Warum es manchmal so hart ist, Mama zu sein. (5 „Du schaffst das“-Gedanken)

Kindermalen. Harte Zeiten für Mama.Der Filzstift, der meine Nerven ruiniert hat. ;)

Hallo liebe Wolke,
kennst du etwas, das wirklich richtig anstrengend ist?
Gestern war große Kinderanmalaktion im Kindergarten. Meine Tochter liebt es, sich von oben bis unten anzupinseln – und zwar mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln. Neulich war der blaue Filzstift an der Reihe und ich kann dir sagen, das war nur so semilustig. Für mich.
Gestern habe ich noch eine halbe Stunde im Garten der Kita gewartet bis mein kleines Leben endlich fertig war, mit ihrem Gesichtskunstwerk, das sich irgendwo zwischen Papagei und Unfallopfer bewegte. Den ganzen Kladderadatsch wieder abzuwaschen, am Abend, ist – zumindest bei uns – eine Aufgabe, die gern in einem antichristlichen Anfall endet.
Manchmal ist es schon ziemlich hart, eine Mama zu sein.

Mama ist papierdünn

Ich liebe meine Tochter, wirklich wahr, ich liebe sie wie sonst nichts auf dieser Welt. Aber nach vier Jahren versuche ich immer noch mein Gleichgewicht und (m)einen Weg zu finden, für mein kleines Leben da zu sein – aber auch für MICH. Das ist nicht immer so einfach, manchmal fühle ich mich papierdünn, wenn ich nicht geschlafen habe, wenn ich das Chaos sehe und mich ab und zu nur noch aufs Mamasein reduziert fühle. Ich frage mich, wie arbeitende Mütter das alles schaffen – und ich habe nur ein Kind und darüber hinaus keinen Mann, um den ich mich auch noch kümmern müsste. Manchmal also fühle ich mich papierdünn. Das kann passieren. Und das hat nichts mit meinem Kind zu tun, nicht, dass du mich falsch verstehst, liebe Wolke!

Me-Time

Nur hin und wieder denke ich mir, ich habe so viele Ideen und vielleicht sogar Träume, wie soll ich sie verwirklichen, wenn ich mich morgens um 10 manchmal schon wieder so müde fühle und die ganze Arbeit sehe, in Gedanken all die Dinge sortiere, die jetzt, morgen und in den nächsten Jahren anstehen, dass ich es mir am liebsten nur auf einem schattigen Balkonstuhl gemütlich machen möchte.
Wenn ich mein kleines Leben im Kindergarten verabschiedet habe und nach Hause zurück komme, in eine Stille, die so unglaublich wohltuend ist und meine Tochter trotzdem nach zehn Minuten vermisse, schaue ich auf die Uhr und rechne mir aus, wie viele Stunden mir für mich bleiben. Nur für mich ganz allein. Ich komme mir dabei manchmal echt schäbig vor, denn das klingt so nach Egoismus, aber ich weiß auch, dass an manchen Tagen die Zeit nicht ausreicht, um mich mit Energie wieder aufzuladen, die ich für den Rest des Tages dringend benötige.

Kraft der Gedanken

Aber dann wiederum, wenn ich mir den schattigen Balkonstuhl für eine Weile gönne und alles liegen lasse, aufschiebe und auf ein anderes Mal vertage, dann denke ich an die Dinge, die ich mir oft sage. Weil es nicht nur hart und anstrengend ist, Mama zu sein. Sondern oft so wunderschön, dass ich meine Erschöpfung vergesse. Kraft der Gedanken, sagt man ja so.

Meine „Du schaffst das!“-Gedanken

1.Bleib geduldig!
Meine Geduld kennt ihre Grenzen. Aber mit seinem Kind und auch mit sich selbst geduldig zu bleiben, denn alle Dinge brauchen ihre Zeit, Kinder lernen in ihrem eigenen Tempo (und auch Mamas tun das!), das ist für mich ziemlich wichtig. Weil Ungeduld nur zu Frust führt. Habe ich festgestellt.

2. Bleib im Hier und Jetzt!
Momente, und seien sie auch noch so klitzeklein, können magisch sein. Ein Blick meiner Tochter, der mein Herz schmelzen lässt. Oder wenn wir beide herrlich albern über irgendeinen Quatsch lachen. Diese Momente sind das, was das Mamaherz groß macht. Und auflädt.

3. Bleib ein Kind!
Wenn man sein eigenes inneres Kind noch spüren kann, dann bedeutet das eins: Großes Verständnis für all die verrückten Sachen, die ein Kind anstellen kann. Für all das, was es ausprobieren möchte – auch dann, wenn es einem die erwachsenen Nackenhaare aufstellt.

4. Bleib unperfekt!
Niemand kann alles richtig machen. Als Mutter würde man es gern sein: perfekt. Immer perfekt erziehen, immer perfekt reagieren, immer und zu jeder Tages- und Nachtzeit. Das gelingt nicht, das kann nicht gelingen, das geht nach hinten los. Es gibt Dinge, die kann man richtig gut. Und es gibt Dinge, die kann man eben nicht so richtig gut. Und das ist völlig ok. Solange das Herz spricht, kann man sich sicher sein, dass sein Kind und auch man selbst glücklich ist.

