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Das Haus der Gefühle von der Geschichte das Lernen zu lieben. Von Hallo liebe Wolke

Von der Geschichte, das Lernen lieben zu lernen. (Oder: Das Haus der Gefühle.)

Hallo liebe Wolke,
wusstest du, dass das Gefühl, stolz zu sein, angeboren ist?
Das muss man gar nicht erst lernen, und anerziehen kann man es auch nicht.
Freude und Wut, Furcht, und eben auch Stolz, liegen damit ganz schön dicht beisammen, in einem drin – da nämlich, wo die Emotionen wohnen.
Jeder hat für sich sein ganz eigenes, persönliches Emotionshäuschen mit mehreren Etagen.
Manchmal bekommt Familie Freude Zuwachs, die in einer schicken Etagenwohnung mit Meerblick und bunten Wänden lebt. Ab und zu vergrößert sich die Sippe der Angst, die durch dick verglaste Bullaugen aus ihrem beengten Unterschlupf nach draußen linst und die Wut-Mischpoke haust in einem verlotterten Anbau mit zerbrochenen Fenstern und allerlei Chaos. Der Clan des Stolzes, im Übrigen, der findet sich meist mit hoch erhobenem Kopf auf der großen Dachterrasse ein, um miteinander anzustoßen.

Und dann, ja dann gibt es noch die Angehörigen der Liebe, die gar nicht auf der rosa Wolke umhertänzeln, sie bewohnen das große, sonnendurchflutete Loft im obersten Stockwerk. Wenn man ganz viel Glück hat, dann ist die Liebe so etwas wie der Hausmeister, der auf den Rest der Bagage ein wenig aufpasst, mal hier die Wut besänftigt, mal dort die Angst nimmt, und er ist außerdem eng mit der Freude und mit dem Stolz befreundet.

Muss man lernen.

Die Liebe muss man nicht lernen.
Stolz zu sein auch nicht. Das hat man einfach so drin. In seinem Haus.
Jeder, der ein Kleinkind in der Trotzphase kennenlernen durfte, weiß, dass Wut in dieser Form nicht anerzogen ist.
Man bekommt ein ganz schön großes Häuschen voller Empfindungen in die Wiege gelegt, direkt neben das Lieblingskuscheltier, ohne das man für die nächsten Jahre nicht einschlafen werden kann. Aber: Einzig und allein mit seinen Gefühlen kommt man leider nicht sehr weit im Leben, Brötchen lassen sich damit nicht unmittelbar verdienen und schlauer wird man auch nicht unbedingt.

In meinem Fall werde ich aus der Liebe (und Mathematik, Physik, Barrenturnen) wahrscheinlich nie schlau werden, was vielleicht auch gar nicht notwendig ist, aber das Lernen, das gehört zum (schlauen) Leben dazu. Und das ist gut so.
Weniger gut ist allerdings, dass das Lernen, so wie ich es aus meiner Schulzeit kenne, häufig nicht im sonnendurchfluteten Loft oder auf der Dachterrasse eingeladen ist, sondern manchmal sogar um das Wutchaos schleicht oder sich gleich hinter das Bullauge der Angst verkrümelt.

Müssen, müssen, müssen.

„Ich muss noch für Mathe lernen!“
Ich weiß nicht, wie oft ich diesen Satz in meinem Leben gesagt habe – und immer, wenn ich ihn bloß dachte, nahm direkt dieses merkwürdige Gefühl in meinem Bauch Platz, das ich nicht leiden konnte. Warum sollte ich denn Mathe lernen müssen, wenn ich nicht wusste, was mir dieser ganze Quatsch bringt?
Ich verstand das nicht, meine Freude verstand das nicht.
Da postierte sich mehrmals die Woche ein Lehrer in unser Klassenzimmer, der mich immer ein bisschen an Nosferatu erinnerte, und der mit quietschender Kreide lustlos Zahlen und Symbole in die Tafel ritzte, die für mich einfach keinen Sinn ergaben. Böhmische Dörfer, die ich für den Rest meines Lebens nie wieder besuchen wollte. Nahm ich mir vor.
Vermutlich liebte auch Herr Nosferatu nicht sonderlich das, was er da tat. Allerdings bereitete es ihm anscheinend Freude, die Unwissenden (vorzugsweise mich) an die Tafel zu diktieren, die mit hochgezogenen Schultern genauso gut ein Strichmännchen neben das Gleichheitszeichen hätten malen können – statt die falsche Antwort. Herr Nosferatu quittierte meine Unfähigkeit jedes Mal mit diesem grunzenden Blick, der sagte: „War ja klar. Nichts anderes hatte ich erwartet. Ich attestiere dir Schwachsinnigkeit.“
Setzen, 6.

Was passiert?

Meine eh schon geringe Leidenschaft für Mathematik verkümmerte damals wie eine hässliche Zimmerpflanze auf der Fensterbank der Wut. Oder der Angst. Je nach Tagesform. Heute leuchtet mir ein: Was passiert, wenn man nicht weiß, warum man etwas lernen muss?
Wenn es niemanden gibt, der einem erklärt, warum es doch ganz cool sein könnte, Dinge wie lineare Algebra zu beherrschen? Wenn niemand einen Raum schafft, in dem sich Freude, Liebe und Stolz zumindest ein bisschen umsehen könnten – und man dann einen Grund und einen Antrieb hätte, sich hinzusetzen, den Fleiß einzuladen, um auch das lernen zu wollen, was seinen Talenten nicht unbedingt entspricht?

Was passiert dann wohl?
Der Stolz legt sich in die Sonne und hält ein Nickerchen, die Lust geht besser mit der Liebe ein Eis essen, die Freude freut sich ohne einen, und das Selbstvertrauen nimmt den Fahrstuhl und drückt auf den Knopf fürs Kellergeschoss.

Der Unterschied.

Das Wundervolle an kleinen Kindern ist, dass sie Freude und Liebe, Wut und Angst – und Stolz – so pur empfinden und ausdrücken, dass es mir ganz warm in meinem eigenen Emotionshaus wird.
(Gut, vielleicht lasse ich den Trotz dabei mal Außen vor.)

Kleine Kinder wollen lernen.
Und sie lieben es, etwas gelernt zu haben, sie sind stolz wie Oskar, sie freuen sich wie ein Schneekönig, wenn sie etwas Neues wissen und können.

