Mama macht Karriere. Nicht. (Vereinbarkeit und #DubistDemokratie)

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Hallo liebe Wolke,
liest du oft Zeitung?
Ich nicht und das hat mehrere Gründe. Einer davon ist, dass ich alleinerziehende Arbeitslosengeld II-Bezieherin bin. Ich gehöre also zu der gesellschaftlichen Schicht, die auf Steuerzahlerkosten den ganzen Tag auf dem Sofa sitzt, Pralinen isst, bildungsfernes TV-Programm schaut, den Popo dabei immer breiter werden lässt, in einer Hand das Smartphone hält, und damit durchs soziale Netz surft bis die Augen viereckig sind und das Kind anfängt zu quengeln.
Weiß man ja, das alleinerziehende Hartz IV-Empfängerinnen das so machen. Wenn man schon durchs gesellschaftliche Netz gefallen ist, dann will man nämlich wenigstens vom social network aufgefangen und gestreichelt werden. Und deswegen blogge ich seit Neuestem auch noch. Da bleibt nicht mehr viel Zeit fürs Zeitung lesen (Frankfurter Rundschau zum Beispiel).
Immer dieser Stress (um Vereinbarkeit)!

Ich kann’s mir leisten!

Außerdem kann ich mir das mit dem Nichtlesen und mit der „kreativen Sinnsuche“ leisten, die man als arbeitslose und bloggende Mutter hat. Denn wir leben ja in einer Demokratie. Da darf man das, das gehört quasi zu meinen Grundrechten und zu meinem persönlichen Schutz als Minderheit.

Irgendwann, in grauer Vorzeit, habe ich gearbeitet.
Das kann man sich heute vielleicht gar nicht mehr vorstellen, denn von dem mittleren dreistelligen Betrag, den meine Tochter und ich monatlich vom Staat zur Verfügung gestellt bekommen, kann man leben wie die Raupe Nimmersatt im Schlaraffenland. Ich möchte nicht missverstanden werden: Natürlich bin ich froh und dankbar, dass es die Institution „Agentur für Arbeit“ gibt, dass wir nicht unser Lager mit Glitzereinhorn und Elmo unter der Brücke aufschlagen mussten. Wobei das sicher auch das ein oder andere tolle Motiv für Instagram abwerfen würde.

„Arbeit für alle.“

Jedenfalls: Als ich noch kein Kind hatte, habe ich gearbeitet.
Da mein Leben ja schon immer ein bisschen schräg war (ich berichtete bereits), genoss ich das Privileg einer Festanstellung in einem Prominenten-geführten Unternehmen. Mein ehemaliger Chef, für den ich mehrere Jahre arbeitete, der hat mehrere Bücher veröffentlicht, und der schrieb in einem seiner Werke, dass er sich „Arbeit für alle“ wünscht.
(Ehrlich gesagt, ist das heute auch mein Wunsch. Aber das nur nebenbei erwähnt.)
Nun ist es bei mir nicht so gewesen wie die landläufig romantische Vorstellung von einer Frau, die mit Dreißig einen unbedingten Kinderwunsch verspürt, die außerdem demnächst geheiratet werden sollte und die ihr Leben einigermaßen konzeptioniert – oder zumindest strukturiert – hatte. Ich wurde ungeplant schwanger und hatte auch ansonsten keinen gröberen Entwurf für mein weiteres Leben. Den einzigen (festangestellten) Halt und Plan, den ich hatte, war mein Vollzeitjob. Und eben auf dieser Grundlage entschied ich mich (auch), trotz aller Umstände, für mein Kind. Eine Entscheidung, die ich bis heute nicht bereue und niemals bereuen werde.
Zumindest würde ich mir also um eine finanzielle Absicherung meiner Tochter keine Sorgen machen müssen. Dachte ich. Puh! Da hatte ich ja noch mal Schwein gehabt!

Karriereknick

„Arbeit für alle“, dieses Bonmot galt in meinem Fall nicht. Nach Ende der Elternzeit wurde ich mit freundlichem Winken aus der Ferne verabschiedet.  Obwohl – oder gerade weil? – man meine Lebensumstände kannte.
Enttäuschungen gab es in meinem Leben einige. Diese nimmt einen der oberen Plätze auf der Liste ein.
Damals dachte ich, dass ich auch diese Hürde schon irgendwie überspringen würde, ich bin gut ausgebildet, qualifiziert, habe prima Referenzen, ganz blöd bin ich auch nicht (nur manchmal) und stehe gern (naja, meistens) morgens früh auf, um mich in den Dienst eines interessanten Unternehmens zu stellen. Wird schon. Kann ja nicht so schwierig sein.

