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Von der Kaulquappe zum Frosch Lerngeschichte Kita Kindergarten Printable Druckvorlage

Prinzessin Blaublüte lernt: Von der Kaulquappe zum Frosch. (Lerngeschichte)

Prinzessin Blaublüte lernt: So verwandelt sich eine Kaulquappe in einen Frosch.

 

Heute ist Sonntag. Sonntags spaziert die klitzekleine Prinzessin Blaublüte immer ein bisschen auf der Wiese hinter ihrem Haus, und wenn die Sonne scheint, geht sie sogar noch ein kleines Stück weiter. Und heute scheint die Sonne, denn es ist Mai.

Im Mai kann die Sonne schon richtig warm scheinen, fast wie im Sommer. Das gefällt Prinzessin Blaublüte so gut, und das Spazierengehen macht ihr solch einen Spaß, dass sie ganz die Zeit vergisst, immer weiter durch das grüne Gras marschiert, und plötzlich vor einem kleinen Teich steht.

„Oh, so schöne Seerosen habe ich aber noch nie gesehen!“, denkt sich Blaublüte und setzt sich ans Ufer, direkt unter große Schilfpflanzen, die im Wind sanft hin und her wiegen.

So sitzt die kleine Prinzessin eine Weile am Ufer des Teichs, schaut sich die weißen Seerosen an und wie sich das Wasser hier und da ein wenig kräuselt. Aber, Halt!, war da nicht etwas im Wasser? Hat sich dort nicht etwas bewegt? Ein kleiner Fisch vielleicht?

Blaublüte schaut genauer hin. Ja! Da schwimmen ganz viele kleine schwarze Dinger im Teich. Was das wohl ist?

„Hallo!“, ruft die Prinzessin in den Teich und sofort streckt ein kleines, schwarzes Ding seinen Kopf aus dem Wasser.

Von der Kaulquappe zum Frosch_Lerngeschichte_Kaulquappe_Halloliebewolke

(c) Susanne Bohne

„Hallo!“, ruft es zurück.
„Wer bist du denn?“, fragt Blaublüte erstaunt, denn so ein Tier hat sie noch nie gesehen.
„Ich bin Tim und ich bin eine Kaulquappe!“, antwortet Tim.
„Hallo Tim! Ich bin Prinzessin Blaublüte. Schön, dich kennenzulernen! Aber was ist denn eine Kaulquappe?“, sagt sie.
„Oh, ich bleibe nicht immer eine Kaulquappe!“, antwortet Tim. „Ich verwandle mich bald in einen Frosch. Das ist ziemlich aufregend. Findest du nicht?“

Und Prinzessin Blaublüte findet das sehr aufregend!
Tim erklärt ihr, dass Kaulquappen zuerst aus Eiern schlüpfen, die Mama Frosch gelegt hat. Ganz viele Eier, die man auch Laich nennt, treiben da im Frühling im Wasser. Und wenn die Kaulquappen startklar sind, schlüpfen sie. Dann schwimmen sie erstmal wie kleine Fische im Teich herum, sie haben dann sogar Kiemen, und müssen zum Luft holen gar nicht an die Wasseroberfläche. Nach einer Weile wachsen den Kaulquappen Hinter- und Vorderbeine. Und dann verschwinden auch die Kiemen und die Kaulquappen atmen nun mit Lungen, die ebenso gewachsen sind. Sie müssen auftauchen, um zu atmen.
Nach einer Weile sehen die Kaulquappen wie richtige Frösche aus, sie haben Vorder- und Hinterbeine, mit denen sie prima hüpfen können – und auch der lange Schwanz bildet sich dann zurück und ist nach ein paar Wochen ganz verschwunden.

Die Kaulquappe hat sich dann in einen Frosch verwandelt.

Prinzessin Blaublüte staunt. Das kannte sie bisher nur von Raupen, die sich in Schmetterlinge verwandeln. Dass es das auch bei Fröschen gibt, wusste sie noch nicht.

„Mach’s gut!“, ruft Tim ihr zu bevor er wieder untertaucht. „Wir sehen uns bald wieder, aber dann bin ich ein Frosch geworden!“
„Ja, bis bald!“, antwortet Prinzessin Blaublüte zurück und nimmt sich vor, in ein paar Tagen wieder nach Tim zu schauen.