Der Unterschied ist: Wohl niemand stellt sich wie Herr Nosferatu vor das eigene Vorschulkind, hebt den Zeigefinger und verlangt, dass die Fünfjährige auf Anhieb eine Schleife binden muss. Oder die Uhr lesen muss. Oder die Farblehre beherrschen können muss. Wir grunzen auch nicht oder rollen mit den Augen.
Wir schaffen stattdessen liebevoll eine angstfreie Lernatmosphäre, einfach so, auch ohne Pädagogik studiert zu haben. Weil wir ja fühlen und aus (eigener) Erfahrung wissen, dass ein Kind (im Vorschulalter) mit Druck weder lernen kann, noch lernen will. Wir machen das spielerisch, mit Liedern oder mit Geschichten – mit Dingen, von denen wir wissen, dass unsere Kinder Freude dabei empfinden werden. Und wir letztlich auch, weil das mit der Freude ja eine gegenseitige Angelegenheit ist. Oder sein sollte.

„Also lautet der Beschluss, dass der Mensch was lernen muss.“ (W. Busch)

Klar ist, dass irgendwann der viel zitierte „Ernst des Lebens“ beginnt und dass Teenager es wohl ziemlich affig finden würden, mit infantilen Singspielen oder Ausmalbildern die Sache mit der Mitose zu lernen oder zu kapieren, wie das mit der Weimarer Republik war.

Ich bin keine Pädagogin, ich bin bloß eine Mama, aber mein Gefühl sagt mir, es steht und fällt viel damit, ob man (seine) Kinder versteht und sich auf ihre Augenhöhe begibt. Weil man sie sonst nicht genau dort abholen könnte, wo sie gerade stehen, und an ihnen vorbei und über sie hinweg sehen würde.

Vielleicht ist es die größte Aufgabe als Eltern und auch die all derjenigen, die unseren Kindern mit einem Bildungsauftrag begegnen, dass man ihnen etwas mitgeben kann. Dass man Dinge in die Rucksäcke unserer Kinder legt, die sie gern auf ihre Reise mitnehmen, die nützlich sind, die sie gebrauchen und gern verwenden werden, weil sie irgendwann ihren Weg allein bewältigen müssen.

Es wird daher vermutlich nicht schlecht sein, ihnen davon zu erzählen, wie man das Lernen in das Haus ihrer Gefühle einladen kann.

Los geht’s!

Mein kleines Leben wird nächstes Jahr eingeschult. Vielleicht haben sich die Zeiten etwas geändert und die Nosferatus der Lehrerschaft dieses Landes haben für diejenigen Platz gemacht, die unseren Kindern das beibringen möchten, was sie selbst lieben, was ihnen Freude bereitet und worauf sie stolz sind. Vielleicht, hoffentlich.

Und dann gibt es da noch mein Haus meiner Emotionen – und ich habe viel Zeit auf allen möglichen Stockwerken verbracht. Weil man sich Gedanken macht als Mutter (Vater/Eltern). Auch über das Lernen. Nicht, weil ich möchte, dass meine Tochter ein Einsteinkind wird, aber als ich mein kleines Leben betrachtete und all die Neugier gesehen habe, all den Wissensdurst, da dachte ich, dass die guten Gefühle unendlich mehr Platz für das Lernen, auch für (Selbst-)Disziplin und Fleiß, lassen, als es die anderen je könnten.

Geburt auf der Zwischenetage

Wilma Wochenwurm_Hallo liebe Wolke

Copyright: Hallo liebe Wolke/Susanne Bohne

Irgendwann wurde so der Wochenwurm Wilma geboren, zwischen dem Loft und der Wohnung mit den bunten Wänden.
Dort nämlich, wo das in mir wohnt, was ich liebe, was mir Freude macht, was mich Stolz fühlen lässt, wenn ich draufschaue.
Ein ziemlich magischer Ort ist das, das kann ich dir sagen, liebe Wolke.
Ich bin gern dort, um Geschichten für mein kleines Leben zu finden, die ihr vielleicht zeigen können, dass man das Lernen lieben lernen kann und mit Positivem verknüpft – statt mit Herrn Nosferatu.

Und wer weiß, vielleicht nimmt sie das Lerngeschichtenbuch ja in ein paar Jahren aus dem Regal und erinnert sich, dass Wilma Wochenwurm es war, die ihr vermittelt hat, wie das mit den Wochentagen funktioniert. Nicht nur, aber auch, weil Wilma auf der Zwischenetage meines Emotionshäuschens, zwischen Liebe und Freude und Stolz, entstanden ist.

Happy End?

Ja, ich glaube, es ist ein guter Weg, Kinder auch schon vor dem Schulalter wissen zu lassen, dass das Lernen ein wichtiger Bestandteil unseres Lebens ist, für den man sich ein bisschen wappnen muss und der sich, im besten Fall, ein sehr schönes Stockwerk im Haus seiner eigenen Gefühle aussucht, wenn man die richtigen Grundsteine legt.

Gut ist, dass man Stolz und Liebe und Freude nicht erst lernen muss, meine Wolke.
Denn auch wenn es immer so aussieht, als würden Lernen und gute Noten das sein, was ausschließlich zählt, und auch wenn das Lernen wichtig und richtig und notwendig ist, wenn es Spaß machen kann, manchmal auch nicht, wenn es oft anstrengend und mit einem langen Weg verbunden ist: Es gibt schließlich noch das Haus seiner Gefühle. Und mit dem kann man noch so viel mehr anfangen als lineare Algebra. 

Einen lehrreichen Flug für dich, meine Wolke!


(Unbezahlte Werbung durch Namensnennung)

Mit meinem Text „Von der Geschichte, das Lernen lieben zu lernen. (Oder: Das Haus der Gefühle.)“ bewerbe ich mich für den scoyo ELTERN! Blog Award 2018

#scoyoelternblogaward // #scoyolernhelden2018


 

Aufklärung für Kinder wie How to

Mama? Was ist eine Vagina? (Aufklärung the simple way)

Hallo liebe Wolke,
ist es nicht manchmal zum Piepen?
Neulich standen mein kleines Leben und ich an der Fleischtheke im Supermarkt an, das ist immer ein bisschen langweilig, für uns beide, und so schoben wir uns in der langen Schlange im Schneckentempo an Mortadella, Salami und Sülze vorbei, zählten die Plastiktrauben zwischen dem Aufschnitt – irgendwas muss man ja machen, um die Wartezeit zu überbrücken.
„Mama? Bekomme ich gleich ein Stück Fleischwurst? Ich liebe Fleischwurst nämlich.“, sagte meine Tochter und die ältere Dame vor uns drehte sich lächelnd zu uns um.
„Ja, ganz bestimmt.“, antwortete ich.
„Gut!“, grinste mich mein kleines Leben an, „Und… Mama? Was ist eine Vagina?“
Die ältere Dame vor uns machte eine halbe Pirouette und ihre Ohren färbten sich an den Spitzen rot, das sah eigentlich ganz hübsch zu der grauen Dauerwelle aus.
Aufklärung an der Wursttheke.