Betreuung

Wer ein Kind hat, der weiß, dass schon allein die Betreuungsplatzsuche ein nervenaufreibender Akt mit ungewissem Ausgang ist. Ich saß in Castings für Elterninitiativen – und wurde abgelehnt. Eine Kita verweigerte meiner Tochter den Zutritt, weil die Einrichtung schon drei Alleinerziehende aufgenommen hatte und ich, als Vierte, das „Sozialgefüge kaputt machen würde“.
Einer für alle, alle für einen.
Irgendwann hat sich dann ein Kindergarten erbarmt und den Sozialfall, mich, den Vertrag unterschreiben lassen. Einen Vertrag, der keine Vollzeitstelle zulässt. Aber immerhin.
Nebenbei ist mein kleines Leben ein bisschen anders als andere Kinder (auch davon berichtete ich), so dass ich zwischen das Pralinen essen, das Fernsehen und das Bloggen auch noch heilpädagogische Maßnahmen, psychologische Betreuung und andere Dinge schieben muss, die mal mehr und mal weniger Spaß machen. (Und vom gescheiterten Projekt „Patchwork“ will ich gar nicht mehr berichten.)

Jobcenter

Mein Gang führte mich also irgendwann aufs Jobcenter.
Dass man sich bei der Geburt seines Kindes nackig machen muss und intimste Sachen präsentiert, die man eigentlich selbst nicht sehen möchte, das ist bekannt. Weniger bekannt ist vielleicht, dass es auf dem Amt ähnlich abläuft. Einerseits kann ich das verstehen, denn ich möchte (brauche) Geld, für das ich nicht arbeiten gehe (gehen kann). Da muss man natürlich alles auf den Tisch legen was man hat. Ich sehe das ein. Und das ist in Ordnung.
Es ist auch in Ordnung, wenn die Mitarbeiter mal einen schlechten Tag haben. Das habe ich auch.

Vereinbarkeit

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass ich heilloses Glück habe, in unserer Demokratie zu leben. Weder meine Tochter noch ich müssen Hunger leiden und wir können ein einigermaßen normales Leben (unterhalb der Armutsgrenze) führen. Weniger Glück habe ich mit Bewerbungen und potentiellen Arbeitgebern. Vollzeit kann ich leider nicht arbeiten, das gibt der Betreuungsschlüssel nicht her. Eine Teilzeitstelle in der Werbung zu finden ist ziemlich aussichtslos – zumindest ist das meine Erfahrung der letzten drei Jahre. Und wenn ich eine Stellenausschreibung entdecke, die sich wenigstens noch zu 25% mit meinen Fähigkeiten deckt, dann passieren meine Bewerbungsunterlagen ein und werden in den nächsten zehn Minuten aussortiert.
Ledig, alleinerziehend, Ende Dreißig, alleinstehend, drei Jahre nicht im Arbeitsleben stehend.
Das sind offensichtlich Eigenschaften, die nicht so gut ankommen. Im Allgemeinen.

Bloggen

Bloggen, im Übrigen, das tue ich morgens um 4. So wie heute. Oder abends ab 23 Uhr. Nicht, weil dann nichts mehr im Fernsehen läuft oder mir die Pralinen ausgegangen sind, sondern weil ich die Zeit am Vormittag (Stichwort: Kindergarten) nutze, um nach Stellen zu suchen und um meine Pläne zu überarbeiten. Denn wenn man ein Kind hat, dann braucht man Pläne. Und in der restlichen Zeit betreue ich mein kleines Leben. Also bleiben nur die blauen Stunden am frühen Morgen oder am späten Abend. Fürs Schreiben und Bloggen.

Und warum mache ich das?
„Kreative Sinnsuche“?
Ja, das ist sicher ein Aspekt. Schreiben befreit, das Schreiben vereint aber auch. Wenn man Erfahrungen austauscht, die man nicht nur allein hat, ist das (bestenfalls) so etwas wie Einheitsbildung. Und von „Einheit“ kann Deutschland ja ein Lied singen.
Aber nicht nur das Vereinen (von Bloggern) mit- und untereinander, das man im wirklichen Leben wohl seltener trifft als es einem lieb ist, sondern auch das Berichten von ganz „normalen“ Menschen mit ähnlichen Problemen, die in einem demokratischen Land leben, das seine Grundwerte als Eckpfeiler der Gesellschaft hoch hält, ist das, was aufhorchen lassen sollte. Missstände aufzeigen, Stolpersteine präsentieren, an ein Miteinander glauben, kritisch bleiben und hinterfragen, Nächstenliebe nicht nur propagieren, sondern auch leben; all das sind Dinge, die wir unseren Kindern in den Rucksack legen müssen. Damit das mit der Demokratie auch weiterhin funktioniert.