Dann macht sie sich auf den Rückweg zu ihrem klitzekleinen Schloß am Ende der Straße und denkt, dass es ganz schön viel Zauberei in der Natur und bei den Pflanzen und Tieren gibt. Und weißt du, wie Prinzessin Blaublüte das findet? Ganz spannend und vor allem wunderschön!

 

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mehr mehr mehr haben haben haben

Mehr, mehr, mehr. Haben, haben, haben!

Hallo liebe Wolke,
bekommst du auch manchmal nicht genug?
Kinder sind großartig darin. Wenn es nach meinem kleinen Leben ginge, würde sie Schokolade und Eis (im Wechsel) essen – bis sie sich nur noch rollend fortbewegen könnte. Unsere Wohnung hätte sich schon längst in eine Mixtur aus Elsas Eispalast, großflächigen Wasserfarbenkunstwerken an den Wänden und sehr, sehr, sehr viel Spielzeug verwandelt (das eh kein Mensch braucht. Auch kein kleiner Mensch.). „Mehr, mehr, mehr. Haben, haben, haben!“ ist bei (kleinen) Kindern wohl etwas ziemlich Normales. Man kann es ja schließlich mal versuchen, ob die Grenze nicht doch viel weiter hinten liegt, als vermutet.
Und wie ist das bei mir?

Was ich nicht alles will.

Ich gebe zu: Wenn ich könnte, würde ich mir auch lieber zehn Teile für meine Sommergarderobe zulegen als nur eins. Und wenn ich könnte, würde ich mir auch abends gern häufiger die dicke Salamipizza und hinterher noch Chips zu Gemüte führen. Einfach, weil ich es haben (haben, haben) wollen würde. Alles mit Käse Überbackene ist ja sowieso der Himmel auf Erden. Fast. Für mich jedenfalls. Und wenn ich könnte, würde ich auch gern mehr (mehr, mehr, viel mehr) Geld haben wollen und ein cooles Auto – nicht bloß so’n popeligen Dreitürer, bei dem ich mich und meinen Rücken verrenken muss, um das Kind anzuschnallen. Wenn ich könnte, würde ich gern ein Haus mit Garten haben und einen Mann, ganz viel Aufmerksamkeit und Schiffsreisen und bessere Nerven und mehr Geduld und, und, und überhaupt:
Viel mehr, mehr, mehr, haben, haben, haben, von allem. Manchmal.

Das dreiste Eichhörnchen-Gen

Vielleicht liegt ja das „Hals nicht vollkriegen können“ daran, dass man dieses Eichhörnchen-Gen in sich trägt, wobei mein Elternhaus schon sehr darauf geachtet hat, dass aus mir ein bescheidener Mensch wird. Hat geklappt. Bescheidenheit ist aber auch nicht immer das Gelbe vom Ei und auch nicht unbedingt eine Zier; die Bescheidenheit macht (über-)höflich und zurückhaltend – in den Situationen, in denen sich das Eichhörnchen-Gen meldet und sammeln, sammeln, sammeln und haben will.
Ich weiß nicht, woran es liegt (ob an meiner eigenen Weltsicht oder – mal wieder – an der Gesellschaft im allgemeinen), aber es tummeln sich diese Eichhörnchen in geballter, erwachsener, Form, wenn man mal genauer hinschaut. Und es sind nicht diese ganz normalen Sammel-Eichhörnchen, die einfach danach streben, ein bisschen Vorräte anzuhäufen, um sich selbst besser zu fühlen, nein, es sind diese Eichhörnchen, die gierig aus ihrem Kobel schauen und ganz dreist ihr „Haben-Wollen“ vom Baum schreien.