5. Bleib du selbst!
Ich gestehe mir meine Erschöpfung ein. Ich gönne mir meine Auszeiten und zwar ohne schlechtes Gewissen – und ich darf das Mamasein auch mal richtig blöd und anstrengend finden. Vor allem aber bin ich auch noch ich. Obwohl, oder gerade weil, ich Mama bin. Vielleicht lernt man sich selbst, seine Fehler und seine großen Stärken dann erst wirklich kennen, aber im Grunde seines Herzens bleibt man auch dann noch diejenige, die man eben ist.

Großartig, toll und wunderbar

Gestern war große Kinderanmalaktion im Kindergarten. Meine Tochter liebt es, ich nicht so. Manchmal fühle ich mich papierdünn, schläfrig und erschöpft. Aber öfter als dieses „Manchmal“ liege ich abends im Bett und denke mir, wie großartig dieses Geschenk ist, das da in seinem Kinderzimmer friedlich schläft, wie toll die Zeit für mich ist, in der ich mich nur ganz allein spüren kann, und wie viele sagenhaft wunderbare Dinge ich über mich und die Welt gelernt habe, seitdem ich Mama bin.

Alles Liebe, meine Wolke!


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Kategorie Briefe an die Wolke, Mama sein

Hallo, ich bin Susanne! Ich erzähle euch hier als alleinerziehende Mama meines vierjährigen kleinen Lebens von unserem, oft, schrägen Alltagswahnsinn. Und ich möchte euch Mut machen, das Leben ein bisschen mehr mit Humor zu sehen. Auch dann, wenn es vielleicht mal schwer fällt. Außerdem findet ihr bei mir Lern- und Kindergeschichten. Ich freu mich, dass ihr da seid! :)

8 Kommentare

  1. Danke Dir sehr für Deine Nachricht!
    Ich kann Dich wirklich gut verstehen und ich glaube, dass es völlig in Ordnung ist, wenn man mal genervt ist. Und einfach nicht mehr kann. Man kann nicht immer ruhig bleiben, man kann nicht immer entspannt sein. Du bist keine Maschine und irgendwann ist der Akku leer. Glaub mir, ich weiß, wovon ich spreche.
    Aber: Es wird besser und denk zwischendurch auch mal an Dich. Selbst, wenn es nur ganz kurz ist.
    Sei umarmt, und ganz viel Kraft für Dich.
    Susanne

  2. Zebregrisou

    Liebe Susanne
    Ich bin in den letzten Tagen häufiger über deine Artikel gestolpert und möchte dir für das Bereitstellen deiner Gedanken herzlich danken. Mein kleines Herz ist gerade ein Jahr alt geworden und mir geht langsam die Puste aus. Mein Mann ist aus beruflichen Gründen immer nur am Wochenende da. Also bin ich 24/7 für die kleine Prinzessin zuständig. Das bin ich wirklich gern. Ich liebe sie, sie ist mein Herz. Ich bin nur gerade so traurig darüber, dass ich manchmal genervt von ihr bin. Dass ich manchmal so gereizt und ungeduldig bin. Es treibt mir gerade die Tränen in die Augen, das in Worte zu fassen. Ich bin letztens lauter geworden, als sie auf dem Wickeltisch ständig aufgestanden ist, sie mir beim Herumwirbeln die spitze Ecke der Cremetube in den Hals piekste und ich sie fast nicht mehr halten konnte…diese ganze Hektik und die Angst, dass sie herunterfallen könnte, platzte einfach raus. Ich wäre gern so entspannt, wie ich es mir immer vorgenommen hatte. Aber leider ist es in der Realität schwerer als gedacht…

  3. Liebe Sonja,
    ja, Deine Gedanken (und Hürden) kenne ich sehr gut… und deswegen sei aus der Ferne gedrückt und ich wünsche Dir ebenfalls viel Kraft. Die kann man manchmal ganz gut gebrauchen! 😉
    Alles Liebe und ein schönes Wochenende!
    Susanne

  4. Nein, Janine, ich glaube, das schlechte Gewissen muss keine Mama haben, die so denkt wie Du! 🙂
    Alles Liebe und eine wunderbare Zeit mit Deiner Mini-Kleinen!!
    Susanne

  5. Liebe Susanne!
    Ich glaube wir sind Zwillinge Du sprichst mir aus der Seele.
    Seit ich Mutter bin, habe ich ständig ein schlechtes Gewissen. Gebe ich meinem Kind was es braucht? Schaffe ich jemals meinen Haushalt wieder wie früher? Hab ich irgendwann wieder etwas Zeit für mich? Nur ein wenig. Na ja und Hilfe. Das wäre schön, aber kaum möglich. Meine Maus ist nicht eine der „leichteren Sorte“. Da sind die Großeltern leicht überfordert. Und sie beobachten genau wie ich mit ihr umgehe. Und kritisieren.
    Jeden Tag versuche ich neue Kraft zu schöpfen um meiner Tochter eine Stütze zu sein. Aber mit den 5 Tipps hast du schon recht. Wenn es auch manchmal nicht leicht ist. Ich wünsche dir viel Kraft! Alles Liebe Sonja

  6. Geht mir genauso. Hab bei der Großen kurz nach der Geburt mal einen Spruch gelesen: ich bin eine bessere Mutter, wenn ich es nicht nonstop sein muss.
    Deswegen nutze ich für „me time“ den Luxus einer Oma direkt um die Ecke, so oft beide wollen!
    Naja, der Kleine kam vor 5 Wochen, da geht das jetzt erstmal nicht, aber freu mich schon wieder drauf! Und hab absolut kein schlechtes Gewissen, das zu sagen.

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