Deutschland und Demokratie

Wenn ich allerdings sehe, dass es Kindern von Alleinerziehenden, noch dazu von ALG II-Empfängern, sehr schwer gemacht wird, eine Chance auf finanzielle Absicherung zu haben und – damit einhergehend – der Weg der weiteren Entwicklung, der Förderung und Bildung einen sehr eng gesteckten Rahmen bekommt, dann denke ich, sollte man an einigen Ecken und Enden was drehen müssen. Damit das anders wird.
Ich weiß natürlich, dass unser Land, dass Europa und die ganze Welt mit unfassbar vielen Problemen zu kämpfen hat. Probleme, die mir in ihrer Dimension so unlösbar scheinen, dass der Mensch an sich manchmal das Verlangen verspürt, sich eine Einhorn-Malvorlage herunterzuladen, um für den Moment all diese monströs scheinenden Angelegenheiten zu vergessen.
Deswegen blogge ich auch über Einhörner. Unter anderem.
Als kreative Sinnsuche.
Aber ich blogge allerdings auch, weil ich mal gehört habe, dass man damit Geld verdienen kann. Und ich habe den Hang nach jedem Strohhalm zu greifen, der mir vom Sofa aufhilft und mich die Pralinen im Schrank verstecken lässt. Ist ja auch nicht gut für die Figur.
Vielleicht ist das der gangbare Ausweg aus einem Dilemma, das sich „Vereinbarkeit“ nennt.
Nicht nur für mich.
Man mag mir vorwerfen können, dass ich ja auch irgendwo irgendwas arbeiten könnte. Brötchen verkaufen. Zum Beispiel.
Ja, das könnte ich tun. Und ja, das würde ich tun, wenn es keinen anderen Ausweg mehr geben sollte.

Träume

Aber: keine Träume mehr zu haben, das kommt einem lebendig Begrabensein gleich. Und zumindest die Aussicht zu haben, seine Träume verwirklichen zu können, seinem Kind eine bessere Zukunft zu schenken, das macht eine Demokratie auch aus.
Wir sollten dankbar sein für die Freiheit, in der wir leben. Vielleicht sind wir auch gar nicht so weit davon entfernt, es zukünftig besser zu machen, wenn wir zusammenhalten, wenn wir uns nicht nur im Einhornwald verirren, sondern uns vereinen und sehr gut auf unseren Verstand und unser Herz hören, wenn populistische Stimmen wieder sehr laut werden.

Nun warten wieder mein Sofa und meine Pralinen auf mich, liebe Wolke, aber hab einen schönen Tag und vergiss nicht, die ganze Welt mal von oben zu betrachten!

Bis bald!

Danke an Tollabea für die Aktion #DubistDemokratie und an Heute ist Musik für die Blogparade zum Thema Vereinbarkeit!

Kategorie Alleinerziehend, Briefe an die Wolke, Gesellschaft, Mama sein

Hallo, ich bin Susanne! Ich erzähle euch hier als alleinerziehende Mama einer etwas „anderen“ Vierjährigen von unserem, oft, schrägen Alltagswahnsinn. Und ich möchte euch zeigen, wie man vielleicht nicht alles, aber vieles, mit Humor sehen kann, damit das Leben ein bisschen leichter wird. Ab und zu schreibe ich auch über die Liebe, nicht nur weil "Patchwork" so ein toller Modebegriff ist. ;) Und seit Neuestem designe ich ein bisschen was für euch; für Blogger und Kinder - und mal schauen für wen noch. :) Ihr findet mich auch bei Facebook, Instagram oder Pinterest. Übrigens. Besucht mich doch mal dort. Würde mich freuen!

32 Kommentare

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  3. Kirstin

    Hallo Susanne, einen super Artikel, den du da geschrieben hast. Und ich finde es toll, dass du deinen Traum nicht aufgibst. Ich habe selbst jahrelang als Alleinerziehende mit behindertem Kind dafür gekämpft arbeiten gehen zu können. Und ich werde nie vergessen, welche Steine mir von allen Seiten dazu in den Weg gelegt wurden. Am meisten hat mich in der Zeit jedoch die soziale Ausgrenzung verletzt. Egal ob im Kindergarten oder in der Schule musste man sich ständig gegen Vorurteile verteidigen. Ich verstehe einfach nicht, dass bei der hohen Zahl von Alleinerziehenden in Deutschland immer noch in den Köpfen das Idealbild einer Familie aus den 50ern vorherrscht. Warum? Zahlen belegen schwarz auf weiß den Schaden in der deutschen Wirtschaft, der durch den Wegfall der qualifizierten Frauen entsteht, die aufgrund von Mutterschaft keinen Zugang mehr zu ihrem ursprünglichen Job erhalten. Die gesamte Gesellschaft ist hier komplett in den 50ern stecken geblieben…. Das ist beschämend für Deutschland!
    Jedenfalls wünsche ich dir ganz viel Erfolg und dass du deinen Traum doch noch leben darfst.
    Liebe Grüße Kirstin

