TIPP: Wie man seine kinderfreie Zeit verbringen kann.

Tipp_wie man seine kinderfreie zeit verbringen kann

Hallo liebe Wolke,
hast du gute Ideen?
Gestern früh hat man mir beim Bäcker ein Pfefferbrötchen (= stinknormales Brötchen mit Pfefferkrümel drauf) angedreht. Ich habe mich überreden lassen, es zu kaufen, weil das mit dem Überreden bei mir ganz schön einfach geht, dabei wollte ich doch eigentlich ein Schokocroissant oder einen Blaubeermuffin. Für die Nerven. Und für die kinderfreie Zeit am Abend.

Einmalig

Aber heute muss ich dir auch etwas hoch Erfreuliches berichten!
Mein kleines Leben war gestern um 20 Uhr im Bett und hat geschlafen.
Das ist – für mich – etwas, das quasi nur einmal im Leben passiert.
Wie die Jungfräulichkeit zu verlieren.
Die große Liebe zu finden (und zu behalten).
Oder ein Pfefferbrötchen zu kaufen.
Meine Endorphine tanzen gerade immer noch Polka, das kann ich dir sagen.

Kinderfreie Zeit am Abend

Und dann steht man da mit seiner Freiheit und Freizeit am Abend und weiß nicht, was man zuerst damit anstellen soll.
Fernsehen? Fußpflege? Lesen? Sich hemmungslos mit dem letzten Rest des Rotweins (ca. ein Fingerhut voll), der seit sieben Monaten völlig vergessen im Kühlschrank steht, betrinken? Schaumbad? Kerzen anzünden? Masturbieren? Aufräumen? Telefonieren?
Alles auf einmal?

Ich entschied mich als erstes für:
E-Mails lesen. Weil ich das Telefon sowieso schon in der Hand hielt.
Ach, schau an!
Ein Kindermodenhersteller hat Buddelhosen reduziert. Das Mistwetter wird früher Einzug halten, als man denkt.
Ein Fotobuchhersteller mahnt mich, endlich mit dem Fotobuch weiterzumachen, das ich vor fünfhundert Jahren angelegt und schon mindestens vier Seiten gestaltet hatte, worauf ich sehr stolz bin. Fehlen nur noch ca. sechstausend Fotos, das bekomme ich hin bis der Gutschein über 5% Preisnachlass in zwei Tagen abläuft.

WhatsApp

Und dann ploppten dreiundvierzig Nachrichten aus der Seestern-WhatsApp-Kindergartengruppe auf und eine hitzige Diskussion über Waffeln, Gummistiefel (ohne Weichmacher, ohne irgendetwas Gemeingefährliches und am besten aus Jute) und die nächste Elternratswahl, lief unter Einsatz der gesamten Emoji-Palette für die nächsten zwei Stunden ab. Ohne mich.

»ICH WILL DOCH EINFACH NUR MAL EINE STUNDE OHNE KIKANINCHEN, DEN BLAUEN ELEFANTEN UND ELMO VERBRINGEN, HERRGOTTNOCHMAL! (Haufen-Emoji, rotes Wutgesicht-Emoji, Stinkefinger-Emoji)«, hätte ich beinahe geschrieben, hab’s aber dann gelassen. Aus Gründen.

Rabenmutter

Und sofort im Anschluss schnippte mein Gewissen mit dem Finger wie der Streberschüler aus der ersten Reihe und bohrte mir ins Ohr: Du Rabenmutter, du! Bäh. Widerlich. Wie ich überhaupt so denken könnte. Alle lieben Kikaninchen, Gummistiefel aus Jute und Waffelrezepte sowieso, und den Thermomix und das Basteln nicht zu vergessen. Wieso du nicht?
Als Eltern hat man eben kein eigenes Leben mehr. Statt die Zeit zu genießen! Die Kinder werden so schnell groß. Also bitte!

Beinahe hätte ich mich von meinem Gewissen überreden lassen, weil das mit dem Überreden bei mir ja so gut funktioniert. Auch mit Pfefferbrötchen, übrigens. Aber dann hab ich mir erst einen Tee gekocht, mich in absoluter Stille aufs Sofa gesetzt, und habe dann ganz genau eins gemacht: Nichts!

Solche einmaligen Lebensereignisse sind schon was Tolles!
Einen schönen Tag, liebe Wolke!


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