Pflaume, Pipimann und Co

Es gibt wohl für nichts so sagenhaft viele Bezeichnungen wie für die menschlichen Geschlechtsorgane, von niedlich über anatomisch bis vulgär – da ist für jeden was dabei, komisch eigentlich, denn eine Nase nennt man ja auch nicht einmal Schnüffelchen und ein anderes Mal Rotze. Oder so.
Ich war noch nie ein Freund von diesen Verhohnepipelungssachen, obwohl ich zugeben muss, dass es sich irgendwie netter anhört, mit einem Kleinkind unter zwei über die „Pflaume“ zu sprechen statt das Wort „Scheide“ zu benutzen. Das Wort Scheide klingt in meinen Ohren blöd, immer schon, vielleicht weil eine Scheide ja auch ein Behälter ist, der einzig dafür vorgesehen ist, ein Schwert (oder einen anderen scharfen Gegenstand) hineinzustecken – was ja im Ansatz nun auch nicht ganz verkehrt ist. Für die Zukunft gesehen.
In meiner kindlichen Aufklärungsarbeit fand der Begriff trotzdem seinen Platz, und deswegen war an der Wursttheke schnell erklärt, was eine Vagina ist; die Mini-Cabanossi würden aussehen wie der Penis von Kindergartenfreund Karl, meinte mein kleines Leben noch, als sie die Fleischwurst überreicht bekam und die ältere Dame war wahrscheinlich heilfroh, dass sie schon längst ihre 100 Gramm Putenbrust an der Kasse bezahlt hatte.

Natürlich, natürlich!

Kann man sich das als Erwachsener noch vorstellen, dass man ganz naiv und unbedarft mit seinem Körper umgeht, dass das alles völlig natürlich und selbstverständlich ist?
Kann man nicht. Jedenfalls nicht so wie ein Kind das macht, mit all dem Entdeckerdrang und der Neugier und den vielen Fragen, die im Laufe der Zeit so aufkommen.

In unserem Wohnzimmer hängt eine Fotocollage an der Wand, ein Sammelsurium der letzten Jahre: Mama schwanger, das kleine Leben klitzeklein, beide am Strand, mit Opa, angemalt, herausgeputzt – ein Querschnitt unseres bisherigen, gemeinsamen Lebens. Am Abend, als wir mit Mortadellabrötchen am Esstisch saßen, fiel der Blick meiner Tochter auf eben jenes Wandbilderbuch und dann sagte sie:
„Der liebe Gott hat mich gemacht!“
Öhm.

Der liebe Gott

Man kann das Leben ja von mehreren Seiten betrachten. Die einen haben es mit Religion, die anderen nicht so, ich eher nicht, weil man weiß ja, was Religion so anrichten kann – ich finde (und das ist nur meine bescheidene Meinung), Religion gehört abgeschafft, die heimst auf dieser Welt nur Ärger ein. Das bedeutet nicht, dass ich nicht an die guten Werte glaube, die alle Religionen dieser Welt in ihrem Kern vermitteln wollen – vielleicht wurden sie ja auch deswegen erfunden – das heißt weiter nicht, dass ich nicht auch an etwas glauben möchte, das mit Engeln und Liebe und Trost spenden und Hoffnung zu tun hat. Jeder hat ja seine eigene Art des Glaubens.
Vielleicht hat eine höhere Macht die Fleischwurst und die Erde erschaffen – und den Himmel und die Milchstraße und das Universum, wobei Stephen Hawking dazu wahrscheinlich eine andere Meinung hatte.

Klar ist auch: Wir leben in einem Land mit christlichen Werten und Geschichten, mit denen unsere Kinder aufwachsen. Sie sind Teil unserer Kultur und deswegen auch ein Stück unserer Allgemeinbildung. Ob sie am Ende, für einen persönlich, „nur“ Geschichten bleiben oder ob man etwas anderes draus macht, das bleibt jedem selbst überlassen. Bloß: Bei der biologischen Aufklärungsarbeit hat der liebe Gott kurz Pause. Auch weil es für unsere Kinder so sagenhaft wichtig ist, einen selbstbestimmten Umgang mit ihrem Körper zu lernen.

Metaebene

Mein kleines Leben hat, so rein technisch gesehen, garantiert nicht der liebe Gott gemacht, das wäre mir aufgefallen.
Metaebenen sind für (Klein-)kinder nur sehr schwer bis gar nicht zu begreifen – das mit der höheren Macht ist noch etwas zu hoch, außer es geht um beispielsweise Weihnachten, da halte ich mich im Moment lieber dann doch an die (biologischen) Fakten. Schließlich geht es um Aufklärung und nicht um den Auszug aus Ägypten.

„Papa hat das gesagt!“, mampfte meine Tochter abends mit Mortadella im Mund.
Aha.
„Du bist in meinem Bauch gewachsen, das weißt du doch, oder? Wir haben schon ganz viele Fotos angeschaut, wie mein Bauch immer größer geworden ist.“
„Ja, wie ein Luftballon! Und ich hatte immer Schluckauf und dann ist dein Bauch gehüpft.“
„Genau.“
Wir müssen beide lachen, kurze Stille, ich ahne, was nun kommt:
„Und wer hat mich dann gemacht, Mama?“

Ich bitte um Aufklärung…

Es sind diese Fragen, vor denen man immer ein bisschen Angst hat, dass man sie auch zufriedenstellend beantwortet, ohne sein kleines Mädchen irgendwie zu überfordern. Aber trotzdem: Die Sache mit dem Storch und den Bienen ist genauso unbefriedigend wie die mit dem Lehmklumpen und dem lieben Gott.

„Papa und ich haben dich gemacht. Damit ein Kind im Bauch wachsen kann, müssen die Mutter und der Vater, beide, einen Teil dazu geben. Deine Ohren sehen zum Beispiel so wie Papas Ohren aus und Deine Augen so wie meine. Daran kann man das merken.“

Ich wartete auf die Nachfrage, wie das genau funktioniert, es folgte aber nur ein Nicken, das mir zeigte, sie hatte es verstanden, mehr wollte sie im Moment gar nicht wissen, und das Mortadellabrötchen war wieder interessanter. Nahrungsaufnahme und Sexualität; die Grundbedürfnisse eines Menschen. Ehrlich gesagt, war mir das an diesem Abend ganz recht, denn so richtig vorbereitet, war ich nicht. Shame on me.