    • Hallo Kirstin,
      Danke Dir sehr – auch für Deine aufmunternden Worte!
      Weißt Du, so traurig, belastend und anstrengend das auch alles sein mag; ich bin nur sehr froh, dass ich nicht allein mit diesen Problemen bin. (Obwohl es natürlich am allerbesten wäre, wenn es diese gesellschaftlichen Hürden erst gar nicht gäbe!)
      Danke auch, dass Du Deinen Einblick mit mir teilst und ich glaube, dass man sich auf die Schulter klopfen darf. Auch wenn es Deutschland nicht tut. 😉
      Alles Liebe für Dich!
      Susanne

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  7. Iris A. Carek

    Liebe Susanne, ich kenne das nur allzu gut. Komme selbst aus der Werbung und hab damals richtig viel Geld verdient, hatte ne tolle Karriere und ein gesellschaftliches Ansehen … bis das erste Kind kam, da wurde es schon schwieriger. Aber immerhin konnte ich da noch halbtags NACHTS von daheim aus arbeiten. Bis zur Änderungskündigug, ich solle wieder an meinen Arbeitsplatz kommen. War mir nicht möglich, da ich auch keine Betreuung für das Kind hatte, weil ja bislang nicht nötig. Nach langer Suche fand ich dann tatsächlich einen Halbtagsjob vormittags während das Kind dann im Kindergarten war (mit 3,5 Jahren). Mit dem zweiten Kind 5 Jahre war dann nichts mehr machbar. Kam von der Elternzeit zurück und schups: Kündigung! Bekommen habe ich vom Staat nichts (unflexibel wegen Kind), und weil ja der Vater und Mann dafür zuständig ist, mich und die Kinder zu versorgen. War auch hart für mich, weil ich immer gewöhnt war, selbst Geld zu haben. Als der Vater nicht mehr da war, ging auch bei mir die Odysee los. Letztendlich waren es 150 Bewerbungen, dabei dann 3 Vorstellungsgespräche, weil ich mich auch auf Vollzeitstellen beworben habe. Als ich dann darum bat in Teilzeit arbeiten zu können, war ich wieder weg vom Fenster. Nach relativ sinnfreien ABM-Maßnahmen des JobCenters und der Absage eine Umschulung zu bezahlen, war ich am Ende. Zum Glück bekam ich da eine liebevolle Hilfestellung von der Caritas, die mich ermutigten, es doch mit einem Studium zu versuchen. Zuerst hab ich mich gesträubt, schließlich hatte ich eine Ausbildung, war Industriemeister und hatte eine Fortbildung zur Screendesignerin. Aber ein Job war absolut nicht zu bekommen. Inzwischen stehe ich kurz vor dem Bachelor Soziale Arbeit, da wird derzeit viel Personal gesucht – und es wird auch wert auf Lebenserfahrung und auf Familienerfahrung gelegt. Flexibel muss man zumeist zwar ebenfalls sein, aber inzwischen sind meine Kinder 16 und 11. Da kann ich es auch wieder sein. Allerdings wird hier nur ein „Hungerlohn“ bezahlt im Gegensatz zum Werbebereich. Aber das ist wieder ein anderes Thema. Mir ist dein Blogg aufgefallen, weil wir gerade eine sozialpolitische Zeitschrift an der Hochschule herausgegeben haben (Wer hat die wohl produziert?). Dort steht ein schöner Artikel über „Die Vereinbarkeitslüge“ drin. Ich hätte es ohne Kinder nicht geglaubt, dass sowas passieren kann, nur weil man Mutter geworden ist und dann trotz toller Ausbildung ohne Job und mit der Grundsicherung dasteht und doof angeschaut wird. Früher hätte ich auch gedacht, das bekomme ich schon hin. Hätte ich auch – wenn man mich gelassen hätte. Du auch, da bin ich mir sicher.
    LG Iris

    • Liebe Iris,
      ich danke Dir sehr für Deine Worte und Deine Geschichte!
      Und weißt Du, ich bin so dankbar, dass es nicht nur mir allein so (er-)geht. Denn dann hätten mich schon längst unfassbar viele Zweifel überkommen.
      Und genau das, was Du schreibst, ist der springende Punkt:
      „wenn man mich gelassen hätte, hätte ich das hinbekommen.“
      Genau das ist es, was mich so hilflos fühlen lässt, denn man wird eben nicht einfach gelassen. Leider.
      Aber: viele Wege führen nach Rom und ich freue mich für Dich (und bin ganz beeindruckt!), dass Du bald Dein Studium abschließt! Ich finde es nicht selbstverständlich, dass man (Du!) die Kraft hat, noch mal bei Null anzufangen. Vielleicht wäre das eine Alternative für mich.. ich überlege.

