Wie soll ich das schaffen?

Alleinerziehend wie soll ich das schaffen? Mut Rat

Hallo liebe Wolke ☁,
seufzt du manchmal?
Es gibt Tage, da seufze ich ziemlich laut. Für mich allein versteht sich, unbeobachtet von meinem kleinen Leben, und frage mich:
Wie soll ich das schaffen?

Vorweg

Uns, meinem kleinen Leben und mir, uns geht es gut. Meine Tochter ist ein Wunder, das ist sie wirklich. Sie ist wunderschön, im Innen wie im Außen. Die Liebe, die mir jeden Tag entgegen strahlt, ist das Schönste, das mir je begegnet ist. Eine kleine Hand festzuhalten, die mir bedingungslos vertraut, ist das wertvollste Geschenk, das mir je gemacht worden ist. Und ein Kinderlachen ist mit keinem Geld der Welt zu bezahlen.
Alle Kinder sind ein Wunder, da gibt es keine Ausnahmen. Und es ist meine Überzeugung, dass das Leben an sich, ebenfalls ein Wunder ist.
Uns geht es also gut. ♥

Seufzen

Trotzdem gibt es Tage, da seufze ich. Da sitze ich morgens um 5 in meiner Küche, und schreibe dir, liebe Wolke, wenn mein kleines Leben noch schläft. Immerhin sind die Vögel schon seit einer Weile wach und singen draußen fröhlich vor sich hin. Schön ist das. Aber ich seufze dennoch.

Seit zwei Wochen bin ich wieder allein. Alleinerziehend und ohne Partner, da muss man sich wieder neu orientieren, da schreibt man seine Pläne um, da gibt es keinen mehr, der einen mal in den Arm nimmt und sagt:
Wir schaffen es schon alles (das Leben). Und zwar gemeinsam.
Vielleicht hatte ich mich ein bisschen zu sehr darauf verlassen, und dabei gar nicht mehr gemerkt, dass ich es auch allein kann.
Das Schaffen, meine ich. Ich weiß ja, dass ich es kann.

Ich mag mich selbst! 😚

Bis ich das sagen konnte, sind ungefähr 30 Jahre in meinem Leben vergangen. Sagenhaft langer Zeitraum, oder?
Dass man sich selbst ganz gut leiden kann, und irgendwann realisiert: man ist ganz allein dafür verantwortlich, dass sich die eigenen Pläne und Wünsche erfüllen – das ist ziemlich wichtig. Auch, wenn man es hin und wieder vergessen mag.
Ein Schlagwort, das sich durch mein Leben zieht, ist: Verlieren.
Deswegen hatte ich die letzten zwei Jahre kolossale Angst, wieder etwas zu verlieren, das ich gerade in mein Leben gelassen hatte. Und ich habe mich dabei verbogen, bis ich mich selbst nicht mehr mochte.
Dabei hatte ich doch gelernt, mich selbst sogar zu lieben, wie konnte das nur in Vergessenheit geraten? Seufzen tut eben manchmal ganz gut und deswegen weiß ich jetzt wieder: Ich schaffe das. Bloß wie, das weiß ich ab und zu nicht so recht.

Größer werdende Fragen

Es gibt viele Dinge, über die man sich Gedanken macht – und machen sollte, wenn man ein Kind hat. Jeden Tag kommen neue Fragen hinzu. Es wird mit der Zeit also nicht wirklich einfacher, man bekommt vielleicht ein bisschen mehr Routine, aber die Fragen werden größer und bedeutungsvoller.
Ist man alleinerziehend, dann diskutiert man viel, meistens sogar ausschließlich, mit sich selbst über diese Fragen. Ja, ich habe mir das Leben, das ich jetzt lebe, selbst ausgesucht, ich habe mich für das Alleinsein, für das Alleinerziehen, entschieden, also muss ich mich nicht beschweren. Und das tue ich nicht. Denn ich habe nicht nur gelernt, mich selbst zu lieben, sondern auch mich zu hinterfragen.

