Mamasein

Ich rufe Dich Galaktika.

Ich rufe dich Galaktika
Vom fernen Stern Andromeda
Der Spül, der ist so riesengroß
Mach Du mal, das wär‘ grandios!

Hallo liebe Wolke,
bist du auch manchmal faul?
Ich bin heute so unfassbar sehr faul und müde, das bin ich zwar seit Monaten, vielleicht sind es auch schon Jahre; ich werde einfach nicht mehr wach. Also so richtig. Ich spreche von diesem „Bäume ausreißen“. Dass ich diesen Zustand je wieder erreichen werde – diese Hoffnung habe ich begraben. Genauso wie die Hoffnung, eines Tages wieder in einer blitzsauberen und nicht chaotischen Wohnung meine Füße abends auf den Couchtisch zu schwingen. Wenn es keiner sieht.

Perfekt unaufgeräumt

Nein, bei uns ist es immer perfekt unaufgeräumt. Da kann ich machen, was ich will: Ich fange in der einen Ecke an und wenn ich da fertig bin, sieht es spätestens am Abend ganz genau wieder so aus, als könnte ich direkt die Abrissbirne ordern. Übertrieben formuliert. Ich frage mich, welcher böser Zauber das wohl ist und wie man ihn wieder los werden kann.
Mein kleines Leben, und das hat sie ausnahmsweise von mir (wobei ich diese Zuordnung »Ach! Das Kind ist ja ganz wie die Ur-Ur-Großcousine dritten Grades!« schrecklich finde), hat alle möglichen Kleinkindmacken, aber eine Neigung zur Ordnung gehört nicht dazu.
Gut, welches Kind hat schon einen Hang zum Aufräumen!? Wahrscheinlich also ist es in jedem Haushalt, der Kinder beheimatet, einigermaßen unordentlich. (Ich hoffe es zumindest!)

Mount Wäscheberg

Meistens raffe ich mich jedenfalls abends noch auf und erledige die nötigsten Aufgaben, wobei sich das mit dem Haushalt ja quasi von ganz allein erledigt. Landläufige, antiquierte Meinung.
Haha, ich lache kurz, bevor ich den Feudel in die Hand nehme und den Wäscheberg besteige.
Wenn ich es nämlich nicht täte, würden wir innerhalb von zweieinhalb Tagen nur noch einen schmalen Gehweg von ungefähr 20 Zentimetern Breite zu den wichtigsten Stellen der Wohnung (Klo, Herd, Bett, Sofa, Legohaus) zur Verfügung stehen haben.
Die restlichen 65 Quadratmeter wären überzogen von tonnenweise Lego, Buntstiften, Knete, Wäsche, selbstgemalten Kindergartenkunstwerken, und so weiter. Und so weiter.

Faul

Geht natürlich nicht. Das Nichtaufräumen.
Aber heute Abend bin ich fauler als faul.
Ich möchte nur dasitzen und vor mich hinschauen und ein paar Nüsse knacken und gar nichts machen. Dafür muss schließlich auch mal Zeit sein. Finde ich.

Und weil ich heute Abend finde, dass faul sein wunderschön ist, wird mein Brief an dich heute, ganz untypisch, eher kurz als lang. Außerdem muss ich noch mal die liebe Galaktika rufen, vielleicht räumt sie (oder die Heinzelmännchen?) unsere Unordnung ja doch auf. Über Nacht. Und ich erwache morgen in einer Meister Proper Welt.

Gönn dir auch ein bisschen stinkfaule Zeit, liebe Wolke, und bis in neuer, nach Lavendel duftender, Frische!

 

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