Ich kaufte am nächsten Tag ein Buch, in dem das mit dem konkreten Zeugungsakt sehr kindgerecht erklärt wurde – und ließ es ein bisschen zufällig auf dem Sofa liegen. Mein kleines Leben blätterte sehr interessiert von der einen Seite zur anderen und es fiel nicht nur mir, sondern insbesondere ihr, leichter, zu verstehen, wer sie denn nun WIE gemacht hatte.

Grundsteine

Ja, liebe Wolke, ich finde, es muss einem im Leben gar nicht so viel peinlich sein. Kinder geben den Takt schon vor, die wissen noch wie es geht; das mit dem Tempo – auch bei der Aufklärung. Wichtig ist dabei wohl nur die Ehrlichkeit und dass man verantwortungsvoll drüber spricht, damit das große Ganze mit Selbstverständlichkeit behaftet ist statt mit Scham – und dass man einen Grundstein der Prävention legt.

Weil es nun mal leider einige Menschen gibt, die der liebe Gott wohl irgendwie übersehen hat, und auch gerade wegen dieser Menschen, die meinem kleinen Leben hoffentlich, hoffentlich, hoffentlich niemals begegnen werden, ist es dringend nötig, dass meine Tochter weiß, was eine Vagina ist, wie wertvoll ihr Körper und auch ihr NEIN sind.

Bis bald, meine Wolke!

Lerngeschichten mit Wilma Wochenwurm Buch Hallo liebe Wolke_Buch

Lerngeschichten mit Wilma Wochenwurm – Das Buch jetzt im Handel erhältlich! (Werbung)

Liebe alle!
(WERBUNG für mein Buch)
Hier ist es also endlich, das Buch „Lerngeschichten mit Wilma Wochenwurm“ für Kinder in Kita, Kindergarten und Vorschule. Juhu!
Ich bin ganz beseelt und glücklich und so, so dankbar für eure Unterstützung – ohne euch hätte ich mich niemals für dieses Projekt aufraffen können. Umso schöner ist es, nun ein gedrucktes Buch, mit all den Lerngeschichten der Wurmfamilie in den Händen zu halten. So richtig mit ISBN und allem Zipp und Zapp.

Was ist drin?

Ich glaube, mittlerweile könnte ich schon fast Band 2 veröffentlichen, denn das Anfertigen der vielen neuen Illustrationen hat ein kleines Bisschen gedauert.

Lerngeschichten mit Wilma Wochenwurm Hallo liebe Wolke Susanne Bohne

Lerngeschichten mit Wilma Wochenwurm von Hallo liebe Wolke

Ihr findet folgende Geschichten im Buch:

  • Wochentage lernen mit Wilma Wochenwurm
  • Monate lernen mit Mona Monatswurm
  • Zahlen lernen mit Zora Zahlenwurm
  • Farben lernen mit Carla Chamäleon
  • Farben mischen mit Mats Malwurm
  • Buchstaben lernen mit Pinguin Paul
  • Formen lernen mit Schlange Schorsch
  • Feldfrüchte entdecken mit Flora Feldwurm
  • Reimwörter lernen mit Rudi Reimgeist

 

  • Traumreise mit der Wolke
  • Die Wolke, die Angst vor dem Einschlafen hatte
  • Wo schläft Frau Sonne?
  • König Sahnehäubchen isst kein Gemüse
  • Der kleine Stern, der vom Himmel fiel
  • Frida ist wütend
  • Linda hat Angst im Dunkeln

Neben den Geschichten gibt’s noch Ausmal- und Rätselbilder zu jeder Lerngeschichte.

Wo gibt’s das?

Ihr könnt das Buch in allen gängigen Online-Buchshops, und auch in der Buchhandlung bestellen.

Lerngeschichten mit Wilma Wochenwurm Hallo liebe Wolke Susanne Bohne Kita Kindergarten Vorschule Kinder Kinderbuch

Titel: Lerngeschichten mit Wilma Wochenwurm

Paperback, 64 Seiten

ISBN-13: 9783752806458
Verlag: Books on Demand

Preis: 9,99 €

Im BoD-Buchshop könnt ihr es z.B. portofrei bestellen und es ist auch sofort lieferbar.
Genauso wie z.B. bei bücher.de.
Beim Großanbieter Amaz**n gibt es das Buch natürlich auch zu bestellen, dahin verlinke ich aber aus Datenschutzgründen besser nicht….

Ich hoffe so sehr, dass es euch gefällt, es steckt viel Herzblut, durchzeichnete Nächte und überhaupt sehr viel Wolkenliebe darin.

Habt lieben Dank und ich würde mich riesig über die ein oder andere nette Rezension freuen!
Unten gibt’s noch eine Leseprobe für euch, die ihr kostenlos herunterladen könnt.

Eure Susanne

Download Leseprobe

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Waldemar im Wattenmeer_Wattwurm_Nordsee_Lerngeschichte_Kita_Kindergarten

Waldemar im Wattenmeer (Lerngeschichte zu Ebbe, Flut und Wattwurm für Kinder)

Die kleine Prinzessin Blaublüte macht Urlaub. Denn es ist Sommer und da hatte sie sich eines Morgens überlegt, das Meer zu besuchen, von dem ihr die Möwe Mia neulich erzählt hat. Mia sagte, dass das Meer so schön rauscht und tolle Wellen zaubern kann. Und außerdem könnte man am Strand der Nordsee hübsche Muscheln finden und der Wind riecht immer salzig und ganz anders als auf der grünen Wiese hinter dem gelben Haus; dort wo Prinzessin Blaublüte wohnt. Ja, das wäre ganz wunderbar, dachte sie sich. Also packte Blaublüte ein paar wichtige Dinge, die sie immer auf ihre Reisen mitnimmt, in ihren klitzekleinen Koffer: Zahnbürste, Schlafanzug, Badesachen und Gummistiefel.

Mit Möwe Mia

Und weil die kleine Prinzessin viel zu klein für einen großen Zug war, und die Reise auf dem Blütenfahrrad viel zu lange dauern würde, bot die Möwe Mia kurzerhand an, sie zu fliegen. Im Nullkommanichts flogen Blaublüte und Mia über die Landschaft, alle Bäume und Häuser sahen so klein wie Spielzeuge aus – und es war der spannendste Flug, den die Prinzessin je erlebt hatte. Ehe sie sich versah, landete Mia und sagte: „Wir sind da!“
Aber was war das? Hier gab es überhaupt kein Meer, keine Nordsee, keinen Strand. Hier gab es nur ganz viel Matsch. Mia musste sich wohl verflogen haben.