Spaßgesellschaft

War man früher noch mit einem sonntäglichen Spaziergang durch den sommerlichen Wald zufrieden, müssen es heute die tollsten Ausflüge mit Event-Charakter sein. Auch schon für die Kleinsten. Hightech im Kinderzimmer, Highend für die Großen, Highlife überall. Dafür aber dann Lowcarb, um das ganze wenigstens ein bisschen auszubalancieren. Die Grenze, die wir unseren Kindern mit „jetzt ist genug!“ setzen, gilt für uns irgendwie nicht. Wir konsumieren und verschwenden und machen immer schneller „mehr, mehr, mehr“. Klar, die Uhr tickt, irgendwann ist die Zeit abgelaufen und wir versuchen so viel wie möglich mitzunehmen. Ist ja auch nichts verwerfliches, aber: Wann ist es denn mal genug?

Mütter sind quasi so etwas wie die unangefochtenen Titelverteidiger darin: Sie versuchen immer alles perfekt und für alle zufriedenstellend und schnell, schnell, schnell zu meistern – was übrigens nichts mit dem Eichhörnchen-Gen zu tun hat, sondern mit ganz vielen Erwartungen, die man an sich selbst stellt. Und die von den Bäumen schallen.
Deswegen ballert sich Mama voll mit Karriere und Erziehung, mit Haushalt und Sonntags-Events und Terminen, Terminen, Terminen. Mehr ist mehr. Glaubt man jedenfalls.

Slow Down

So eine Erschöpfungsdepression ist eigentlich was Feines, kann ich dir sagen, liebe Wolke. Da schimpft der Körper dann eben „jetzt ist genug!“, weil man ja keinen Erziehungsberechtigten hat, der das für einen erledigt. Da sitzt man dann einfach mal auf dem Sofa oder spaziert eine gemütliche Runde durch den Sonntagswald, statt den nächsten ganztägigen Ausflug zu planen – und dabei schon wieder zu überlegen, was man übermorgen denn so tun könnte, müsste, sollte und haben wollen möchte. Eichhörnchen führen kein Slow Life.

Man muss nicht immer haben, haben, haben. Ich zumindest nicht. Und schon gar nicht muss man immer machen, machen, machen. Mehr, mehr, mehr kann einem gründlich die Stimmung verhageln, wenn man die Grenze nicht mehr sieht, weil’s manchmal echt schwierig ist, sie zu erkennen. Was ich sagen will, ist: Es ist schon okay, manchmal ein Eichhörnchen zu sein, weil man ja auch was erleben will. Sein Leben nämlich. Weil das dazu gehört und jeder seine eigene Vorstellung davon hat, wie viel für einen genug ist – oder eben auch nicht.

Mehr, mehr, mehr. Haben, haben, haben.

Mehr, liebe Wolke, ist jedenfalls nicht immer mehr. Grenzen sind etwas Gutes, das sagen wir unseren Kindern ja auch ständig durch die Blume. Keine Ahnung, warum man sich selbst nicht öfter mal daran hält.

Und heute Abend gönne ich mir vielleicht eine Salamipizza. Weil: Immer nur bescheiden zu sein, ist auch blöd.

Hab ein entspanntes Wochenende, meine Wolke!


 

floralbouquet_Kinderbuchillustration

#floral bouquet

Sarah wollte eines Tages so groß werden wie die Orchidee ihrer Großmutter. Denn wer so groß war, der brauchte sich vor nichts mehr zu fürchten. Da war sich Sarah sehr sicher.

Sarah wanted to be as big as her grandmother’s orchid one day. Because being so tall one had nothing to fear anymore. Sarah was very sure about that.


 

Menstruier mal wieder!

Hallo liebe Wolke,
kennst du „Ben und Hollys kleines Königreich“?
Das ist eine lustige Zeichentrickserie, eine der wenigen, die ich wirklich amüsant finde, mit Holly, der Fee und Ben, dem Elf. Ben – sowie auch alle anderen Elfen – trägt immer ein Horn mit sich und trötet laut hinein, wenn er sagt: „Ich bin Ben. Und ich bin ein Elf (tröööt)“.
Den bellenden Marienkäfer Gaston finde ich übrigens auch sehr ulkig.
Auf Twitter, so erzählte mir eine Freundin (denn ich bin dort zwar angemeldet, glänze aber mit Abwesenheit), wird momentan ein kontroverses Thema diskutiert: Menstruation.
Ich bin Susanne. Ich bin betroffen. Denn ich bin eine Frau. (Tröööt)

