Mamasein

Ende

Ende

Hallo liebe Wolke,
was hältst du von Jahresrückblicken?
Wenn ich es mal unter die Lupe und genauer nehme, dann habe ich das ganze Jahr nichts anderes getan. Ich habe 2017 wie durch so ein Kinderkino-Dings (siehe Foto) betrachtet. Und beleuchtet. Mal von oben, mal von unten, mal von der Seite – und der Schatten, der war immer ein bisschen anders. Es hängt ja meistens von der Sichtweise ab, ob etwas schöner oder nicht ganz so schön ist. Und keine Sorge, liebe Wolke, ich rolle nun nicht wieder all das auf, was ich das ganze Jahr 2017 betrachtet habe. Ehrlich gesagt: Ich mag Jahresrückblicke nicht sonderlich.

Stichtag

Der 31.12. ist ja immer wieder dieser berühmt-berüchtigte Stichtag, um sich mit guten Vorsätzen zuzuprosten, um Wünsche in der Erdbeerbowle zu versenken und mit „OH!“ und „AH!“ dem Feuerwerk zuzusehen, weil das nächste Jahr sowieso viel toller wird. Hat schließlich auch der Klumpen beim Bleigießen orakelt, der bei mir immer (wirklich immer) wie ein Spermium aussieht. Irgendwas mache ich dabei vermutlich falsch. Im Übrigen schaffe ich es auch nicht mit jedem Glockenschlag um 12 Uhr eine Weintraube essen, wie es ein spanischer Brauch einer Freundin verlangt. Nach spätestens fünf Trauben schwenke ich die weiße Fahne und befürchte, das neue Jahr doch nicht mehr lebend zu begrüßen.
Warum braucht man denn eigentlich diesen Stichtag? Könnte man das Wünschen und Vornehmen, und so weiter, denn nicht auch an jedem anderen, beliebigen Tag des Jahres tun? Der 3. März wäre doch beispielsweise auch nicht schlecht. Oder?

Jährlich, täglich.

Das ganze Jahr über hatte ich mir etwas vorgenommen.
Auch wenn mir 2017 viel abhanden gekommen ist; ich wollte mich nicht selbst verlieren. Vielleicht hatte ich mich hin und wieder für eine kleine Weile entschuldigt, um kurz frische Luft zu schnappen. Hätte ich aber auf den 31.12. gewartet, um mich selbst wieder fest an der Hand zu halten, damit ich nicht verloren gehen würde, dann aber Prosit Neujahr! Das wäre genauso in die Hose gegangen wie mein Bleigießen.

Und ich habe etwas wachsen sehen: Nicht nur mein kleines Leben, das mit jedem Tag alles neu gemacht hat, das mir täglich gezeigt hat, wie schön die Welt, und ich stark, sein kann – nicht nur mein kleines Leben ist gewachsen. Sondern auch du, meine Wolke.

Nicht sonderlich

Ob ich gewachsen bin, das glaube ich nicht. Manchmal fühle ich mich ein bisschen kleiner als noch vor einem Jahr. Mit dem Alter schrumpft man. Also ist das wohl normal. (Hoffentlich…) Mit dir, liebe Wolke, sind dieses Jahr eine Menge Menschen geflogen. Vielleicht haben sich einige nur kurz hierher verirrt, aber andere sind geblieben.
„Bleiben! Bitte bleib‘!“. Das war mein Silvesterwunsch 2016. Der hatte zwar nichts mit der Wolke zu tun, aber er ist trotzdem in Erfüllung gegangen. Auf eine andere Art. Und das ist ja quasi das Wichtigste beim Wünschen.

Mindfuck

„Du lässt dir mit deinem Blog und Facebook und all dem das Hirn ficken!“, hat mir jemand gesagt. Nun, der Ausspruch ist jetzt nicht unbedingt vornehm. (Und ich will hoffen, dass mein kleines Leben sich noch lange lange lange von so einer Ausdrucksweise fern hält.)
Tja, vielleicht ist das ja so. Vielleicht aber auch nicht. Ich sage ja einfach nur, was ich auf dem Herzen habe. Was ich manchmal keinem anderen erzählen kann, weil keiner hier ist. Weil es Dinge gibt, die raus müssen. 
Wenn es also vielleicht so sein sollte, das mit dem Mindfuck, dann sei gesagt: Ich lasse mir gern das Hirn ficken. Es ist himmlisch. So. Punkt.

Ende

Und am 01.01.2018 wird die Welt nicht anders für mich werden. Denn sie wird es täglich. Ich habe gelernt, dass ich so bin wie ich bin. Und ich bin gut so. Ich muss mich für nichts und niemanden optimieren. Nur dazulernen, das ist eine gute Sache. Weitermachen ebenfalls. Und deswegen gibt es kein Ende, denn es geht immer und alles weiter. Nur die Zahlen ändern sich. Und die sind, im Vergleich zu allem anderen, völlig nichtig.

Schau nach vorn, liebe Wolke, ich tu’s auch. Und bleib gesund. Und fröhlich. Und lass dir deine Umwege, wenn sie nötig sind. Umwege sind nämlich gar nicht so schlecht. Du wirst viel mehr sehen, wenn du einen kleinen Umweg fliegst, als du dir je hast vorstellen können. Flieg einfach und sei du.

Bleib, meine Wolke!


 

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