„Mia, bist du dir sicher, dass wir hier richtig sind?“, fragte Prinzessin Blaublüte.
„Ja, natürlich! Das ist doch mein Zuhause!“, antwortete Mia.

Prinzessin Blaublüte schaute sich um. Bis auf ein paar Pfützen im braunen Matsch sah sie nichts. Weit und breit nicht. Aber die Luft, die roch wirklich salzig – und sehr frisch.

Wattenmeer?

„Hier ist doch gar nichts außer Matsch!“, sagte Blaublüte ein wenig enttäuscht.
„Ha! Das denkst du!“, rief Mia, die schon wieder in den Himmel gestartet war und auf ein paar Windböen segelte. „Du spazierst gerade auf dem Meeresboden herum. Das hier ist das Wattenmeer. Und du wirst staunen, was du hier so alles finden kannst!“

Waldemar im Wattenmeer_Wattwurm_Möwe_Nordsee_Lerngeschichte_Kita_Kindergarten

Und damit flog Mia weit hinaus über das Wattenmeer und Prinzessin Blaublüte erkannte sie nur noch als kleinen Punkt am Horizont.
Blaublüte merkte erst jetzt, dass ihre Füße ein wenig im Boden eingesunken waren. Und nass wurden sie auch. Schnell kramte sie ihre Gummistiefel aus dem Koffer und zog sie an. Dann lief sie ein bisschen im Watt herum und machte platschende Geräusche mit ihren Stiefeln. Das hörte sich wirklich sehr lustig an. Und dann entdeckte Blaublüte etwas, das wie ein Häufchen Spaghetti aussah.

Braune Spaghettihäufchen

„Was macht denn ein braunes Spaghettihäufchen auf dem Meeresgrund? Und wo ist denn das viele Wasser hin? Das kann doch nicht einfach weg sein?“, fragte sich Blaublüte.
Da war noch ein Häufchen. Und noch eins. Je mehr Blaublüte über das Watt sah, desto mehr Häufchen entdeckte sie. Und eins bewegte sich sogar! Da musste sie aber sofort nachschauen, was das war. Also platschte sie mit ihren Stiefeln durch den schlammigen Boden und sah gerade noch eine rosafarbene Schwanzspitze im Schlick verschwinden.

„Hallo! Wer bist du denn? Halt doch mal an!“, rief die kleine Prinzessin und plötzlich schaute ein kleiner Kopf aus dem Boden.
„Huch, hallo!“, sagte Waldemar, der Wattwurm. „Ich bin Waldemar und ich wohne hier unter dem Sand.“
„Guten Tag, Waldemar! Ich bin Prinzessin Blaublüte“, sagte sie. „Eigentlich wollte ich an die Nordsee, und mir das Meer anschauen, aber hier bin ich wohl falsch. Hier gibt es nur diese Spaghettihäufchen. Und jetzt bin ich ein bisschen enttäuscht. Weißt du, wo es zum Meer geht?“

Da musste Waldemar sehr lachen.
„Na hör mal!“, grinste er „du stehst doch mitten in der Nordsee!“
„Ja, das hat Mia auch schon gesagt, aber das kann doch gar nicht sein!“, schmollte Blaublüte ein bisschen.
„Weißt du, das ist so.“, und dann erklärte Waldemar der kleinen Prinzessin, warum sie gerade kein Meer sehen konnte.

Die Sache mit Ebbe und Flut

„Hier bei uns an der Nordsee gibt es Ebbe und Flut. Das nennt man die Gezeiten. Bei Ebbe zieht sich das Wasser ein Stück von der Küste zurück und dann kannst du über den Meeresgrund laufen. Danach steigt das Wasser wieder und kommt zurück. Wenn es die Küste wieder erreicht hat, nennt man das Flut. Hier, wo du gerade stehst, ist dann alles über und über mit salzigem Meerwasser bedeckt. Schau mal auf die Pfütze dort hinten! Da ist schon viel mehr Wasser drin als noch vor zehn Minuten.“
„Ist das wirklich wahr?“, staunte Blaublüte.
„Oh ja, na klar! Und wenn die Flut kommt, siehst du auch meine wunderschönen Häufchen nicht mehr!“, sagte Waldemar, der Wattwurm.

„Das sind DEINE Häufchen?“, fragte die Prinzessin.
„Ähm, ja…“, erwiderte Waldemar und wurde ein bisschen rot. „Ich grabe den Boden hier um, und das kann ich sehr gut, denn ich bin viel länger und dicker als ein Regenwurm. Ich habe sogar Kiemen auf dem Rücken, mit denen ich wie ein Fisch atmen kann. Ich esse ganz ganz ganz kleine Tierchen und Pflanzenteile, die im Sand sind. Und weil ich kein Sieb habe, esse ich den Sand eben mit. Aber der muss dann auch wieder raus… und das sind dann die kleinen Spaghettihäufchen, die du hier siehst. Alles reinster Sand, den ich ganz sauber gemacht habe.“

„Potzblitz!“, staunte Blaublüte.
„Aber jetzt musst du schnell zurück an den Strand, denn die Flut kommt schneller als man denkt. Hier geht’s lang!“, und Waldemar zeigte Blaublüte die Richtung.
„Vielen Dank, Waldemar!“, winkte die Prinzessin zum Abschied. „Ich hoffe, wir sehen uns in den nächsten Tagen noch einmal wieder!“
„Ja, gerne!“, sagte Waldemar und mampfte eine große Portion Sand. „Aufff Wiederffffehen!“

Endlich am Strand

Als Prinzessin Blaublüte schon eine Weile im warmen, trockenen Sand am Strand sitzt, sieht sie das Meer immer höher und höher steigen. Es hat schon alle Spaghettihäufchen von Waldemar überspült. Und es rauscht wirklich ganz wundervoll. Genau so wie Mia es ihr gesagt hatte. Das wird bestimmt ein toller Urlaub. Und morgen, wenn wieder Ebbe ist, wird sie Waldemar den Wattwurm im Wattenmeer besuchen und ihm erzählen, wie schön sich das Meeresrauschen anhört.

(Text & Bild (c) Hallo liebe Wolke)


#inneres_kind

„Was brauchst du?“, fragte die Wolke, und mein inneres Kind überlegte. Lange.
Ihm fiel eine Menge ein, von dem es dachte, es unbedingt benötigen zu müssen. So flog die Zeit vorbei und viel, viel später, eines Tages im Frühling, war es ihm klar, da verstand es:
„Ich brauche ja nur mich! Mich selbst!“

Und dann wurde der Frühling ein Sommer und mein kleines Selbst suchte nicht mehr. Es hatte gefunden, was es brauchte.