Die größte WhatsApp Gruppe der Welt

Und also hab ich mir gestern Abend im Bett mal wieder Twitter zu Gemüte geführt, das mir persönlich ja immer wie eine überdimensionale WhatsApp-Gruppe vorkommt. Ich hätte wahrscheinlich bis heute früh noch weiterlesen können, wenn ich nicht nach 15 Minuten mit einem leichten Kopfschütteln mein Smartphone beiseite gelegt und mich ins Kissen gekuschelt hätte. Die Männer entweder so: „Ihhh, äääh, würg!“ oder „Ihr macht das so klasse, Hut ab!“ und die Frauen so: „Was für eine monatliche Qual!“ und „Ich will Verständnis!“ oder „Ich bin eine Frau. Tröööt!“
Überspitzt gesagt.

Erdbeereis mit Sahne

Nun gehöre ich selbst seit ungefähr 28 Jahren der Zielgruppe der Menstruierenden an. Ich finde, es gibt tollere Dinge als Stimmungsschwankungen und Bauchkrämpfe und Blut im Allgemeinen: Wellnessurlaub, zum Beispiel. Oder einen Erdbeereisbecher mit Sahne. Oder in einer Augustnacht Sternschnuppen zählen. Aber, hey, so ist das Leben. Tröööt.
Man möchte gern glauben (also ich hatte das bisher zumindest angenommen), dass etwas, das eben zum Frau sein gehört, etwas völlig normales ist. Aber vielleicht bewegte ich mich bisher in Kreisen, in denen Männer nicht die Nase rümpfen und vor einer blutenden Frau so schnell Reißaus nehmen, dass sich Usain Bolt eine Scheibe von ihnen abschneiden könnte. Und Frauen zwar mal sagen: „Mist, mir geht’s heute nicht so gut, aber kenne ich ja schon von den letzten hundert Malen!“, und sich nicht wie das Leiden Christi mit der Wärmflasche und Schmerzmitteln ans Bett nageln.

Schöne Bescherung

Man möge mich nicht falsch verstehen; ich kenne Schmerzen. Ich hab da seit Jahren diese weniger lustige Krankheit, die sich Endometriose nennt und die dafür sorgen kann, dass aus einer Periode eine schöne Bescherung wird. Und jeder, der in den Genuss von Geburtswehen gekommen ist, wird wissen, was Höllenqualen sind. Es ist bedauerlich, dass es Frauen (tröööt) gibt, die monatlich leiden, es ist bedauerlich, dass es Männer gibt, die denken, dass sich die Damenwelt alle 28 Tage in eine Horde Zombies verwandelt – aber, wirklich, man kann es auch maßlos übertreiben. Wie immer.

Spiegelt diese Twitterdiskussion nicht unsere Gesellschaft wider, in der Frauen (tröööt) um Gleichberechtigung kämpfen, immer noch, und um Anerkennung? Um ein „über den Kopf streicheln“, weil es einem nicht so ganz gut geht, ab und zu? Um Verständnis kämpfen – und das mit allen Mitteln einzufordern versuchen? Zur Not eben auch mit Menstruationstassen und langatmigen Ausführungen über körperliche Beschwerden?

Aufklärung für Anfänger

Ich dachte bisher eigentlich, wir wären aufgeklärt – das mit dem Denken sollte ich überdenken. Glaube ich. Wir leben in einer Zeit, in der sich alle über alles öffentlich aufregen können, Intimstes platt treten können bis nichts mehr davon zu sehen ist. Dass es da draußen irgendwelche Honks gibt, die die Natürlichkeit des Frauenkörpers ekelhaft finden, ist sehr bedenklich. Es ist wahnsinnig traurig, dass es Frauen gibt, die sich für sich schämen.
Als ich 14 war, war es mir auch etwas peinlich, Tampons zu besorgen. Das gebe ich zu. Und ich habe auch öfter Mal ein bisschen kokettiert, dass ich dieses oder jenes gerade nicht könnte, weil ich meine Tage habe. Das geht schon klar, dafür ist man ja auch eine Frau. Tröööt.
Und es gibt Tage, von den Tagen, da fühlt man sich beschissen und darf es auch sagen, das ist ja nichts verwerfliches.

