Yoda und die Liebe {Gastbeitrag von Kathrin Eß}

Gastbeitrag Kathrin Eß Yoda und die Liebe

Heute möchte ich euch einen besonderen Text einer besonderen Autorin ans Herz legen – und, ja, wirklich: Ihre Texte sind besonders. Deswegen freue ich mich sehr, dass ich einen Gastbeitrag von Kathrin Eß auf dem Wolke-Blog veröffentlichen darf. Lest selbst, dann wisst ihr bestimmt, was ich meine! ♥

Yoda und die Liebe

Fast jedes Kind hat ein Lieblingskuscheltier. Meine Tochter hat gleich eine ganze Gang.
Die Mitglieder sind zwei Puppen, eine Handpuppe, ein Bär, ein Schwein und ein Hase. Und dann ist da noch Yoda.
Ja, du hast richtig gehört: Yoda. Dieses kleine grüne Männchen aus Star Wars. Als Kuscheltier(!)
Seitdem die Oma ihn vor ziemlich genau einem Jahr mitbrachte, ist er nicht mehr aus dem Leben unserer Tochter wegzudenken. Für sie ist er ein „Bääälbi“, wie sie so schön sagt, etwas Niedliches, Süßes, das sie immer bei sich tragen will. Yola, Yoli, Yodi, so nennt sie ihn. Einmal hätten wir ihn fast verloren, und für sie brach beinahe eine Welt zusammen. Ja, man könnte sagen, dass sie ihren Yoda wirklich liebt.
Wir feiern, dass sie Yoda feiert, und das nicht nur, weil mein Mann und ich Star Wars Fans sind. Für uns ist ihre Liebe zu Yoda ein Symbol geworden, ein Symbol für die Reinheit ihrer Seele. Denn zugegeben: Yoda ist garantiert nicht das süßeste und wohlgeformteste Kuscheltier, das man sich vorstellen kann. Er hat zwei unterschiedlich große Augen und trägt eine Tonsur, kann also nicht gerade ein ausgeprägtes Kindchenschema vorweisen. Doch das alles sieht unsere Tochter nicht. Sie liebt sie ihn, so wie er ist.

Wenn ich sie dabei beobachte, denke ich oft über die Liebe an sich nach. Vor meinem inneren Auge lasse ich Dinge Revue passieren, die mir einst im Leben geschehen sind, ziehe Vergleiche. Dann denke ich, dass die Yoda-Liebe auch noch ein andere Symbolik in sich trägt, dass sie zeigt, dass wir uns nicht aussuchen können, wohin unsere Liebe fällt.
Sie zeigt, dass man mit dem Herzen eben wirklich gut sieht, das Wesentliche für die Augen unsichtbar werden kann. Sie zeigt aber auch, dass wir unsere Sichtweise durch unsere Liebe so drehen und wenden können, bis wir das Schöne im Hässlichen sehen, das Gute im Vernichtenden. Manchmal werden wir blind vor Liebe, und ausschlaggebend dafür sind oft das Wann und Wo, die äußeren Umstände, die Verfügbarkeit, die scheinbare Nähe.
Am Ende des Tages ist, wie bei der Liebe zwischen zwei Erwachsenen, auch bei der Liebe meiner Tochter zu Yoda die Zukunft noch ungewiss. Wird sie ihn auch noch lieb haben, wenn sie begreift, dass er gar kein Baby ist, sondern ein 800 Jahre alter Außerirdischer mit eigensinniger Grammatik? Wird ihre Liebe die Sticheleien der Freundinnen durchhalten? Und wird die Liebe noch halten, wenn sie längst eine Barbie begehrt?

Natürlich kann man sagen, dass das etwas weit hergeholt ist. Schließlich ist Yoda nur ein Kuscheltier, wie kann man da von Liebe reden. Aber vielleicht stimmt das auch gar nicht, und Yoda ist wirklich viel mehr. Vielleicht ist er eine Übung fürs spätere Leben, und das nicht nur für sie, sondern auch für uns. Denn uns als Eltern muss es einfach egal sein, wen sie liebt. Es muss egal sein, wie gut diese glückliche Person aussieht, oder was sie macht. Es muss uns egal sein, welches Geschlecht diese Person hat und wie sympathisch wir sie finden. Was zählt ist ihre Liebe, an deren Reinheit wir auch später noch glauben müssen. Was zählt ist, dass wir für sie da sind, auch wenn es vielleicht nicht funktioniert. Wenn wir glauben, dass sie sich auf dem Holzweg befindet. Denn das einzige, das zählt, ist die Liebe zu unserem Kind, und die sollte unvergänglich und wahrhaftig sein, egal, was kommt.

Über Kathrin Eß

Kathrin Eß mag Worte für ihr Leben gern. Deshalb schreibt sie öfters mal ihre Gedanken ins Internet und versucht sich derzeit als Roman- und Kinderbuchautorin. Wenn sie nicht gerade „was mit Worten“ macht, dreht sich ihr Leben um Musik und Illustration, aber ganz besonders um ihre kleine und sehr wilde Tochter, von der auch dieser Beitrag handelt.
Webseite von Kathrin Eß


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Kategorie Gastbeiträge, Mama sein

Hallo, ich bin Susanne! Ich erzähle euch hier als alleinerziehende Mama einer etwas „anderen“ Vierjährigen von unserem, oft, schrägen Alltagswahnsinn. Und ich möchte euch zeigen, wie man vielleicht nicht alles, aber vieles, mit Humor sehen kann, damit das Leben ein bisschen leichter wird. Ab und zu schreibe ich auch über die Liebe, nicht nur weil „Patchwork“ so ein toller Modebegriff ist. ;)
Und seit Neuestem designe ich ein bisschen was für euch; für Blogger und Kinder – und mal schauen für wen noch. :)

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