(Text & Bild (c) Hallo liebe Wolke)


 

Ankommen

Liebes Christkind! (Oder: Übers Ankommen.)

Hallo liebe Wolke,
kann ich dich mal was fragen?
Glaubst du an Zufälle?
Ich habe heute früh einen Text von mir gefunden, den ich am 16. Oktober 2011 schrieb und ich weiß noch genau wie ich damals auf meinem Balkon saß und vom Ankommen träumte. Ja, ich wünschte es mir mit jedem Fitzelchen meines Lebens – bis in die letzten Haarspitzen: Ankommen, nicht mehr auf irgendetwas, irgendjemanden warten. Dabei war das ein etwas blöder Wunsch, denn wenn man nur die Hände in den Schoß legt und wie ein fauler Yogi auf die Lebenserleuchtung wartet, ohne dafür etwas zu tun, dann wird man wohl für alle Ewigkeiten im Schneidersitz auf seinem einsamen Berg sitzen. Damals, im Oktober 2011, schrieb ich:

Liebes Christkind!

Das schrieb meine Mutter für mich vor vielen, vielen Jahren an einem Oktobertag auf meinen Wunschzettel.
»Liebes Christkind!
Ich habe dieses Jahr ganz viele Wünsche und deswegen schicke ich dir meinen Wunschzettel jetzt schon…«

Ja, das war damals so. Mit drei oder vier Jahren hat man so viele Wünsche, dass man sie gar nicht zählen kann: eine neue Barbie und einen Krämerladen und ein Krokodil für den Kasperl und ein Janoschbuch und einen Schminkkopf und die Frisur von Agneta (ABBA) und ein Geschwisterchen und Murmeln und Seifenblasen und Knete.
Ich wollte in diesem besagten Jahr also sichergehen, dass das Christkind auch genügend Zeit hatte, um meine ganzen Wünsche bis zum Heiligen Abend erfüllen zu können. Denn mir kamen die Dinge auf meiner Wunschliste so viel vor, dass man zur Besorgung ganz bestimmt eine richtig lange Zeit brauchen würde. Und die wollte ich dem Christkindchen unbedingt geben!

Zeit.

Seit diesem Weihnachten sind Jahrzehnte vorbeigezogen, Zeit ging und kommt; irgendwie werde ich den Eindruck nicht los, dass meine Eltern recht haben und die Zeit immer schneller vergeht. Ein Wahnsinn. Der Oktober bereits auf dem Kalender, dabei hab ich Ostern noch gar nicht verdaut. Den ersten Frost gab es auch schon und ich fürchte, gefühlt übermorgen schreiben wir bereits 2012!
Die meisten meiner Schulkameraden sind verheiratet und/oder haben Kinder und/oder stecken gerade in einer supersteilen Erfolgskarriere und/oder sind ausgewandert. Habe ich auf Facebook  & Co gelesen.
Mh.
Ich nicht.
Ich sitze irgendwie immer noch vor meinem Wunschzettel, der mal kürzer und dann auch wieder länger wird. Da gibt es z.B. total utopische Wünsche: Bestsellerautorin am weißen Schreibtisch mit Blick aufs Meer, am Strand bauen mein emphatischer, attraktiver, liebevoller, (etc., etc.) Ehemann mit unseren ein bis zwei niedlichsten Kindern eine Sandburg.

Realität:

Kein Bestseller, kein Haus am Meer, kein Ehemann und keine Kinder in Aussicht.
Aber! Und da kommt das große Aber!, es stehen doch Wünsche auf meiner Schriftrolle (!), die durchaus zu erfüllen sind. Vielleicht gibt’s statt Knete einen Malblock, statt des Krokodils die Großmutter. Und statt der Agnetafrisur die von Anni-Frid.
Doch egal welche Wünsche von meiner Liste, und in welcher Form auch immer, erfüllt werden – sie werden es. Und darauf kommt es doch unterm Strich an.
Danke, liebes Christkind!“

Ich glaube nicht, dass es Zufall ist, dass mir dieser Text heute früh in die Hände fiel und ich mich noch genau an das Gefühl erinnern kann, das ich im Oktober 2011 hatte.

Keine Frisur

Einen Wunschzettel habe ich immer noch. Und ja, es ist nicht die Frisur von Agneta geworden, allerdings auch nicht die von Anni-Frid. Einige meiner Wünsche von 2011 stehen dort noch, wo ich sie vor Jahren aufgeschrieben habe, wo ich sie konserviert habe und in meinem kleinen Seelchen mit mir herumtrage – und gut auf sie aufpasse. Denn auf manche Wünsche muss man etwas besser aufpassen, damit sie nicht auf der Lebensreise verloren gehen.

Man muss aber auch ein bisschen was für seine Wünsche tun, sie ein wenig gießen und hegen, die verwelkten Stellen abknipsen und sie hin und wieder anschauen, ob es denn überhaupt noch Wünsche sind, die man sich wirklich wünscht. Glaube ich.

Ankommen

Jedenfalls, meine liebe Wolke, eines ist sicher: Mein großer Wunsch von einem kleinen Leben, der ist wirklich wahr geworden. Vielleicht war es ein großer, unbewusster Wunsch, den ich damals in mir trug, das kann sein, und manchmal muss man auch aufpassen, was man sich wünscht. Aber in dem Fall kann ich etwas sagen, mit Bestimmtheit. Ich bin angekommen.

Mein kleines Leben erfüllt mein Herz wie es wahrscheinlich kein anderer Wunsch tun würde, den ich mir herbeiträume. Vielleicht ist es eine flauschig-romantische Vorstellung, die ich mir trotz aller Hürden unseres Lebens an die eigene Haustür gepinnt habe, das mag gut möglich sein. Aber auch, wenn man immer auch noch sein eigener Mensch bleiben wird, mit eigenen Träumen und einem eigenen Wunschzettel, wenn sein Kind nicht der einzige Lebensinhalt ist, so ist es doch das, was dem ganzen Wünschen einen Sinn gibt. Und mein kleines Leben macht, dass der faule Yogi nicht mehr die Hände in den Schoß legt, um alle Wünsche in den Himmel fliegen zu lassen und nichts weiter dafür zu tun als abzuwarten.

