Alle Artikel in: Mamasein

Mama sein Wind Meer Kompass

Mama. Sein.

Hallo liebe Wolke, kennst du diese Momente? Diese Momente, wenn dir der Wind um die Nase weht, der viele verschiedene Düfte mit sich trägt, von denen du viele kennst, andere nicht? Diese Momente, wenn du dich fragst, wo, an diesem weiten, weiten Horizont die Antworten treiben mögen, von denen du manchmal denkst, dass es sie gar nicht gibt? Weil du sie nicht sehen kannst? Kompass Wenn man Mutter (Vater, Eltern) geworden ist, dann gibt es unzählige dieser Momente, wenn man nicht weiß, wohin es geht, weil man keinen Kompass hat. Denkt man. Dann weißt du zwar, dass da etwas großes, sehr großes, unglaublich Schönes, manchmal auch etwas unglaublich Schwieriges, vor dir liegt – aber wie man das alles sicher ansteuert, wo Süden oder Norden liegt, das weißt du oft nicht. Mir geht es zumindest so. Mir weht oft der Wind um die Nase, der so viel zu erzählen hat, und von dem ich nicht weiß, was er bringt. Ich glaube, erst seitdem mein kleines Leben auf der Welt ist, habe ich gelernt, dem Wind zuzuhören. …

Was mein Kind wirklich von mir braucht

Dinge, die mein Kind wirklich von mir braucht – und die man nicht kaufen kann.

Hallo liebe Wolke, kaufst du dir gern was? Money makes the world go round, sang irgendwann mal Liza Minelli, und ja das stimmt: Geld regiert die Welt. Man tendiert dazu, vieles in Geld, im materiellen Wert, aufzuwiegen. Ob man glücklich ist, macht man häufig davon abhängig, was und wie viel man sich mit und von seinem Geld leisten kann. Aber es gibt Dinge, die kann man nicht kaufen. Und genau diese Dinge sind es, die mein Kind wirklich von mir braucht. Karate im Schlaf Es ist nicht immer einfach, Eltern (Mama, Papa) zu sein. Im Moment möchte mein kleines Leben täglich in meinem Bett übernachten – und übt im Traum Karate, so dass ich mit gezielten Tritten in die Ecke gedrängt und am äußersten Bettkantenrand schlafen „darf“. Macht man ja alles gern, auch wenn mir meine Me-Time vor dem Schlafengehen ein bisschen fehlt. Ehrlich gesagt. Klar ist aber, egal wie anstrengend einige Zeiten auch sein mögen, dass man immer das Beste für sein Kind möchte. Und das Beste heißt für manche Menschen häufig, seinem Kind noch …

Scoyo Elternblogaward Finalistin

Eine Finalistin und ein Zweifel.

Hallo liebe Wolke, weißt du, was ein gutes Gefühl ist? Wenn man morgens eine halbe Stunde länger schlafen darf. Oder wenn man endlich den Boden der Wäschetonne sieht, weil man, was ja quasi wie Weihnachten und Ostern gleichzeitig ist, es wirklich geschafft hat, alles wegzuwaschen und zu trocknen und zu falten und wieder in den Schrank einzusortieren. Ein gutes Gefühl ist außerdem, wenn man im Finale steht. Zum Beispiel. Und das tue ich. Mit 13 wunderbaren anderen Bloggerinnen hat mein Text „Von der Geschichte, das Lernen lieben zu lernen“ die Endrunde erreicht. Und das ist wirklich ein richtig gutes Gefühl. Ab. Stimmen. Wer mag, der kann für meinen Text abstimmen. (Das könnte man hier tun, wenn man möchte.) Aber auch, wenn ich weiß, dass ein paar Leute dich, liebe Wolke, und mich lesen, so glaube ich, dass ich dennoch keine große Chance auf einen Platz auf dem Siegertreppchen haben werde. Und warum nicht?, fragst du dich – und ich mag es nicht, wenn du mich so anschaust, liebe Wolke, weil ich doch immer an mich …

Als Mama ein Date hatte

Als Mama ein Date hatte.

