Soll ich bleiben?

Soll ich bleiben

Hallo liebe Wolke,
brauchst du auch mal eine Pause?
Still war es hier in den letzten Tagen, weil: Manchmal ist das Schweigen ja bekanntlich Gold. Ich musste nicht nur mal meinen Kopf ausschalten, sondern auch die virtuelle Welt. Digital Detox nennt man das heute wohl. So ganz neudeutsch. Und die Stille, die kann einem hin und wieder viel mehr sagen, als die großen Worte – man muss nur gut zuhören und wird feststellen: Alle Antworten sind da. Vielleicht sind manche ein bisschen mehr verborgen als andere, so dass man seiner Stille noch etwas besser zuhören muss; aber Stille bedeutet eben manchmal auch mit seiner Seele zu sprechen und sich nicht vor Wahrheiten zu fürchten.

Was soll ich noch erzählen?

Also saß ich da, in meiner Stille, und hab mal drüber nachgedacht, ob ich überhaupt noch etwas zu erzählen habe. So öffentlich, meine ich. Weil: Man kann ja heutzutage ziemlich viel lesen, wenn man will, und auch wenn man nicht will, springen einem unzählige Themen trotzdem entgegen, in seinen Timelines. Ehrlich gesagt: Ich war geringfügig überfordert von dem Lauten, Grellen, Rufenden, das mir da täglich in meinem Social Media begegnet – auch wenn es ja nur geschrieben steht und eigentlich gar nicht real ist. Es hörte sich trotzdem laut an in meinen Ohren und auch ein bisschen in meiner Seele.

Möchte ich ehrlich noch mehr Rezepte lesen und noch mehr Modetipps haben und noch mehr Probleme anderer zu meinen eigenen machen – und warum lese ich das denn überhaupt? Ist das so ein Gemeinschaftsgefühl, das im echten Leben manchmal auf der Strecke bleiben kann?  Weil unsere Zeit eben unsere Zeit ist und sich Facebookpostings von „Freunden“, die man noch nie persönlich gesprochen oder gesehen hat, anfühlen, als würde mir ein wirklicher Freund gerade mitteilen, dass er etwas Supergutes gekocht hat, oder als könnte er mir einen tollen Erziehungstipp geben, der nur für mich, privat, bestimmt ist?

Ein Karussell

Ich musste mal kurz aus dem Karussell aussteigen, weil es sich ein bisschen zu schnell gedreht hat. Und wenn man sich das Ganze dann mal von Außen betrachtet, muss man doch sehr schmunzeln. Über sich. An vielen Abenden saß ich hier und habe mir gedacht: „Mensch, Susanne, jetzt hast du aber drei Tage nichts geschrieben, keine Kindergeschichten gemalt, nix, jetzt musst du aber mal wieder ran!“. Komisch, welchen Druck man sich manchmal selbst auferlegt, damit die Fahrt im Karussell nicht endet. Übrigens gilt das nicht nur fürs Bloggen.

Eine Erkenntnis

In den letzten vier Wochen hatte ich die Erkenntnis aller Erkenntnisse, was mein Leben im Allgemeinen und im Speziellen angeht. Ich hab endlich kapiert, warum ich so ticke, wie ich eben ticke. Das jetzt aufzudröseln, nein, das würde sicher zu weit führen, aber in meiner Stille habe ich nicht nur verstanden, dass man sich nicht immer nur mit Worten, mit dem Lauten, beschäftigen sollte, sondern schlicht und einfach, ganz simpel: mit sich selbst. Auch dann, wenn man sich vielleicht ein bisschen davor fürchtet, was man da so finden wird. Im Spiegel.

Ein großes Ich bin ich.

Das ist jetzt wahrlich keine bahnbrechende Erkenntnis, aber doch eine, die man sich hin und wieder ins Gedächtnis rufen sollte. Als Mama, als Frau, als Mensch. Damit man authentisch bleibt. Vor allem mit sich selbst. Ich mag das Kleine, das Unaufgeregte, ich mag das Gänseblümchen am Straßenrand lieber als designte Eukalyptuskränze.
Ich mag es hier zu sein, bei dir, meine Wolke. Ich mag diesen Ort, an dem ich mich ausruhen kann. Und ich mag es, Worte und Geschichten und Illustrationen und meine Phantasie zu (ver-)schenken. Vielleicht bin ich überhaupt auf dieser Welt, um das zu tun, was mir da direkt aus dem Herz auf den Bildschirm oder aufs Papier hüpft. Weil das ich bin.

Komm doch mal her, meine Wolke, und setz dich einen Moment in die Stille! Das tut sehr gut. Und DANKE an alle, die mir geschrieben haben, um zu fragen, ob ich noch da bin. Ja, das bin ich und ich bleibe. Fest versprochen.

Bis ganz, ganz bald, meine liebe Wolke!

 


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Kategorie Achtsamkeit, Briefe an die Wolke

Hallo, ich bin Susanne! Ich erzähle euch hier als alleinerziehende Mama meines vierjährigen kleinen Lebens von unserem, oft, schrägen Alltagswahnsinn. Und ich möchte euch Mut machen, das Leben ein bisschen mehr mit Humor zu sehen. Auch dann, wenn es vielleicht mal schwer fällt. Außerdem findet ihr bei mir Lern- und Kindergeschichten. Ich freu mich, dass ihr da seid! :)