Ja, meine Wolke, manche Wünsche, die wahr werden, einfach so, die bedingen, dass man sich um den Rest einfach selbst kümmert und nicht auf das Christkind wartet, um reich beschenkt zu werden. So läuft das im Leben nämlich eher selten. Und später werde ich mich auf meinen Balkon setzen und mal drüber nachdenken, was ich mir dieses Jahr wünschen könnte. Auch, wenn es erst Juni ist. Aber mit dem Wünschen kann man einfach nie früh genug anfangen.

Hab einen schönen Tag, meine Wolke!


 

Wal Ifdrawaweek Artchallenge HalloliebeWolke

#wildlandscape

Isabella träumte schon immer davon, fliegen zu können. So leicht musste sich das anfühlen. Und frei. Sie träumte, durch den blauen Himmel zu schweben, mit der Fluke an die Wolken zu stoßen, die Sonne zu spüren, und die Welt von oben zu betrachten.
Aber eines Tages, da war Isabella mutig und nahm so viel Schwung wie sie nur konnte. Sie schoss in den Morgenhimmel und flog ein kleines Stück, genau so wie sie es sich immer vorgestellt hatte. Als sie zurück ins Wasser glitt, dachte sie: »Merkwürdig ist das mit den Träumen. Manchmal träumt man von etwas, das schon längst wahr geworden ist.«
So flog Isabella weiter durch den Ozean und fühlte sich fortan leicht. Und frei.

Isabella always dreamed of being able to fly. How light that must feel! And free. She dreamt of floating through the blue sky, bumping into the clouds with the fluke, feeling the sun, and looking at the world from above. 
But one day, Isabella was brave and took as much momentum as she could muster. She shot into the morning sky and flew for a little while, just as she had always imagined. As she slipped back into the water, she thought: „It’s strange about dreams. Sometimes you dream of something that has already come true.“
So, Isabella kept flying through the ocean and from then on, she felt light. And free.

(Copyright: Text & Bild „Hallo liebe Wolke“)

Kinderwitze witz phase kind witzigkeit lustig

Vorsicht! Witz! (Oder: Kinderwitze. Eine mega lustige Phase.)

Hallo liebe Wolke,
(*Kirmesfahrgeschäftstimme*) heyyyyy, bist du heute auch so witzig drauuuuuf? Noch ’ne Runde rüüüückwäääärts? Manege freiiii?

Ach ja. Clowns zum Frühstück sind eine unheimlich witzige Vorstellung. Einmal dran geknabbert, schon spaßt man sich durch den Tag und spätestens mittags ist man vom Schenkelklopfen glücklich erschöpft. Wobei: Clowns im Allgemeinen finde ich eigentlich ziemlich zum Fürchten, man denke nur an Stephen Kings „Es“.
„Willst du einen Luftballon? Wir alle fliegen hier unten!“.
Gruselig. (Fast) genauso gruselig übrigens sind Kinderwitze, erzählt von einer Fünfjährigen.

Treffen sich zwei Haie

Seit mein kleines Leben auf der Welt ist, weiß ich, was Phasen sind. Die kindliche Entwicklung besteht ja quasi aus nichts anderem. Vor allem die Trotzphase ist mir seinerzeit sehr ans Herz gewachsen, da gibt es eigentlich nichts Schöneres. Außer der Pubertät vielleicht, aber das wird sich erst noch herausstellen. Es gibt also weniger lustige Phasen und sehr, sehr schöne, wenn man ein Kind hat – und im Moment leben wir hier in der Fritzchen-Witze-Welt, die direkt aus der „Best of Kinder-Jokes“ der MediZini in unsere Wirklichkeit gehüpft ist: die Witzphase.

Eines schönen Tages kam mein kleines Leben aus der Kita und präsentierte mir mit breitem Grinsen ihren ersten Witz. Den mit den beiden Haien, die „Hi!“ und „Wo?“ sagen. Hach, ich habe mir beim erstmaligen Vortragen wirklich fast in die Hose gepullert, denn es war so unfassbar ulkig und süß, wie sehr mein kleines Leben den Witze-Entertainer gab und ganz gespannt darauf wartete, dass sie mich zum Lachen bringt. Da geht einem als Mama (Papa, Eltern) ja nicht nur das Herz, sondern auch ein Licht auf – dass wir hier nämlich gerade einen neuen Meilenstein erklimmen.
Nach dem (gefühlten) tausendreihundertvierundzwanzigsten Mal „Treffen sich zwei Haie“ war meine Begeisterung allerdings etwas abgeflaut. Das muss ich widerwillig zugeben. Weil: Zugeben darf man ja selten was, wenn man Mama ist.

Stand-up am Morgen & Erinnerungen

Ich erinnere mich ziemlich gut daran, dass auch ich Witze, die man in jeder drittklassigen Fernsehzeitschrift findet, toll fand, als ich ungefähr so alt wie meine Tochter war. Auf einer riesigen Geburtstagsgesellschaft meiner Großmutter in der bayerischen Pampa, trug ich einen Witz vor, der von Preußen und Bayern handelte (den Gag bekomme ich leider nicht mehr hin), und alle lagen unter den Tischen oder lachten in ihre Weißwürste und Brezeln.
Ich weiß nicht, ob es am Weißbier oder an meinem Kalauer lag, aber ich weiß noch, wie ich mich fühlte: Großartig. Erwachsene Menschen zum Lachen zu bringen, so ganz bewusst, war herrlich. Und so mischte sich damals das brave Mädchen im adretten Kleidchen wieder unter die heitere Menge und war sich ziemlich sicher, einen großen Coup mit ihrem Witz gelandet zu haben.

Und weil ich das weiß, weil ich dieses Gefühl kenne, verziehe ich keine Miene, wenn mein kleiner Stand-up Comedian am frühen Morgen dieses Grinsen auflegt, das ich bereits kenne und von dem ich weiß, dass es gleich ein kleines Feuerwerk an Witzigkeit abschießen wird.

Kinderwitze und andere Grausamkeiten

Trotzdem: Dieser Fritzchen-Witze-Erfinder ist ein böser Mensch. Ähnlich wie „Es“. Vor allem, weil in jedem zweiten der Kinderwitze, die in der Kita kursieren und durch „stille Post“ ganz schnell ihre Pointe im wilden Galopp verlieren, sehr sehr häufig das Wort „Furz“ auftaucht. Oder was ähnlich Nettes in der Richtung. Wobei wir wieder bei einer anderen Phase wären, die auch hin und wieder noch aufflackert. Und mir fällt es manchmal echt schwer, über den eine Millionsten Furz-Witz zu lachen. Muss man ja auch nicht. Aber bereits am Morgen mit den Augen zu rollen ist unlustig und so frühstückt man den Clown dann eben und spült mit viel Kaffee nach.