Hallo liebe Wolke, weißt du, was ein Wiederholungstäter ist? Ich bin ja unverbesserlich. In vielen Dingen. An meine Neujahrsvorsätze halte ich mich grundsätzlich nicht (zumindest nicht, dass ich mich dran erinnern könnte). Ich nehme mir immer mal wieder vor, mich bei unserem Nachbarn zu beschweren, der, wenn er gerade mal keinen lustigen Tag hat, gerne um 6 Uhr morgens AC/DC auflegt und mich mit „Highway to Hell“ sanft aus meinen Träumen weckt. Und dann ziehe ich mir doch lieber wieder die Decke über den Kopf. Das kann ich übrigens sehr gut: Decke über den Kopf ziehen und abwarten. Das geht auch bei Liebesdingen richtig gut. Nicht. Habe ich festgestellt. Und deswegen hatte Mama neulich ein Date, weil das mit der Decke auf dem Kopf auf Dauer ziemlich bescheuert aussieht. Ich bin unverbesserlich. Eishörnchen. Und dann stöpseln sie da alle an einem vorbei, die sich liebenden Paare, lassen sich gegenseitig an ihren Eishörnchen lecken und küssen sich anschließend die Schokostreusel aus den Mundwinkeln. Oder sie streiten sich im Supermarkt oder auf dem Spielplatz über die Kindererziehung. …

Ankommen

Liebes Christkind! (Oder: Übers Ankommen.)

Hallo liebe Wolke, kann ich dich mal was fragen? Glaubst du an Zufälle? Ich habe heute früh einen Text von mir gefunden, den ich am 16. Oktober 2011 schrieb und ich weiß noch genau wie ich damals auf meinem Balkon saß und vom Ankommen träumte. Ja, ich wünschte es mir mit jedem Fitzelchen meines Lebens – bis in die letzten Haarspitzen: Ankommen, nicht mehr auf irgendetwas, irgendjemanden warten. Dabei war das ein etwas blöder Wunsch, denn wenn man nur die Hände in den Schoß legt und wie ein fauler Yogi auf die Lebenserleuchtung wartet, ohne dafür etwas zu tun, dann wird man wohl für alle Ewigkeiten im Schneidersitz auf seinem einsamen Berg sitzen. Damals, im Oktober 2011, schrieb ich: Liebes Christkind! Das schrieb meine Mutter für mich vor vielen, vielen Jahren an einem Oktobertag auf meinen Wunschzettel. »Liebes Christkind! Ich habe dieses Jahr ganz viele Wünsche und deswegen schicke ich dir meinen Wunschzettel jetzt schon…« Ja, das war damals so. Mit drei oder vier Jahren hat man so viele Wünsche, dass man sie gar nicht …

mehr mehr mehr haben haben haben

Mehr, mehr, mehr. Haben, haben, haben!

Hallo liebe Wolke, bekommst du auch manchmal nicht genug? Kinder sind großartig darin. Wenn es nach meinem kleinen Leben ginge, würde sie Schokolade und Eis (im Wechsel) essen – bis sie sich nur noch rollend fortbewegen könnte. Unsere Wohnung hätte sich schon längst in eine Mixtur aus Elsas Eispalast, großflächigen Wasserfarbenkunstwerken an den Wänden und sehr, sehr, sehr viel Spielzeug verwandelt (das eh kein Mensch braucht. Auch kein kleiner Mensch.). „Mehr, mehr, mehr. Haben, haben, haben!“ ist bei (kleinen) Kindern wohl etwas ziemlich Normales. Man kann es ja schließlich mal versuchen, ob die Grenze nicht doch viel weiter hinten liegt, als vermutet. Und wie ist das bei mir? Was ich nicht alles will. Ich gebe zu: Wenn ich könnte, würde ich mir auch lieber zehn Teile für meine Sommergarderobe zulegen als nur eins. Und wenn ich könnte, würde ich mir auch abends gern häufiger die dicke Salamipizza und hinterher noch Chips zu Gemüte führen. Einfach, weil ich es haben (haben, haben) wollen würde. Alles mit Käse Überbackene ist ja sowieso der Himmel auf Erden. Fast. …

Menstruier mal wieder!

Hallo liebe Wolke, kennst du „Ben und Hollys kleines Königreich“? Das ist eine lustige Zeichentrickserie, eine der wenigen, die ich wirklich amüsant finde, mit Holly, der Fee und Ben, dem Elf. Ben – sowie auch alle anderen Elfen – trägt immer ein Horn mit sich und trötet laut hinein, wenn er sagt: „Ich bin Ben. Und ich bin ein Elf (tröööt)“. Den bellenden Marienkäfer Gaston finde ich übrigens auch sehr ulkig. Auf Twitter, so erzählte mir eine Freundin (denn ich bin dort zwar angemeldet, glänze aber mit Abwesenheit), wird momentan ein kontroverses Thema diskutiert: Menstruation. Ich bin Susanne. Ich bin betroffen. Denn ich bin eine Frau. (Tröööt) Die größte WhatsApp Gruppe der Welt Und also hab ich mir gestern Abend im Bett mal wieder Twitter zu Gemüte geführt, das mir persönlich ja immer wie eine überdimensionale WhatsApp-Gruppe vorkommt. Ich hätte wahrscheinlich bis heute früh noch weiterlesen können, wenn ich nicht nach 15 Minuten mit einem leichten Kopfschütteln mein Smartphone beiseite gelegt und mich ins Kissen gekuschelt hätte. Die Männer entweder so: „Ihhh, äääh, würg!“ oder …

