Mimimi.

Gut gegen Mimimi...gut gegen Mimimi.

Hallo liebe Wolke,
googelst du gern mal Krankheiten?
Dann tipp doch kurz „asthmoide Bronchitis“ ein und Du wirst lesen, wie man sich fühlt, wenn man den ganzen Tag versucht, durch einen Strohhalm zu atmen. Einen miniklitzekleinen, verknickten Strohhalm. Mit Knoten drin.
Ist unlustig, ehrlich, und ich möchte mal bitte eben auf den Arm.

Hömma, Schatzi

Diese Bronchiensache beherberge ich dieses Jahr bereits zum zweiten Mal. Sie kommt wohl immer dann auf ein Pläuschchen vorbei, wenn mir meine Freundin Physis unmissverständlich mitteilen möchte: »Hömma, Schatzi, is genuch getz
Da Freundin Physis ein echtes Ruhrpottkind ist und da ich ein Dickschädel bin, muss man bei mir wohl etwas theatralischer mit dem Zaunpfahl winken bis ich mal was kapiere.
Letztes Mal also, im Februar, als das mit der Liebe endgültig genug (»getz is abba finito amore, Frollein!«) war, da wäre ich fast an Olli, dem alten Herzensbrecher-Schlawiner, erstickt. Dabei hätte doch er – und nicht ich – mindestens drei Wochen lang unter asthmatischer Atemnot leiden sollen. So als eine Art gerechten Ausgleichs, meine ich. Naja. Ich wünsche ja niemandem was Schlechtes. Offiziell zumindest nicht.

Humor oder Kortison?

Ich huste momentan also zum zweiten Mal in diesem Jahr wie Manfred, der Bergmann, und könnte ich es besser kontrollieren, würde ich mit dem rechten Lungenflügel »La Paloma« pfeifen. Oder »Glück auf«. Statt nur so komisch zu rasseln. Selbst mein kleines Leben Madita hält sich die Ohren zu, und rügt mich: »Nicht so laut husten, Mama! Da fallen mir ja die Ohren ab!«
Ja, Tschuldigung. Man muss sich viel anhören heutzutage. Und im Leben sowieso.
Ich möchte gar nicht bemitleidet werden, obwohl es natürlich schon sehr nett ist, wenn jemand was Liebes zu meiner Freundin Physis sagt, aber trotzdem bin ich der Meinung, dass auch hier Humor und Kortison helfen werden.
Wobei ich nicht sicher bin, ob ich von letzterem nicht vielleicht plötzlich wie ein Maiskorn »Plopp« machen und als fünfzigfach so dickes Popcorn aufwachen werde. So wie bei Kafka, nur ohne Käfer.

Keine Angst!

Kennt man ja, dass Kortison das aus einem machen kann. Aber ich hab keine Angst. No, Sir. Pf. Ich doch nicht!
Ich hab nämlich auch keine Angst, dass mir meine Kollegin, die ich erst seit knapp zwei Wochen kenne, mir wieder ihre Brustprothese zeigen und mir jeden Tag (in Worten: jeden Tag) von ihrer Brustkrebserkrankung erzählen wird, so dass ich seit knapp zwei Wochen schweißgebadet nachts aufwache und nach dem Knoten in meiner Brust suche. (Kein Scherz.) Hab ich keine Angst vor. Nö.
Genauso wenig fürchte ich mich vor dem Kindergartenbeitrag, den ich nun in einem nicht unerheblichen Umfang zahlen muss, was ja prinzipiell ok ist, nur leider bleibt mir/uns so am Ende auch nicht mehr übrig als die Jahre zuvor. Geldsorgen? I wo, dass ich nicht lache!
Das mit der Vereinbarkeit von Kind und Beruf ist wirklich ein Klacks, da ist man abends wenigstens müde und kann sich stolz auf die Schulter klopfen, dass man auch diesen Tag wieder erfolgreich überlebt hat. Dass einen nicht der Sekundenschlaf am Steuer überrascht hat und dass man es wieder mal geschafft hat, drei Minuten vor Torschluss in der Kita zu sein. High Five!
Dass man sein vierjähriges Kind heute vielleicht nur drei Stunden gesehen hat, und dass das eindeutig (mir zumindest) zu wenig ist, das vergisst man ganz schnell wieder, weil die Energie zum Denken nicht mehr reicht. Zum Fühlen allerdings wohl. Also geht man mit Kloß im Hals ins Bett. Aber fürchten tu ich mich nicht. Quatsch!

Kinder sind schlau.