      Nun bin ich vom heutigen Trubel rechtschaffen müde und mein Bett ruft ganz laut.
      Hab noch mal vielen Dank und alles Liebe für Dich!
      Susanne

  8. Kathrin

    Toller Artikel! Vielleicht tröstet es Dich etwas, dass es auch mit gänzlich anderem Lebensentwurf (strukturiertes Leben, Mann an der Seite etc.) trotzdem genau so aussieht. Vor meiner Schwangerschaft hatte man in der Firma großes mit mir vor, danach konnte man mich nicht schnell genug los werden . Von Betreuungsplatzsuche, Kosten etc. fange ich jetzt gar nicht ersr an. Es liegt also keinesfalls an den Lebensentwürfen, die wie Frauen planen (oder nicht), es gibt einen ganz großen Fehler im System (hätte ich früher nicht geglaubt) .

    • Danke fürs Lesen, Kathrin!
      Ja, den großen Fehler im Getriebe für so viele Mütter (egal mit welchem Background) gibt es. Leider! Zumindest ist das auch meine Erfahrung in meinem Umfeld. Und das finde ich nicht nur verdammt schade, sondern auch nicht gerecht. Denn es geht ja nicht nur um die eigene Absicherung (und eine „Aufgabe“, denn mir hat mein Job echt Spaß gemacht), sondern auch um die Zukunft unserer Kinder. Leider ist das also vom System sehr kurz gedacht. Wie in so einigen Bereichen. …
      Schön, dass Du die „Wolke“ gefunden hast und alles Liebe für euch!
      Susanne

  9. Pingback: Blogparade von Laura zum Thema Vereinbarkeit / Beitrag von „Hallo liebe Wolke“ | marasgedanken

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  12. Hallo Susanne,

    ich bin zwar keine alleinerziehende Mutter, aber ich kann Dich verstehen. Du hast es sehr gut beschrieben, dass man als alleinerziehende Mutter, aber auch als so als Mutter und Hausfrau fast gar keine Chancen mehr bekommt, einer Arbeit nachzugehen. So ergeht es mir auch und mittlerweile sind 7 Jahre vergangen. Trotz aller Qualifizierungen.. Nun ja, nun blogge ich auch 😉
    Fühle Dich umarmt und ich danke Dir für diesen berührenden Beitrag.

    Lieben Gruß, Emmi

    • Liebe Emmi,
      Danke fürs Lesen und dafür, dass Du Deine Gedanken teilst.
      Ich glaube, egal in welcher Familienform man auch immer lebt, es dürfte (und müsste!) eine ganze Menge passieren, damit viele Missstände behoben werden.
      Bis dahin bloggen wir einfach weiter. 🙂
      Sei gedrückt und alles Liebe!
      Susanne

  13. Pingback: Aufruf zur Blogparade: eure Geschichten zum Thema Vereinbarkeit - Heute ist Musik

  14. Mich berührt Dein Beitrag ebenfalls sehr. Darf ich ihn rebloggen? Wenn Du das nicht so gern möchtest, lösche einfach diesen Kommentar. Alles Liebe. Du bist eine richtig starke Frau!

  15. Vierzig Bewerbungen in einer Großstadt, in einem Beruf, der genauso gebraucht wird, wie die tägliche Nahrungsaufnahme, von jemandem, die den Beruf als ihre Berufung bezeichnet, aber nicht nach dem Arbeitsmarkt, sondern nach Interesse studierte. Und trotzdem kein einziges Gespräch. Es kommen aber auch andere Zeiten. Solche, in denen du geschätzt wirst. Und dafür drücke ich die Daumen.

    • Weißt Du, ich bin froh, dass es nicht nur mir allein so geht. (Wobei „froh“ wahrscheinlich der ganz falsche Begriff ist.)
      Aber weißt Du noch was? Genau an diese anderen Zeiten glaube ich auch. Und das Glauben sollte man nicht vergessen.
      Danke fürs Lesen und für Deinen Kommentar!
      Alles Liebe! 🙂

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