Denken überdenken

Warum schreibe ich dir, liebe Wolke, und frage dich so viele Dinge?
Weil ich über diese Dinge nachdenke, während ich sie ausspreche (oder aufschreibe). Mein Dialog mit dir ist so wichtig, denn ich frage mich dabei selbst, ob ich mein Denken nicht überdenken sollte. Und wenn ja, wohin die neue Reise gehen soll. Egal, was mir im Leben passiert ist, ich habe nie aufgegeben, ich habe mir meine Schwächen eingestanden (mit einem großen Seufzen), und ich will und werde nie perfekt sein (du glaubst gar nicht, wie viel Wäsche sich hier gerade auftürmt, aber ich ignoriere sie für den Moment, weil mir anderes jetzt wichtiger ist). Und deswegen weiß ich, dass ich mein Leben schaffe. Denn mein kleines Leben soll es gut haben, und das geht nur, wenn es uns beiden gut geht.

Erwachsen sein

Wenn man nicht durch die Geburt seines Kindes erwachsen wird, dann weiß ich nicht, durch was man sonst erwachsen werden sollte. Im Augenblick einer Sekunde weiß man, was Erwachsensein bedeutet, wenn man sein Neugeborenes im Arm hält. Ich bin also erwachsen. Und deswegen bin ich mir (vielleicht nicht immer, aber meistens) der Tragweite meiner Entscheidungen bewusst.
Irgendwann habe ich aufgehört, wie ein kleines Kind zu schmollen. Ich bestelle mir meinen Garten selbst und pflanze das an, was ich eben anpflanzen kann, damit es grünt und blüht und wir in eine Zukunft schauen können, die vielleicht nicht immer rosig ist, aber von so viel Liebe geprägt ist, dass uns die Auswahl der richtigen Blumen und Pflanzen leicht fällt. 🌼 Ob sie immer gut gedeihen, das sei dahingestellt. Aber Fehler kann ich mir ganz gut verzeihen. Manchmal dauert auch das länger, aber es hat ja niemand einen Zeitplan aufgestellt.
Ich gebe mir Zeit. Für alles im Leben.

Wie soll ich das schaffen?

Ich denke, das WIE ist gar nicht so entscheidend bei der Frage.
Es ist viel wichtiger, dass man weiß (oder zumindest ahnt), dass man all das schaffen kann und schaffen wird, was einem Sorgen und Probleme bereitet oder (und das ist viel wichtiger!) was man sich wünscht. Einen Plan für das „Wie“ zu entwickeln, das gehört natürlich dazu, aber es gibt so viele Möglichkeiten für eine Antwort, dass man manchmal ein paar dieser Möglichkeiten ausprobieren muss, um zu wissen welche ganz gut für einen selbst funktionieren.
Und: Das muss nicht heute sein, nicht morgen. Es ist egal, ob es erst in drei Monaten oder zwei Jahren soweit sein wird, dass man sagen kann:
Ich hab’s geschafft!
Aber eines Tages, da bin ich mir sicher, wird es soweit sein.

Liebe Wolke, manchmal schließe ich den Brief an dich und weiß gar nicht mehr, warum ich am Anfang geseufzt habe. 😉

Danke, meine Wolke! ☁❤


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Kategorie Alleinerziehend, Briefe an die Wolke, Mama sein

Hallo, ich bin Susanne! Ich erzähle euch hier als alleinerziehende Mama einer etwas „anderen“ Vierjährigen von unserem, oft, schrägen Alltagswahnsinn. Und ich möchte euch zeigen, wie man vielleicht nicht alles, aber vieles, mit Humor sehen kann, damit das Leben ein bisschen leichter wird. Ab und zu schreibe ich auch über die Liebe, nicht nur weil „Patchwork“ so ein toller Modebegriff ist. ;)
Und seit Neuestem designe ich ein bisschen was für euch; für Blogger und Kinder – und mal schauen für wen noch. :)

Ihr findet mich auch bei Facebook, Instagram oder Pinterest. Übrigens. Besucht mich doch mal dort. Würde mich freuen!