Wenn es noch jemanden auf dieser Weit gibt, der schlau ist, dann sind es unsere Kinder. Mein kleines Leben, das kann sagen, wenn es ihr schlecht geht, ohne in aufgeblasenes Mimimi zu verfallen. Und sie sagt außerdem, wenn ihr was richtig gut gefällt, wenn sie was liebt. Ohne zu übertreiben.
Aufblasen, das haben viele Menschen zu ihrer Obsession gemacht. Selbstvermarktung läuft einfach besser, wenn man Gründe liefert, getröstet werden zu müssen – oder wenn man den Kitsch so unglaublich zuckerwattig macht, das er fast schon wieder glaubwürdig schmeckt.
Kinder sind da (noch) ganz anders.
Wenn sie etwas sagen, dann meinen sie es (meist) auch so, weil die Kinderseele rein ist und naiv und klein und so unendlich liebenswert.

Das Wichtigste oder Mimimi?

Meine Tochter sagte heute:
»Mama? Wir legen uns einfach noch ein bisschen ins Bett. Und dann geht’s dir gleich bestimmt bald besser. Und später kochst du dir eine Suppe. Die ist nämlich immer gut.
Aber das Wichtigste ist, dass wir nicht in den Kindergarten und nicht auf die Arbeit gehen. Weil ich wohne doch hier mit dir. Nicht im Kindergarten. Und ich vermisse dich immer so sehr. Das ist nämlich nicht gut. Davon muss man ja krank werden.
Und, Mama?
Bitte hör auf so laut zu husten! Davon fallen mir ja die Ohren ab!«

Das sagte sie. Meine kleine, schlaue Madita.
Man muss sich heutzutage viel anhören, liebe Wolke, das ist wahr. Wahr ist auch, dass einem manchmal die Luft zum Atmen wegbleiben kann. Dann sollte man vielleicht mal in sich hineinhorchen und sich Fragen fragen, vor denen man ein bisschen Angst hat.
»Is genuch getz, wennze mich frachst!«, sagt Freundin Physis, und ich würde lachen, wenn mir dazu gerade nicht die Luft fehlen würde. Aber, weil ich Mimimi total doof finde, lächle ich zumindest und bin davon überzeugt, das nichts und niemand schlauer ist als das Herz meines Kindes.

Gesunden Flug, meine Wolke!


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Kategorie Achtsamkeit, Briefe an die Wolke, Mama sein

Hallo, ich bin Susanne! Ich erzähle euch hier als alleinerziehende Mama einer etwas „anderen“ Vierjährigen von unserem, oft, schrägen Alltagswahnsinn. Und ich möchte euch zeigen, wie man vielleicht nicht alles, aber vieles, mit Humor sehen kann, damit das Leben ein bisschen leichter wird. Ab und zu schreibe ich auch über die Liebe, nicht nur weil "Patchwork" so ein toller Modebegriff ist. ;) Und seit Neuestem designe ich ein bisschen was für euch; für Blogger und Kinder - und mal schauen für wen noch. :) Ihr findet mich auch bei Facebook, Instagram oder Pinterest. Übrigens. Besucht mich doch mal dort. Würde mich freuen!

11 Kommentare

  1. Schnelle gute Besserung:-* Kinder sind schlau und hören noch auf ihr Körpergefühl (bzw haben noch ein ganz tolles :-)).

  2. Wie schön, dass Du Deinen Humor nicht verlierst und diesen mit uns teilst, auch wenn Du krank bist. Das ist eine gute Voraussetzung, um schnell wieder gesund zu werden. Macht es Euch so gemütlich wie es geht! Regine

  3. Alice Püplichhuisen

    Liebe Susanne, wir kennen uns gar nicht, ich bin gestern per Zufall auf deinen Blog gestossen und denke die ganze Zeit, das sind ja meine Worte und Gedanken.. wirklich verrückt! Auszugsweise habe ich meinem Freund daraus vorgelesen, insbesondere die Trotzkopf Hai-Geschichte und wir haben sehr gelacht. Und das hilft ja bekanntlich sehr..Hier herrscht nämlich gerade auch so ein kleiner Trotzkopf, allerdings männlicher Natur!
    Das wollte ich Dir einfach mal schreiben, hilft ja vielleicht der Psyche und der Physis! Gute Besserung und liebe Grüße

    • Liebe Alice,
      ich freu mich sehr, sehr über Deine lieben Worte – und ja das hilft (in Kombination mit Lachen) wirklich sehr. Immer.
      Was bin ich froh, nicht allein mit meinen Themen und offensichtlich auch nicht mit meinen Gedanken zu sein. Hach. Das tut gut!

      Ich wünsch euch von Herzen alles Liebe und toll, dass Du die Wolke gefunden hast! 🙂
      Susanne

  4. Ganz schnell gute Besserung. Ich bin auch immer wieder verblüfft, was Kinder alles erkennen und sehen. Es ist so, als ob sie uns Erwachsenen mal die Augen öffnen müssten. Alles Liebe!

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