Mama darf nicht schwach sein.

Hallo liebe Wolke, wie geht es dir? Ich liebe den Mai. Ich liebe ihn nicht nur deswegen, weil mein kleines Leben an einem sonnenbeschienenen Maisonntag geboren wurde und dieser Tag für immer ein ganz besonderer – und wahrscheinlich der bedeutendste für mich – bleiben wird. Der Mai ist voll mit Neuem, mit Grün und zarten Blüten, mit Wärme und so etwas wie Lebenskraft, die man wachsen sehen kann. Beinbruch Kraft, die fehlt mir nun schon seit längerer Zeit. Aber das darf man ja nicht so laut sagen, ohne dass man als Jammerlappen und Versager abgestempelt wird. Dabei ist das ja völliger Quatsch, denn das Ausgebranntsein ist im Grunde auch nichts anderes als ein Schnupfen, eine große Beule oder ein Beinbruch. Apropos: Wenn Müttern die Kraft fehlt, dann ist das ein Beinbruch. Und zwar ein komplizierter. 1.834 Tage Meine Madita ist nun fünf Jahre alt, kein Kleinkind mehr, ein Vorschulkind. 73 Zentimeter ist sie seit ihrer Geburt gewachsen. 1.834 Tage bin ich mit ihr gemeinsam auf dieser Welt. Und 1.834 Nächte. Ungefähr 44.000 Stunden war ich …

Mäuschenklein

Manchmal fühle ich mich klein, ganz mäuschenklein. Manchmal fühle ich mich riesengroß. Manchmal bin ich mutig, nicht nur dann, wenn ich es sein muss – und manchmal bin ich es nicht. Dann kommt es mir vor, als sei ich aus hauchdünnem Porzellan und passe auf, dass ich nicht aus Versehen irgendwo anstoße. Manchmal sehe ich eine Mutter vor mir, im Spiegel, sehe die Fürsorge, das Beschützen und die Liebe, sehe all das auf einem Fleck. Manchmal sehe ich eine Frau vor mir, die ich schon lange bin, die keine andere geworden ist, nur mehr, seitdem sie auf einem Fleck all das erkennen kann, was wichtig ist. Ich sage dir was, liebe Wolke, manchmal ist es so, manchmal ist es anders: mäuschenklein, riesengroß. Mutig, feige. Mutter, Frau. Menschen sind nicht Entweder-oder. Sie sind und. Und das ist verdammt gut so.  

So ein Mist!

Hallo liebe Wolke, sammelst Du was? Ich eigentlich nicht. Weder Briefmarken noch Parfüm oder Strandgut, aus dem man später was basteln könnte, wenn man wollte. Worin ich allerdings ganz gut bin, ist: Erinnerungen sammeln. Und ich kann Dir sagen, da kommt ein ganz schöner Mist zusammen, der unterm Bett verstaubt. Domizile Vor viereinhalb Jahren bin ich mit einem vier Monate alten Säugling umgezogen. Ich wohnte in der dritten Etage, meine Wohnung war ein kleines Singledomizil mit wunderbarem Balkon und diese Wohnung war eben für ein Singleleben aus- und eingerichtet. Und als mein kleines Leben dann so ungeplant, und heißgeliebt, als neuer Mitbewohner diese Singlewohnung bezog, wurde mir schnell klar, dass ich allein weder die Energie noch den Willen besaß, die ganze Chose – wie Maxi Cosi mit kleinem Inhalt, Einkaufstüten mit großem Inhalt und so weiter – täglich mehrere Male in das Dachgeschoss zu wuchten. Wohnungssuche war angesagt; und zwar eine neue Bleibe im Grünen mit Kinderzimmer und ein bisschen mehr Platz. Ein Ein-Eltern-Domizil. Irgendwann wurde ich fündig, was großes Glück war, denn als Alleinerziehende …