Ich habe übrigens gehört, dass sich diese Witze-Phase über Jahre erstrecken kann – und wenn man ganz viel Pech und einen Mario Barth auf die Welt gebracht hat, wohl nie enden wird. (Diese Vorstellung macht mir, nebenbei bemerkt, nicht ganz, aber annähernd so viel Angst wie ein Clown mit rotem Ballon.)

Der Morgenstern

Aber wie sagte schon Christian Morgenstern, liebe Wolke?

„Lachen und Lächeln sind Tor und Pforte, durch die viel Gutes in den Menschen hineinhuschen kann.“

Das will ich meinen! Und, ehrlich, ein witzeerzählendes Kind, das erwartungsfroh die Reaktion des geneigten Publikums erwartet und abwartet, das ist keine schlechte Sache. Jedenfalls ist es eine viel, viel, viel bessere Sache als ein Kleinkind, das den Einkaufsladen mit einem Schreianfall unterhält. Finde ich zumindest. Und, wer weiß, vielleicht gibt mein kleines Leben ja ihren aktuellsten Lieblingswitz demnächst an der Kasse im Supermarkt zum Besten. Ich hoffe nur, er handelt nicht von Fürzen. Oder stinkenden Socken. Oder Clowns.

Flieg doch noch mal ’ne Runde rüüüückwääärts, meine Wolke, Manege freiiiii – und denk dran: Es ist alles nur eine Phase!


 

#animalsinsweaters

„Zopfmuster werden dir gut stehen!“, hatte sie gesagt. Und auch, dass sie sich so viel Mühe gegeben hatte. Herbert wusste ja, dass Stricken ihre große Leidenschaft war. Das mit der Ehe hatte er sich trotzdem anders vorgestellt. Vor allem bei 32 Grad im Schatten.

„Cable patterns will look good on you!“, she had said. And that she had put so much  effort into it. Herbert knew, of course, that knitting was her one and only passion. However, he still had a slightly different version of marriage. Especially at 90 degrees in the shade. 

Von der Kaulquappe zum Frosch Lerngeschichte Kita Kindergarten Printable Druckvorlage

Prinzessin Blaublüte lernt: Von der Kaulquappe zum Frosch. (Lerngeschichte)

Prinzessin Blaublüte lernt: So verwandelt sich eine Kaulquappe in einen Frosch.

 

Heute ist Sonntag. Sonntags spaziert die klitzekleine Prinzessin Blaublüte immer ein bisschen auf der Wiese hinter ihrem Haus, und wenn die Sonne scheint, geht sie sogar noch ein kleines Stück weiter. Und heute scheint die Sonne, denn es ist Mai.

Im Mai kann die Sonne schon richtig warm scheinen, fast wie im Sommer. Das gefällt Prinzessin Blaublüte so gut, und das Spazierengehen macht ihr solch einen Spaß, dass sie ganz die Zeit vergisst, immer weiter durch das grüne Gras marschiert, und plötzlich vor einem kleinen Teich steht.

„Oh, so schöne Seerosen habe ich aber noch nie gesehen!“, denkt sich Blaublüte und setzt sich ans Ufer, direkt unter große Schilfpflanzen, die im Wind sanft hin und her wiegen.

So sitzt die kleine Prinzessin eine Weile am Ufer des Teichs, schaut sich die weißen Seerosen an und wie sich das Wasser hier und da ein wenig kräuselt. Aber, Halt!, war da nicht etwas im Wasser? Hat sich dort nicht etwas bewegt? Ein kleiner Fisch vielleicht?

Blaublüte schaut genauer hin. Ja! Da schwimmen ganz viele kleine schwarze Dinger im Teich. Was das wohl ist?

„Hallo!“, ruft die Prinzessin in den Teich und sofort streckt ein kleines, schwarzes Ding seinen Kopf aus dem Wasser.

Von der Kaulquappe zum Frosch_Lerngeschichte_Kaulquappe_Halloliebewolke

(c) Susanne Bohne

„Hallo!“, ruft es zurück.
„Wer bist du denn?“, fragt Blaublüte erstaunt, denn so ein Tier hat sie noch nie gesehen.
„Ich bin Tim und ich bin eine Kaulquappe!“, antwortet Tim.
„Hallo Tim! Ich bin Prinzessin Blaublüte. Schön, dich kennenzulernen! Aber was ist denn eine Kaulquappe?“, sagt sie.
„Oh, ich bleibe nicht immer eine Kaulquappe!“, antwortet Tim. „Ich verwandle mich bald in einen Frosch. Das ist ziemlich aufregend. Findest du nicht?“

Und Prinzessin Blaublüte findet das sehr aufregend!
Tim erklärt ihr, dass Kaulquappen zuerst aus Eiern schlüpfen, die Mama Frosch gelegt hat. Ganz viele Eier, die man auch Laich nennt, treiben da im Frühling im Wasser. Und wenn die Kaulquappen startklar sind, schlüpfen sie. Dann schwimmen sie erstmal wie kleine Fische im Teich herum, sie haben dann sogar Kiemen, und müssen zum Luft holen gar nicht an die Wasseroberfläche. Nach einer Weile wachsen den Kaulquappen Hinter- und Vorderbeine. Und dann verschwinden auch die Kiemen und die Kaulquappen atmen nun mit Lungen, die ebenso gewachsen sind. Sie müssen auftauchen, um zu atmen.
Nach einer Weile sehen die Kaulquappen wie richtige Frösche aus, sie haben Vorder- und Hinterbeine, mit denen sie prima hüpfen können – und auch der lange Schwanz bildet sich dann zurück und ist nach ein paar Wochen ganz verschwunden.

Die Kaulquappe hat sich dann in einen Frosch verwandelt.

Prinzessin Blaublüte staunt. Das kannte sie bisher nur von Raupen, die sich in Schmetterlinge verwandeln. Dass es das auch bei Fröschen gibt, wusste sie noch nicht.

„Mach’s gut!“, ruft Tim ihr zu bevor er wieder untertaucht. „Wir sehen uns bald wieder, aber dann bin ich ein Frosch geworden!“
„Ja, bis bald!“, antwortet Prinzessin Blaublüte zurück und nimmt sich vor, in ein paar Tagen wieder nach Tim zu schauen.

Dann macht sie sich auf den Rückweg zu ihrem klitzekleinen Schloß am Ende der Straße und denkt, dass es ganz schön viel Zauberei in der Natur und bei den Pflanzen und Tieren gibt. Und weißt du, wie Prinzessin Blaublüte das findet? Ganz spannend und vor allem wunderschön!

 

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