das Anti-Wolf-Spray. Das haben wir auch schon gegen die Monster verwendet. Das riecht immer so gut. Und es wirkt. Hihi.

Gewitterhexe

Mama ist morgens immer so müde und sieht aus wie eine Gewitterhexe. Oder wie Struwwelpeter. Dann braucht sie einen Kaffee und ich würde auch gerne einen trinken, aber das darf ich nicht. Man darf ja sooo viel nicht, wenn man klein ist. Wobei ich ja schon groß bin. Ich bin schließlich schon vier. Und deswegen muss ich Mama unbedingt immer sagen, wenn sie schrecklich aussieht, damit ihr das nicht noch mal passiert. Mama sagt mir ja auch, dass ich besser das Messer nicht noch mal ablecke, damit ich mir nicht wieder in die Zunge schneide. Aber der Honig ist einfach zu lecker.
Manchmal sieht Mama den ganzen Tag aus wie eine Gewitterhexe. Besonders, wenn sie nachts die Wölfe gejagt hat. Und dann sage ich ihr das immer wieder. Auch wenn wir gerade im Supermarkt stehen. Die Leute finden mich dann immer sehr witzig. Nur Mama nicht so.

Prinzessinnen und Meerjungfrauen und Erdbeerinchen Erdbeerfee

Ich werde nie wie eine Gewitterhexe aussehen, wenn ich groß bin. Dann werde ich jeden Tag das anziehen, was mir gefällt: Prinzessinnenkleider oder das Cinderella-Ballkleid oder natürlich das Elsa-Kleid und Schuhe mit Absatz. Mama trägt ja meistens ihre Turnschuhe. Und nie Ballkleider. Vielleicht werde ich aber auch eine Meerjungfrau, weil die immer so schön glitzern. Oder Erdbeerinchen Erdbeerfee, weil sie eine Erdbeerfee ist. Und Erdbeeren liebe ich. Was ich wirklich werden will, darüber muss ich aber erst noch nachdenken.
Und ich träume oft davon, eine Prinzessin oder eine Meerjungfrau oder eine Erdbeerfee zu sein und das muss ich Mama morgens immer erzählen. Ganz lang. Mindestens zwei Stunden. Auch, weil ich meine Stimme so gern mag. Und Mama auch. Singen kann ich sehr cool, besonders das Elsa-Lied und „Bunte Päckchen“. Wenn Mama morgens ihren Kaffee trinkt, dann lächelt sie aber immer nur und klatscht nicht, wenn ich fertig gesungen habe.
Dann sagt sie nur, wir müssen uns nun anziehen.
Wenn ich groß bin, werde ich es nie eilig haben. Prinzessinnen haben immer ganz viel Zeit. Und Meerjungfrauen und Erdbeerfeen sowieso.

Das neue Kleid

Heute muss ich nicht in den Kindergarten.
Vielleicht darf ich mir heute endlich mal aussuchen, was ich anziehe. Ich darf ja fast nie das anziehen, was ich möchte. Das ist total scheiße. Also blöd. Scheiße darf ich ja nicht mehr sagen.
Gestern (*bei mir ist alles „gestern“) hat Mama mir ein neues Kleid gekauft. Das habe ich im Laden gesehen und da hat es mir gut gefallen. Aber als ich es anziehen sollte, um damit in den Kindergarten zu gehen, da fand ich es nicht mehr schön. Da sah es ganz schrecklich aus und ich musste weinen und ein bisschen schreien, weil das Kleid gar nicht ganz pink war, sondern auch hellblau. Das hatte ich im Laden aber nicht gesehen. Und ich mag Hellblau nicht.
Da kann man nichts machen.

Ich bin ja auch schon vier!

Aber ich hatte mir schon überlegt, was ich im Kindergarten anziehe: Die Schmetterlingsflügel und die Krone, das Karnevalskleid und die Armbänder und alle Haarklammern auf einmal (die mit den Marienkäfern drauf), dann noch Mamas Kette und meine Gummistiefel. Da würden meine Träume wahr werden. Alle Einhörner und Erdbeerfeen würden mich bestimmt sehr wunderschön finden.
Durfte ich aber wieder nicht. Das ist so ein großer Pups, wenn man alles nicht darf.
Pupsen finde ich soooo lustig und ich bin mir sicher, dass auch Prinzessinnen pupsen, auch wenn Mama sagt, dass sie es nicht tun. Aber jeder muss doch mal pupsen. Und ich kann das gerade so gut. Mit Ansagen. Hihi. Was ich alles kann! Tja. Ich bin ja auch schon vier.