12 Kommentare

  1. Pingback: Haste Magen-Darm, biste arm. (Oder: Einfach mal die Klappe halten!)

  2. igelmama

    Hei, meine Rennmaus ist noch jünger. Aber sie verschleißen unsere Kräfte JETZT.
    Überwindung kostet es mich trotz dieser Erkenntnis …

  3. igelmama

    Liebe Susanne,
    Natürlich wirst du es schaffen, vielleicht nicht perfekt, aber gut für dich und dein kleines Leben.
    Schritt für Schritt wie du sagst.
    Und im Rückblick sind da immer Zeiten, da zieht man vor sich selbst den Hut, das alles geschafft zu haben, während man mittendrin nur das nicht Geschaffte sah.
    Blöde Frage vielleicht, musst du auch nicht drauf eingehen, aber hast du eine Pflegestufe für deine Rennmaus? Ich beantrage gerade, mir kam es komisch vor, wurde aber von allen Rennmauskennern befürwortet und erleichter das Schaffen vielleicht ein wenig..
    Natalie

    • Danke, liebe Natalie,
      ja, so wie Du es schreibst, empfinde ich es auch. Über manche (anstrengenden) Rennmaustage bin ich sogar dankbar, weil ich wie ein Stein ins Bett falle – und mir keine Gedanken mehr über irgendwas mache. Alles hat also auch immer seine guten Seiten. 😉
      Das mit dem Ausweis bzw. der Stufe wurde auch schon mal angesprochen, aber M. ist ja erst dreieinhalb, wir müssen noch ein bisschen abwarten wie sich alles entwickelt.
      Fühl Dich gedrückt,
      Susanne

  4. Katharina

    Ich habe größte Achtung und bewundere es wie Du Dinge mit Dir alleine regelst. Ich glaube, dass es besser ist, keinen Partner zu haben, als den falschen. Du machst das toll. Aufrecht durchs Leben gehen, meine ich. Und dich überdenken. Das fällt anderen schwer, auch wenn sie ein Gegenüber haben.
    Alles Gute!
    Katharina

    • Liebe Katharina,
      Danke dafür. Ich glaube, dass es den meisten manchmal so geht. In welcher Form auch immer, ob allein oder nicht. Ob ich das so toll mache, weiß ich gar nicht, aber ein Lob zu hören tut immer gut. 🙂
      Vielleicht liegt es einfach an meinem immer „halb vollen Glas“ statt dem halb leeren, und daran, dass ich nicht vergessen habe, was meine Prinzipien sind. Oder ich erfreue mich einfach einer ziemlich guten psychischen Grundkonstitution, dass ich nicht beim Seufzen hängen geblieben bin. 😉
      Wie auch immer: Danke.
      Alles Liebe
      Susanne

  5. Ach wer kennt das seufzen nicht An manchen Tagen weiß ich gar nicht mehr wie oft ich es getan habe. Aber wie ein Wunder löst sich der Knoten auch wieder und es wird einem freier ums Herz. Und wenn mein Kind lacht oder sich an mich schmiegt, dann ja dann sind alle Sorgen für einen Moment sehr weit weg. Und das tiefe Gefühl der Liebe lässt mich daran glauben, dass ich alles schaffen kann Alles Liebe

    • Ja, liebe Sonja, GENAU SO ist das wohl…! Danke Dir sehr für Deine Worte und ich freu mich über sie! :))
      Alles Liebe!

  6. Du strahlst nur so vor Mutterliebe.
    Es ist kostbar wenn man durch so einen kleinen Menschen,
    mehr wird als man selbst.
    Das ist etwas wahrlich heiliges.
    Und vielleicht eines der größten Geschenke die einem das Leben machen kann.

    • Ich danke Dir. Ja, ich glaube auch, dass das mit zu den größten Geschenken des Lebens zählt. Ob ich vor Mutterliebe strahle? Ja, vielleicht hast Du recht. 😉
      Danke und sei gegrüßt
      Susanne

      • Das war kein Kompliment.
        Eher finde ich es nur schön dass das so aus dir dringt.
        Es ist schön so etwas zu „sehen“.
        Danke dir also selbst. 🙂

        • Eigentlich würde ich mich, wie es so meine Art ist, nun wieder bedanken , aber wisse, dass ich das sehr wertschätze. Was Du sagst.

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