Ich wünschte nur, die Gesellschaft könnte mit dieser Art von Themen besser umgehen, als um die heilige Kuh zu tanzen und sich von den Unberührbaren bloß fern zu halten. Wir leben schließlich nicht in einem abgeschiedenen indischen Bergdorf, in dem man wahrscheinlich von Aufklärung und Gleichberechtigung noch nicht so viel gehört hat. Und Twitter gibt’s da vermutlich auch nicht.
Die gute Nachricht ist: Irgendwann ist das vorbei, mit dem Menstruieren. Dann können wir uns alle eine Weile über das Klimakterium aufregen und dann die Radieschen von unten betrachten. Mal sehen, was uns dann einfällt, worüber wir twittern können.
Die schlechte Nachricht: Solange es nicht in allen menschlichen Köpfen angekommen ist, was normal und natürlich ist, was Gleichberechtigung, Empathie und ein liebevoller Umgang (vor allem mit sich selbst) bedeutet – solange werden wir vermutlich hin und wieder immer noch im Mittelalter leben. Und Diskussion führen, von denen ich glaubte, sie müssten nicht mehr geführt werden.
Ich hoffe nur, dass unsere Kinder eines Tages besser damit umgehen als wir es offensichtlich tun.

Wie auch immer, meine liebe Wolke.
Weißt Du, was ich gerne bin?
Eine Frau.

Tröööt!

Bis bald, meine Wolke!

Mama darf nicht schwach sein.

Hallo liebe Wolke,
wie geht es dir?
Ich liebe den Mai. Ich liebe ihn nicht nur deswegen, weil mein kleines Leben an einem sonnenbeschienenen Maisonntag geboren wurde und dieser Tag für immer ein ganz besonderer – und wahrscheinlich der bedeutendste für mich – bleiben wird. Der Mai ist voll mit Neuem, mit Grün und zarten Blüten, mit Wärme und so etwas wie Lebenskraft, die man wachsen sehen kann.

Beinbruch

Kraft, die fehlt mir nun schon seit längerer Zeit. Aber das darf man ja nicht so laut sagen, ohne dass man als Jammerlappen und Versager abgestempelt wird. Dabei ist das ja völliger Quatsch, denn das Ausgebranntsein ist im Grunde auch nichts anderes als ein Schnupfen, eine große Beule oder ein Beinbruch. Apropos: Wenn Müttern die Kraft fehlt, dann ist das ein Beinbruch. Und zwar ein komplizierter.

1.834 Tage

Meine Madita ist nun fünf Jahre alt, kein Kleinkind mehr, ein Vorschulkind. 73 Zentimeter ist sie seit ihrer Geburt gewachsen. 1.834 Tage bin ich mit ihr gemeinsam auf dieser Welt. Und 1.834 Nächte. Ungefähr 44.000 Stunden war ich bis heute nonstop mit ihr zusammen. Ich weiß nicht, wie viele Minusstunden mein Schlafkonto seitdem aufweist – und die Plusstunden an großer Liebe kann ich ebenso wenig zählen. Meine Tochter ist meine Lebensaufgabe, sie gibt genau allem den Sinn, den ich bis vor 1.834 Tagen gesucht habe. Und sie hat mir die Stärke gegeben, die für Schwachsein keinen Raum lässt.

Mount Everest

Mein kleines Leben kam vor ein paar Tagen nachts in mein Bett. Ich hab das gar nicht so mitbekommen, wie sie auf die Matratze und unter meine Decke kletterte – bis sie anfing, sich mit mir zu unterhalten. Ich war so unendlich müde. Seit fünf Jahren bin ich dauermüde, vor mir ragt der Mount Everest der Müdigkeit in den Himmel, der mir manchmal unbezwingbar eine lange Nase dreht. Ob ich ab jetzt immer müde sein werde bis ich alt bin?

Schwach sein

Mein Kind, und ich wiederhole mich, ist mein kleines Leben. Sie ist alles, wofür sich Stärke lohnt. Lebensumstände sind es, die müde machen können. Mit einem Kind durch alle Phasen zu gehen, allein, 44.000 Stunden lang, durch Trotz und Krankheit, durch Entscheidungen und Verantwortung – und dabei seine Stärke versuchen nicht zu verlieren, ist, was ausgebrannt sein lassen kann.