Karl, mein Freund.

Wenn Mama mich in den Kindergarten bringt, dann will ich immer bei ihr bleiben und muss so weinen, weil ich es schrecklich finde, dass Mama geht. Ich habe immer so Angst, dass sie nie mehr wiederkommt. Noch nicht mal vor den Wölfen habe ich so große Angst. Dann wird immer mein Bauch ganz kalt und ich vermisse Mama sehr.
Wenn sie weg ist, dann kommt meistens Karl und nimmt mich in den Arm. Manchmal will ich das nicht. Manchmal aber schon. Obwohl Karl ja erst drei ist. Und ein Baby. Aber es ist trotzdem nett von Karl.
Und dann spielen wir immer und dann kommt schon Mama wieder. Wie sie es gesagt hatte. Dann muss ich ihr immer zeigen, was ich gelernt habe. Gestern habe ich mich getraut, vom Klettergerüst zu springen. Mama hat gelacht, aber ihre Augen sahen dabei so ganz merkwürdig aus. Erwachsene sind manchmal komisch.

Lieb haben.

Mama hat großes Glück, dass sie mich hat. Sonst wäre ihr bestimmt den ganzen Tag und die ganze Nacht sehr langweilig. Manchmal finde ich Mama ziemlich blöd. Aber meistens nicht. Meistens finde ich sie sogar cool. Und ich habe sie ganz schrecklich cool lieb, auch wenn sie manchmal wie eine Gewitterhexe aussieht.
Vielleicht darf ich ja heute zum Einkaufen mein Prinzessinnenkleid und Mamas hohe Schuhe anziehen. Und wenn nicht, dann schreie ich einfach ein bisschen, vielleicht ändert Mama ihre Meinung ja dann doch endlich noch. Was meinst du? Hihi.

Ich muss jetzt malen. Oder vielleicht kneten. Oder ich schaue mal in meinen Kleiderschrank und ziehe heimlich das an, was mir gut gefällt. 🙂
Tschüss, liebe Wolke!


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Kategorie Briefe an die Wolke, Kindermund, Kleinkind, Mama sein

Hallo, ich bin Susanne! Ich erzähle euch hier als alleinerziehende Mama einer etwas „anderen“ Vierjährigen von unserem, oft, schrägen Alltagswahnsinn. Und ich möchte euch zeigen, wie man vielleicht nicht alles, aber vieles, mit Humor sehen kann, damit das Leben ein bisschen leichter wird. Ab und zu schreibe ich auch über die Liebe, nicht nur weil "Patchwork" so ein toller Modebegriff ist. ;) Und seit Neuestem designe ich ein bisschen was für euch; für Blogger und Kinder - und mal schauen für wen noch. :) Ihr findet mich auch bei Facebook, Instagram oder Pinterest. Übrigens. Besucht mich doch mal dort. Würde mich freuen!

7 Kommentare

  1. Würde am liebsten erst gar nicht mit Märchen anfangen, damit meine Kleine erst gar nichts über die „Existenz“ von Geistern, Hexen etc. Erfährt . Sie ist 2 J.&2 M. und in ihrer Vorstellung ist alles was Augen, Mund &Nase hat ein Mensch. Wenn Sie sich mal vor einem lauten Geräusch oder einem großen Tier fürchtet , sag ich ihr immer , das sie vor xy keine Angst haben muss, denn xy ist bestimmt lieb

  2. Liebe Tochter kleines Leben, Du hast ja so Recht! Ich bin jetzt alt und trotzdem im Prinzessinnen-Fieber. Ich male gerade Prinzessinnen-Bilder, weil es mich daran erinnert, wie Recht die kleinen Leute haben. Meine Lieblingsfarbe ist allerdings Blau. Übrigens habe ich auch ein wenig Angst vor Wölfen. Die sind nicht unter meinem Bett (da sind ganz andere Monster manchmal), sondern die leben bei uns in der Heide. Wenn ich da bin, ist mir manchmal ziemlich unheimlich. Das geht auch alten Leuten so, das ist ganz normal. Pupsen tun wir auch noch, aber leider finden wir es nicht mehr lustig. Ich weiß auch nicht, warum. Grüße bitte Deine liebe Mama von mir! Und Dir schicke ich ein rosarotes Herzchen! Deine Frau Holle!

  3. Sabrina R.

    Hahahhahahah ich habe gerade herzlich gelacht. Musste so an mich denken. Damals. Hätte von mir sein können. Sehr schön. Lg

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