Keine Hand zu haben, die abends die eigene hält, die einen ohne Angst, sie zu verlieren, begleitet, die Pläne schmiedet, Häuser baut – und wenn es nur Wolkenkuckucksheime sind – diese Hand, die Ja! zu einem gesagt hat, nicht zu haben, kann einem Kraft rauben. Wenn man es zulässt.

Einen Job zu haben, neben dem Vollzeitjob „Mutter“, keinen Job zu haben, Frau sein, Freundschaften pflegen, sich selbst auch, Neues ausprobieren zu wollen, Altes sein lassen zu müssen, Wäschehaufen zu verkleinern, sich in Erziehung zu probieren, die grauen Haare wegzufärben, Falten glatt zu bügeln: Das alles hat mit Kräftemessen zu tun.

Kein Beinbruch

Man darf all dies tun, mit seinem Leben, mit seiner Zeit. Nur eins sollten Mütter nicht tun: schwach sein. Schon allein, sich schwach fühlen zu dürfen, nicht alles „oh wie wundervoll“ zu finden – nein, das ist nicht so gern gesehen.
Ich sag dir eins, meine liebe Wolke: Ich gebe meine Schwächen zu. Eine Dauermüdigkeitskrankheit ist was Blödes. Aber das ist ein Schnupfen auch. Beides ist allerdings kein Beinbruch. Man muss es halt nur erkennen, um es kurieren zu können. Und ich sage dir noch was: 1.834 Tage bedingungslose Liebe lassen einen noch in der schwächsten Minute stark fühlen. Richtig stark. Und deswegen wird der Mount Everest der Müdigkeit nur noch ein mittelgroßer Maulwurfshügel. Wenn man genau hinschaut.

Hab es schön, liebe Wolke!

Frida ist wütend. (Eine Geschichte für Kinder)

Das ist Frida. Sie ist fünf Jahre alt und sie war heute sehr wütend. Erst hatte sie etwas echt Blödes mit Monstern geträumt und dann hat Mama sie, wie jeden Morgen, viel zu früh geweckt. Aus Versehen ist Fridas Zahnpasta dann nicht auf der Zahnbürste gelandet, sondern auf dem Fußboden und ihr Frühstückskakao hat auch nicht geschmeckt. Im Kindergarten hat der große Emil sie geärgert, weil der nämlich im Sommer in die Schule kommt – und Frida noch nicht.

Fridas Tag war einfach völlig blöd, fand sie.
„Das passiert schon mal!“, hatte Mama gesagt. „Jeder hat mal einen schlechten Tag. Das ist gar nicht so schlimm.“
Aber dann, am Abend, als Frida ihr Lieblingskuscheltier haben wollte – das ist ein kleiner Hase, der Fridolin heißt – sagte ihre Mama, dass Fridolin noch nicht trocken sei, denn er war in der Waschmaschine. Und da wurde Frida so unglaublich wütend, dass sie laut schreien musste und mit dem Fuß aufstampfen und dann hat Frida ihre Legosteine genommen und sie durch die Gegend geworfen. Mama musste in Deckung gehen, damit sie nicht getroffen wurde, und erschreckt hat sie sich auch ziemlich. So wütend hatte sie Frida nämlich noch nie gesehen.

Und plötzlich drehte sich alles um Frida, ihr wurde ganz schwindelig von so viel Wut, dass sie in die Luft aufstieg und auf einer Wolke landete. „Plumps!“, machte es, als Frida in den großen, weißen Wolkenflausch fiel. Erst konnte sie gar nicht glauben, dass es wirklich eine Wolke war, auf der sie da stand. Aber es musste wohl stimmen, denn von hier oben sah die Welt viel, viel kleiner aus. Frida schaute sich ein wenig ängstlich um, denn auf einer Wolke war sie schließlich noch nie.

„Was soll ich denn jetzt hier oben?“, fragte sich Frida ganz laut. „So ein blöder Tag!“
Gerade wollte sie einmal kräftig gegen die Wolke treten, aber das ging nicht. Denn Wolken, das weißt Du ja bestimmt, die sind ganz weich und bestehen nur aus Wasserdampf, gegen den man gar nicht treten kann. Frida grummelte vor sich hin und überlegte, wie sie wieder nach Hause kommen sollte, als sie plötzlich, auf der Wolke nebenan, jemanden hüpfen sah.

Ja! Ein kleiner, weißer Hase hüpfte auf der Nachbarwolke und winkte Frida zu. Konnte das wahr sein? Als Frida genauer hinsah, erkannte sie, dass dort Fridolin hüpfte. IHR kleiner, süßer Fridolin. War das aber alles seltsam!

„Fridolin! Was machst du denn hier?“, rief Frida sehr erstaunt.
„Ich zähle!“, antwortete Fridolin.
„Du zählst auf einer Wolke? Warum das denn?“, Frida verstand überhaupt nichts mehr.
„Ja! Ich zähle! Das hilft total gut gegen die Wut, weißt du? Ich war nämlich so wütend heute, als ich in die Waschmaschine musste!“, antwortete Fridolin und war schon ein bisschen außer Atem.
„Wie geht das denn? Das Zählen gegen die Wut?“, fragte Frida, denn das interessierte sie sehr. Schließlich wollte sie gar nicht so sehr wütend werden, dass sie mit den Legosteinen um sich warf. Ein bisschen Wut, das ist schon ganz in Ordnung, aber dann muss man auch wissen, wohin mit seiner Wut – und wie man sie wieder los wird. Das hat ihr Mama mal erklärt, aber Frida war so so wütend gewesen, dass sie gar nicht mehr richtig nachdenken konnte.

Und dann erklärte Fridolin ihr, wie das funktioniert:
„Wenn du so richtig, richtig wütend bist, dann atmest du einfach einmal tief ein und langsam wieder aus. Und dann zählst du bis zehn. Das kannst du ganz leise und nur für dich machen, wenn du willst. Du könntest auch zehnmal in ein Kissen boxen und die Wut so rauslassen. Das hilft bei mir immer. Versuch doch mal!“

Und dann atmete Frida tief ein und langsam wieder aus und schloß ihre Augen und zählte langsam bis 10. Als sie bei der 5 angekommen war, merkte sie, dass schon eine Menge Wut weit in den blauen Himmel geflogen war. Bei der 8 war sie sogar fast schon wieder richtig gut gelaunt. Und als sie fast die 10 in Gedanken aussprach, merkte sie, dass sich die Wolke ganz anders anfühlte. Eigentlich fast genauso wie Fridas Bett. Als sie die Augen öffnete und ihre Wut ganz und gar weg war, saß Frida auf ihrer Bettdecke und Fridolin lag in ihrem Arm.

Er konnte zwar nun nicht mehr sprechen und hüpfen, aber er hatte ihr ganz schön geholfen. Frida nahm sich vor, nun immer daran zu denken, was Fridolin ihr beigebracht hatte, falls sie mal wieder richtig wütend werden sollte.

Und dann dachte Frida, dass es ja doch gar nicht so ein blöder Tag gewesen ist, kuschelte sich in ihr großes Wolkenkissen und träumte von Fridolin, einem richtig blauen Himmel und ganz viel guter Laune.


** Die Geschichte „Frida ist wütend“ findet ihr auch in meinem Buch „Lerngeschichten mit Wilma Wochenwurm“ – mit vielen anderen Lerngeschichten und Ausmalbildern. **

Lerngeschichten mit Wilma Wochenwurm_Susanne Bohne_Hallo liebe Wolke

#swimwear

 

Und dann hielt sie die Nase in den Wind, streckte sie ganz hoch in die Meeresluft, und machte sich keine Gedanken mehr um ihre Speckröllchen. Sie hörte nur noch das Rauschen des Meeres – und das klang so schön, dass es völlig unerheblich war, welche Größe ihr Badeanzug hatte.

 

 

#zukunft

Dreh dich um und schau nach vorn. Wirf liebevoll einen letzten Blick zurück und dreh dich um. Halt deine Erkenntnisse an der Hand, nimm sie mit, sie zeigen dir den Weg. Nach vorn. Nicht zurück.

(Text & Bild (c) Hallo liebe Wolke)


 

#usc_bloomingsea

Gloria war Optimistin. Sie wusste, der Frühling steckte in ihrem Glas, er fühlte sich gut an. So weich und grün und frisch. Eines Tages, da war sich Gloria sicher, würde sie mit ihrer Ranunkel weit hinaus schwimmen, aufs offene Meer – da, wo der Frühling nie zu Ende ging. Und bis dahin träumte sie noch ein bisschen.

(Text & Bild (c) Hallo liebe Wolke)

Rechnen lernen mit Ronald Rechenwurm_Addieren Grundschule

Rechnen lernen mit Ronald Rechenwurm. (Lerngeschichte Addition)

Hey!
Ich bin Ronald Rechenwurm. Ich LIEBE Zahlen und zählen, das kann ich schon richtig gut. Neulich hat mir meine Mama gezeigt, dass man Zahlen sogar zusammenrechnen kann und das fand ich sehr spannend! Aber so richtig verstanden, wie das funktioniert, das hatte ich nicht.

Und dann wurde ich erst ein bisschen traurig, dann ein bisschen wütend und dann bin ich auf einen kleinen Wurmspaziergang in der Sonne losgezogen, um nachzudenken und herauszufinden, wie das mit dem Rechnen gehen könnte.

Nach einer Weile kam ich an den großen Käferbaum. Der steht direkt hinter dem Rosenbusch und auf dem Baum wohnt eine sehr nette Käferfamilie, mit der ich oft spiele. Alle Käfer sind entweder blau oder rot und sie machen den Käferbaum sehr bunt. Zwei Käfer, Kalle und Klara, sahen mich unter dem Baum sitzen und fragten, was los sei, weil ich schon immer noch etwas traurig gewesen war wegen des Rechnens.

Und dann sagten sie, dass sie mir das Zusammenrechnen zeigen könnten, das wäre kein Problem. Da war ich aber gespannt. Du auch?

Klara setzte sich auf das Blatt auf der linken Seite und Kalle auf das Blatt auf der rechten Seite.
„Und nun zähl uns mal!“, rief Klara.
„1…2!“, sagte ich.
„Genau!“, lachte Kalle. „1 Käfer und 1 Käfer macht zusammen 2 Käfer!“

Rechnen lernen mit Ronald Rechenwurm

(c) Susanne Bohne

Dann riefen sie Katinka, die sich zu Klara setzte.
Links saßen nun Klara UND Katinka und rechts Kalle.
„Und jetzt gleich noch mal!“, lachte Kalle.
Ich zählte: „1…2…3“
„Richtig!“, schmunzelte Klara. „1 Käfer und 2 Käfer machen zusammen 3 Käfer.

Je mehr Käfer auf die Blätter krabbelten, desto mehr verstand ich, wie dieses Addieren, also das Zusammenrechnen ging. Das war ja gar nicht so schwierig! Ich freute mich so sehr und rechnete immer weiter bis zuletzt 5 Käfer auf dem einen Blatt saßen – und 5 auf dem anderen. Da bogen sich die Blätter unter den 10 lustigen Käfern! Hihi.

Rechnen lernen mit Ronald Rechenwurm

Und seitdem ich bei der großen Käferfamilie war, hab ich verstanden, wie das Rechnen funktioniert. Das ist ein großes Glück, denn jetzt kann ich ganz schnell alle Himbeeren zusammenrechnen, die Mama und Papa manchmal mitbringen. Weil Himbeeren nämlich mein Lieblingsessen sind, und da muss ich doch wissen, wie viele da sind.

Probier doch auch mal aus, ein bisschen zu rechnen. Du wirst sehen, das macht wirklich Spaß!
Bis bald sagt
Dein Ronald Rechenwurm

Download Arbeitsblatt inkl. aller Illustrationen von 2 bis 10 (Downloads erfolgen auf eigene Gefahr und berechtigen nur zum ausschließlichen privaten Gebrauch. Es ist zudem nur gestattet, Kopien und Ausdrucke zum ausschließlich privaten Gebrauch herzustellen. Eine darüber hinausgehende Nutzung und Herstellung ist nur nach vorheriger schriftlicher Genehmigung möglich.)

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